Kolpinggedenktag

Kolping-Ehrenzeichen für Anja Goebel in Attendorn

Anja Goebel erhielt neben dem Ehrenzeichen und der Urkunde auch einen Blumenstrauß. Unser Bild entstand nach der Ehrung vor dem Kolpinghaus Attendorn.

Anja Goebel erhielt neben dem Ehrenzeichen und der Urkunde auch einen Blumenstrauß. Unser Bild entstand nach der Ehrung vor dem Kolpinghaus Attendorn.

Foto: Meinolf Lüttecke / WP

Attendorn.  Der Diözesanverband hat das besondere ehrenamtliche Engagement von Anja Goebel gewürdigt. Sie erhielt das Ehrenzeichen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Überraschung war geglückt: Am Kolpinggedenktag würdigte der Diözesanverband Paderborn das besondere ehrenamtliche Engagement von Anja Goebel mit dem Ehrenzeichen der Kolpingsfamilien im Kolpingwerk Deutschland. Klaus Reising, Mitglied des Diözesanvorstandes und gebürtiger Attendorner, war eigens aus Soest angereist, um diese besondere Auszeichnung mit entsprechender Urkunde am Sonntagnachmittag im Attendorner Kolpinghaus zu überreichen.

Erste weibliche Vorsitzende

Er sagte Anja Goebel Danke für ihre zahlreichen Aufgaben, unter anderem als erste weibliche Vorsitzende, die sie in der 1888 gegründeten Attendorner Kolpingsfamilie von 1990 bis 2019 übernommen hat. Auf der Urkunde steht ein Zitat des großen Sozialreformers: „Froh und glücklich machen, trösten und erfreuen, ist das Beste, was der Mensch auf dieser Welt ausrichten kann.“ Eigentlich ist dies auch die Maxime von Anja Goebel. Bereits als Jugendliche machte sie bei der Kolpingsfamilie Meggen mit, die sich an der kreisweiten Altkleidersammlung „Aktion Rumpelkammer“ beteiligte. Sonntags morgens half sie auch mit, die Rollstuhlfahrer des Altenheims in Meggen zur Kirche zu fahren, damit sie an hl. Messe teilnehmen konnten.

In Schmallenberg geboren und Gleierbrück aufgewachsen, zog Anja Goebel mit 23 Jahren in die Hansestadt. Hier lebt ihr Freund und spätere Ehemann Bernd Goebel. Im Gespräch mit unserer Zeitung erzählt Anja Goebel, dass in dieser Zeit die katholische Kirche der Hansestadt unter dem Motto „Augenblick mal“ die Jugendarbeit beleben wollte. Aus dieser Aktion entstanden Jugendgruppen, von denen Anja Goebel eine federführend übernahm. Nach einer gewissen Zeit entschlossen sich die Jugendgruppenleiter, einem Verband bei zu treten. Da die Stärke des Kolpingwerks die generationenübergreifende Arbeit ist, fiel die Wahl auf die Kolpingsfamilie Attendorn.

Familiengruppe gegründet

Anja Goebel begann in der Hansestadt im Jahre 1988 als Verwaltungsangestellte im focus-Wohnhaus am Nordwall 4, einem Haus für Menschen mit Behinderung. Hier ist sie bis heute beschäftigt. In der Kolpingsfamilie Attendorn war die Freude groß, als das Neumitglied Anja Goebel im Jahre 1990 bereit war, die Aufgabe der Schriftführerin zu übernehmen. Privat folgte 1993 die Heirat mit Bernd Goebel. Das war aber dann auch der Zeitpunkt, die Jugendgruppenleitung ab zu geben.

Ein neues Betätigungsfeld sah die Kolpingschwester jetzt im Bereich Ehe und Familie. Mit Hajo Stumpf gründete sie eine Familiengruppe, die mit Ausflügen am Sonntag, aber auch anderen Veranstaltungen ein breitgefächertes Jahresprogramm bot. Im Jahre 1994 kam Sohn Lukas und 1996 Tochter Laura zur Welt. Ihr Mann Bernd ließ sich im Jahre 1998 als Vorsitzender in die Pflicht nehmen. Fortan hielt Anja Goebel ihrem Ehepartner den Rücken frei und nahm bis 2005 nicht mehr an den Vorstandssitzungen teil. Ihr Mann übermittelte ihr die nötigen Informationen, so dass die Schriftführeraufgabe von zu Hause aus gut mitgemacht werden konnte.

Singen und Stricken

Gern erinnert sich die Kolpingschwester an die Tage der Orientierung in der Kolpingbildungsstätte Soest mit dem damaligen Diözesanpräses Josef Holtkotte. „Daran nahm unsere ganze Familie teil, wir konnten durchatmen und lernten tolle Kolpingschwestern und -brüder kennen“, resümiert Anja Goebel. Zur Geistlichen Leiterin geschult, war sie später auch mit dem Rüstzeug ausgestattet, um Kreuzweg- und Maiandachten sowie Kolping-Gottesdienste vor zu bereiten. Da es in der Attendorner Kolpingsfamilie schwierig war, einen Vorsitzenden zu finden, löste sie ihren Ehemann im Jahre 2010 ab. Dafür gab sie die Aufgabe der Schriftführung an Marcus Maiworm ab.

Es gab jetzt viel zu organisieren, denn es galt, das 125-jährige Bestehen im Jahre 2013 von langer Hand zu planen. Gern erinnerte sie sich an den Festgotttesdienst im Sauerländer Dom, den Weihbischof Grothe, Diözesanpräses Wiemers und Präses Epkenhans zelebrierten. Beim Festakt gratulierte auch Landrat Frank Beckehoff, der passend mit einer orangefarbenen Krawatte die Feier besuchte. Orange ist bekanntlich die Kolpingfarbe. 2016 ging sie einen Schritt zurück. Marcus Maiworm übernahm den Vorsitz und Anja Goebel unterstützte ihn als stellvertretende Vorsitzende und übernahm wieder die Schriftführeraufgabe. Doch die gezeigte Kontinuität hat auch Grenzen.

Am 30. März dieses Jahres stellte sie sich in der Mitgliederversammlung nicht mehr zur Wahl. Jetzt bleiben noch das Singen im Josefschor und mit dem Stricken ein weiteres Steckenpferd. Ihre abschließende Feststellung: „Jetzt kann ich endlich meine freie Zeit genießen.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben