Gartentipps

Gartenserie: Essigbaum kann ganz schön lästig werden

Der Essigbaum stammt aus Nordamerika. Die Früchte sind essbar und sollen leicht säuerlich nach Essig schmecken.

Der Essigbaum stammt aus Nordamerika. Die Früchte sind essbar und sollen leicht säuerlich nach Essig schmecken.

Foto: Thomas Kramer / Garten Kramer

Kreis Olpe.  Den Essigbaum sollten Sie durch eine Wurzelsperre in Zaum halten, rät Gartenexperte Thomas Kramer. Sonst wird das Gewächs lästig.

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Heute noch einmal etwas über einen robusten Kerl, der sich gerne breit macht und am liebsten die Herrschaft über den Garten übernehmen würde. In der letzten Woche habe ich über Bambus und die Notwendigkeit einer Rhizomsperre geschrieben. Beim Rhus typhina, dem Essigbaum, sind Sie ebenfalls gut beraten, wenn Sie ihn auch durch eine Wurzelsperre in Zaum halten, denn sonst kann er recht lästig werden.

Dabei finde ich ihn wirklich schön, besonders natürlich jetzt im Herbst, wenn seine Blätter ihr prächtiges Farbenspiel zeigen. Ich kenne auch schöne alte Exemplare, die mehrstämmig sind und eine schirmförmige Krone haben. Das wirklich blöde am Essigbaum ist die Tatsache, dass er weite Wurzelausläufer bildet, die durchaus sechs bis zehn Meter lang sein können. Aus diesen dicht verzweigten Wurzelausläufern bilden sich Wurzelschösslinge, die nach oben wachsen. Auf diese Weise können so rund um die Mutterpflanze durchaus 25 bis 30 neue Pflanzen entstehen und das kann dann schon mal ein bisschen zu viel des Guten sein.

Neue Triebe mit Spaten abstechen

Die neuen Triebe mit einem Spaten abzustechen ist das Einzige, das man machen kann. Das ist allerdings ein dauerhafter Prozess, denn die Schösslinge wachsen an einer anderen Stelle wieder nach und müssen somit permanent entfernt werden. Wer den Baum mitten in einer Rasenfläche hat, der kann von Glück reden, denn da fallen die neuen Triebe dem Rasenmäher zum Opfer. Also bleibt nichts anderes übrig, als ein Loch mit einem Durchmesser von zwei bis drei Metern zu graben, die Ränder mit einer Rhizomsperre zu verkleiden, diese mit einer Klemmschiene zu befestigen, Boden einzufüllen und einen Essigbaum darin zu pflanzen.

Beachtet man diese Vorgehensweise, haben Sie einen schönen Großstrauch in Ihrem Garten der Ihnen viel Freude macht. Der Essigbaum ist unkompliziert, stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden, kommt sehr gut mit der Sonne klar und verträgt auch das Klima in der Stadt. Zunächst wächst der Essigbaum schnell, hat er aber eine Höhe von vier bis fünf Metern erreicht, stagniert praktisch sein Wachstum. Deshalb brauch man auch nicht viel an ihm zu schneiden, obwohl er das gut verträgt.

Wo der Essigbaum herkommt

Wie kommt man jetzt aber bei Rhus typhina auf den deutschen Namen Essigbaum? Das liegt an den roten, kolbenartigen Früchten die auffällig den ganzen Winter über an den Pflanzen zu sehen sind. Diese Früchte sind essbar und sollen leicht säuerlich nach Essig schmecken. Probiert habe ich das noch nie.

Ursprünglich kommt der Essigbaum aus Nordamerika und kam schon im 17. Jahrhundert nach Europa. Er ist frosthart und durch seine robuste Natur konnte er sich in vielen Ländern ansiedeln. Seine Früchte werden heute noch gerne im mittleren Osten getrocknet und mit anderen Zutaten zu Gewürzen verarbeitet. Auch werden einige Pflanzenteile in der Medizin verwendet.

Wer das schon immer wusste, waren die alten Indianer Nordamerikas. Sie machten aus der Rinde der Pflanzen eine Paste, die dann der Kriegsbemalung diente. Auch machten sie aus einer Mischung aus Früchten und Wasser ein leicht säuerliches Getränk, dass heute noch „Indian-Lemonade“ genannt wird. Das genaue Rezept kenne ich nicht, aber vielleicht können uns ja die Indianer aus Elspe in dieser Hinsicht helfen und uns das Geheimnis verraten. Blutsbrüder sind eben Blutsbrüder und: Wer weiß?

Im Moment entstehen durch den Borkenkäfer in den Wäldern viele freie Flächen. Vielleicht werden ja die um Elspe herum zukünftig mit Essigbäumen bepflanzt und es gibt dann in der Pause „Elsper-Indien-Lemonade“. Allein für die Idee bekomme ich bestimmt eine Flasche gratis.


Viel Spaß beim Gärtnern wünscht Ihnen Ihr Thomas Kramer

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