Kino

Kleine Filmstars in Attendorn auf großer Leinwand

Ein Bild aus dem Film: Die zehn Jugendlichen haben "Das Projekt" gemeinsam mit dem Attendorner Filmemacher Jan Backhaus inszeniert.

Ein Bild aus dem Film: Die zehn Jugendlichen haben "Das Projekt" gemeinsam mit dem Attendorner Filmemacher Jan Backhaus inszeniert.

Foto: Jan Backhaus

Attendorn.  Video-Workshop „Halt mal die (Film-)Klappe“ mit dem Attendorner Filmemacher Jan Backhaus findet seinen Abschluss im Attendorner Kino.

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Seit Donnerstagabend sind Rosa Sonntag und Justus Garcia-Martin kleine Filmstars. Zumindest in der Hansestadt. Die beiden 13-jährigen Gymnasiasten liefen im Attendorner JAC-Kino nämlich – gemeinsam mit weiteren Jugendlichen – über die große Leinwand. Vor reichlich Publikum. Es muss sich für die beiden ein wenig wie in Hollywood angefühlt haben.

Die Entstehung

Nun ja, soweit sind das junge Mädchen aus Lennestadt und der Rivius-Schüler aus Attendorn natürlich (noch) nicht. Trotzdem haben sie ihre ersten Filmerfahrungen im Rahmen des Video-Workshops „Halt mal die (Film-)Klappe“ mit dem Attendorner Filmemacher Jan Backhaus machen dürfen. Sie haben einen eigenen, 30-minütigen Film mit dem Namen „Das Projekt“ gedreht. „So etwas wollte ich schon lange machen. Eines Tages möchte ich Regisseurin werden. Deswegen war dieser Kurs total super“, frohlockte Rosa Sonntag, die das Gymnasium Maria Königin besucht. Und Justus Garcia-Martin ergänzte: „Ich stand in der vierten Klasse das erste Mal auf der Theaterbühne. Das hat mich damals schon sehr fasziniert.“

Ein halbes Jahr lang trafen sich die jungen Protagonisten wöchentlich, um aus dem Nichts heraus eine Story zu entwickeln. Dabei standen die Jugendlich sowohl vor als auch hinter der Kamera und lernten die Grundlagen und Arbeitsschritte der Filmproduktion kennen. „Zu sehen, wie ein Film entsteht und geschnitten wird, ist beeindruckend. Zudem haben wir eine komplett andere Rolle als im wahren Leben eingenommen“, strahlte Justus Garcia-Martin und Rosa Sonntag befand: „Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, allerdings habe ich auch gemerkt, wie anspruchsvoll die Arbeit ist und wie viele Ideen man braucht.“ Vorgaben hatte Jan Backhaus keine gemacht, weder beim Inhalt noch bei der Machart. „Nicht einmal, ob die Geschichte fiktional oder rein künstlerisch wird“, erklärt der Attendorner, der in Köln Mediale Künste studiert hat und in der Hansestadt als freischaffender Filmemacher arbeitet.

Der Inhalt

Rumgekommen bei dem Projekt ist eine Mystery-Komödie. Der Inhalt lässt sich so beschreiben: Eine Schülergruppe sitzt, mit der Aufgabe, einen Song zu schreiben, frustriert im Proberaum, als einer von ihnen mit dem Schlüssel des Hausmeisters auftaucht. Daraufhin gelangen die Kids auf den Dachboden der Schule, wo sie ungewollt eine Schleuse in eine merkwürdige Parallelwelt entdecken. Einer von ihnen verschwindet darin und die anderen beschließen, ihm zu folgen, um ihn daraus zu holen. Nacheinander betreten alle die unheimliche Fantasiewelt, ohne zu wissen, was sie erwartet bzw. was von ihnen erwartet wird. Am Ende der Odyssee haben die jungen Musiker als Gruppe zueinander gefunden. Ob sie auch die Realität wieder gefunden haben, bleibt offen.

Die Herausforderungen

Der Film jongliert zwischen Realität und der Traumwelt. Jan Backhaus erklärt: „So wie im wahren Leben durchlebt man Krisenzeiten, in denen man sich orientierungslos und perspektivlos fühlt, eingeengt und unfrei. Die einen sind unsicher und haben Angst vor Neuem, die anderen machen einfach drauf los, sind abenteuerlustig und offen. Neugierde und Lust auf Verbotenes spielt eine Rolle, wenn es darum geht, neue Welten zu entdecken.“ Genau diesen Ansatz haben die jungen Protagonisten, die sich vorher übrigens nicht kannten, perfekt umgesetzt.

„Für mich war das auch ein Experiment und ich habe gelernt: es ist möglich“, sagt Backhaus und plaudert aus dem Nähkästchen: „Wir hatten so viele Ideen, mussten uns von vielen wieder trennen, entweder aufgrund der Gegebenheiten oder zugunsten der Story, die wir größtenteils von Treffen zu Treffen weiter gesponnen haben. Das haben die Jungs und Mädels super gemacht.“

Bei den Schaulustigen im Kino kam der Film am Donnerstag sehr gut an. „Die Premiere war toll. Es waren so viele Besucher da, dass wir in einen größeren Saal umziehen mussten. Der Film wurde sehr gut angenommen, es wurde an den richtigen Stellen gelacht und dazwischen herrschte gebannte Stille“, freute sich Bachhaus. Freude herrschte dann auch bei Rosa Sonntag und Justus Garcia-Martin vor.

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