Handwerk

Marvin Weber: Bester Elektroniker-Azubi im Kreis Olpe

Marvin Weber ist nicht nur bester Nachwuchs-Elektroniker des Kreises Olpe, sondern auch im Kammerbezirk Arnsberg steht er ganz oben. Stolz sind Manfred (link) und Christopher (rechts) Eisel von Elektro Voss. Bei ihnen hat Weber seine Lehre absolviert.

Marvin Weber ist nicht nur bester Nachwuchs-Elektroniker des Kreises Olpe, sondern auch im Kammerbezirk Arnsberg steht er ganz oben. Stolz sind Manfred (link) und Christopher (rechts) Eisel von Elektro Voss. Bei ihnen hat Weber seine Lehre absolviert.

Foto: Flemming Krause / WP

Heggen.  Der junge Ennester hat sogar auf Landesebene an einem Wettstreit teilgenommen und ist dort Dritter geworden. Modellfliegen ist schon immer Hobby.

Marvin Weber (21) weiß, dass er am Theorieunterricht nicht vorbeikommt. Es muss halt sein. „Das mache ich aber nur notgedrungen. Ich bin ein Praktiker“, sagt der junge Mann aus Ennest. Wohl gemerkt: ein sehr talentierter Praktiker. Denn, auch wenn er das Schulbankdrücken nicht zu seinen größten Leidenschaften zählt, ist der Ennester auf dem besten Wege, ein richtig Guter seines Fachs zu werden.

Bei der Firma Elektro Voss in Heggen schloss er im Januar 2019 nach dreieinhalb Jahren seine Lehre als Elektroniker für Energie und Gebäudetechnik ab. Und zwar als Gesellenbester der Innung im Kreis Olpe. Sein Ehrgeiz war geweckt.

Es folgte prompt eine Einladung für den Leistungswettbewerb auf Kammerebene in Arnsberg. Auch dort setzte sich Weber gegen die Konkurrenz durch. Schluss mit lustig? Von wegen! Auf Arnsberg folgte Düsseldorf – und der Wettstreit der besten Nachwuchs-Elektroniker auf Landesebene. Ergebnis: Platz drei für den jungen Mann aus dem Kreis Olpe. In diesen Prüfungen musste Weber beispielsweise eine elektronische Steuerung für Abwasserhebeanlagen konzipieren oder auch eine Steuerung für eine Rolltreppe bauen. Offensichtlich tat er dies zur vollen Zufriedenheit der Prüfer.

Modellfliegen schon immer Hobby

Seinen beruflichen Werdegang hat der ehemalige Schüler der St. Ursula-Realschule in Attendorn ein Stück weit auch seinem Vater, seinem Opa und seinem Onkel zu verdanken. Sie waren es nämlich, die den kleinen Marvin regelmäßig mit zum Modellfliegen mitnahmen. „Damit bin ich mehr oder weniger aufgewachsen. Man kann sagen, dass ich von klein auf zuhause mit der Welt des Stroms aufgewachsen bin.“ Schnell war es sein Hobby. Jetzt ist der Strom seine Arbeit.

Stolz auf seinen ehemaligen Zögling ist auch Manfred Eisel (60), Inhaber von Elektro Voss: „Marvin hat bei uns schon 2014 ein Praktikum gemacht und ich habe ihm damals einen Ausbildungsplatz zugesagt. Das habe ich nie bereut.“

Seit Ende Juni lebt der 21-Jährige, der nicht nur das Modellfliegen, sondern auch das Tanzen bei den Roten Funken Attendorn liebt, im Internat in Arnsberg. Dort besucht er in Vollzeit die Handwerks-Meisterschule. Bis Sommer nächsten Jahres. Und dann? „Das steht noch in den Sternen. Vielleicht mache ich noch ein Studium“, sagt der Ennester.

Oder er kehrt zu seinem Ausbildungsbetrieb nach Heggen zurück? „Schon möglich, wir übernehmen regelmäßig unsere Azubis“, sagt Manfred Eisel.

Kaum Fachpersonal zu finden

Auch wenn sich der Inhaber von Elektro Voss mit seinen seinem kleinen Team (Acht Angestellte inklusive zwei Azubis und drei Meister) gut aufgestellt sieht, weiß Eisel um den Nachwuchsmangel. „Es ist wahnsinnig schwierig, gutes Fachpersonal zu finden. Industriebetriebe zahlen eben auch besser“, sagt der 60-Jährige. Und sein ehemaliger Azubi aus Ennest ergänzt: „Es gibt leider nur noch wenige, die sich schmutzig machen wollen.“

Marin Weber ist anders. Er macht sich gerne schmutzig. Auf jeden Fall lieber, als auf der Schulbank die Theoriebücher zu wälzen.

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