Digitalisierung

Grundschule in Olpe bringt Schülern das Programmieren bei

Klassenraum voller Technik: Anke Olberts und Kerstin Quast (von links) mit der Programmier AG der Gallenberg Schule in Olpe.

Klassenraum voller Technik: Anke Olberts und Kerstin Quast (von links) mit der Programmier AG der Gallenberg Schule in Olpe.

Foto: Viktor Dobek

Olpe.   Die Grundschulkinder lernen mit Ipads und spezieller Software das Programmieren. Auch der sichere Umgang mit neuen Medien spielt eine Rolle.

In der einen Hand das Tablet, in der anderen ein Legostein. Was sich nach einem perfekten freien Nachmittag für einen Grundschüler anhört, steht in der Gallenberg Schule auf dem Stundenplan: Programmier-AG – quasi Informatik für die Kleinsten. Die Kinder lernen mithilfe von Ipads und der Software Lego Education WeDo 2.0 das Programmieren. Und nebenbei wird ihnen gleich ein verantwortungsbewusster und sicherer Umgang mit neuen Medien beigebracht.

Angebot ziemlich gefragt

„Bei den Kindern ist Lego Education jetzt schon der Renner“, sagt Schulleiterin Anke Olberts. Die Programmier-AG gibt es erst seit Februar dieses Jahres. Sie findet im Rahmen der MINT-Förderung statt. Trotzdem ist das Angebot bei den Kleinen schon ziemlich gefragt, wie auch die Teilnehmerzahlen zeigen: „Obwohl die Beteiligung freiwillig ist, machen insgesamt 17 Schülerinnen und Schüler mit“, sagt die stellvertretende Direktorin und Leiterin der Arbeitsgemeinschaft, Kerstin Quast. Für sie wird das Programmieren innerhalb der Gesellschaft auch immer wichtiger: „Es gehört heutzutage zur Kulturtechnik. Die Kinder sollen es lernen, um erfolgreicher in den Beruf starten zu können.“

Gesagt getan: Hochkonzentriert arbeiten die Grundschüler an ihren Lego-Modellen und an den Tablets. Kerstin Quast habe das zu Beginn gar nicht für möglich gehalten: „Am Anfang dachten wir, dass die Kinder sich etwas länger mit den Arbeiten beschäftigen werden.“ Doch die Kleinen haben sie eines Besseren belehrt: „Sie bauen nicht nur schnell, sondern entwickeln auch neue Sachen, abseits von den Plänen, die ihnen die Software vorgibt.“

So entstehen innerhalb der 45-minütigen AG modifizierte Windräder, Roboter oder Ventilatoren aus Lego: „Den Ventilator haben die Kinder dann ohne die Pläne modifiziert. Sie haben Sensoren eingebaut, die den Rotor stoppen, wenn sich die Finger nähern“, erklärt Quast und fügt hinzu: „Es ist nicht mehr nur ‘Knöpfe drücken’. Die Schüler entwickeln eine räumliche Vorstellung und lernen mit Hilfe der Baukästen und der Ipads die Prozesse dazwischen kennen.“

Die Visualisierung dieser Zwischenschritte sei dabei für die Kindern besonders förderlich. Die Lego-Software sei nur ein Baustein der Medienerziehung innerhalb der Schule, so Kerstin Quast: „Wir nutzen die Ipads auch für einen Internetführerschein“, denn das World Wide Web sei eben nicht nur „wischen und klicken“.

Den Grundschüler wird gezeigt, welche Risiken sich im Netz verbergen: „Das fängt schon bei der Wahl eines Nicknames an. Die Kinder würden ihren echten Namen nutzen. Man merkt, dass sie dazu neigen, unglaublich viel von sich preis zu geben“ sagt die stellvertretende Schulleiterin. Zum Internetführerschein gehöre auch das richtige Suchen von Inhalten: „Die Teilnehmer lernen, wie sie mit Stichworten suchen.“

Verknüpfung von Bekanntem

Außer in der Programmier-AG, werden Ipad und Software auch in der Offenen Ganzstagschule (OGS) am Gallenberg genutzt. Ulrich Kroes, Pädagogischer Mitarbeiter der OGS, steht den Schülern dort hilfreich zur Seite, auch wenn es nur selten Fragen gibt: „Die Kinder arbeiten größtenteils eigenverantwortlich. Die ganze Software ist spielerisch und selbsterklärend aufgebaut. Die Bauanleitung kennen sie ja von Zuhause.“

Gerade diese Verknüpfung zwischen Bekanntem und schulischen Inhalten sei Bestandteil des Lernangebots der Ganzstagsbetreuung, so Kroes. Die Erwachsenen sind zufrieden. Doch was sagen die, an die sich das Angebot hauptsächlich richtet? „Mir macht es Spaß, dass jeder Sachen bauen und neu erfinden kann“, sagt der achtjährige Jospeh. Jana (6) gefällt hingegen nicht nur das Bauen: „Mir gefällt, dass man das, was man gebaut hat, auch programmieren kann.“

Das Projekt rund um die Ipads und Lego Education in der Programmier-AG sowie in der OGS wurde zu 65 Prozent durch das EU Leader Programm getragen, erklärt Natascha Kempf-Dornseifer, Regionalmanagerin der Leader-Region Biggeland. Die restlichen 35 Prozent seien von der Stadt Olpe übernommen worden. Ingesamt habe die Realisierung des Projektes ungefähr 35.000 Euro gekostet. Kempf-Dornseifer hält die Förderung dieses Projekts für wichtig: „Das Programmieren müsste Teil des regulären Unterrichts sein.“ In der Gallenberg Schule steht es zumindest im Stundenplan.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben