Landwirtschaft

Dankeschön-Anhänger aus Olpe erobert Norddeutschland

Der Dankeschön-Anhänger der Landwirte aus dem Kreis Olpe ist derzeit in Norddeutschland unterwegs, in Dornumersiel wurde er in der Nordsee „getauft“.  

Der Dankeschön-Anhänger der Landwirte aus dem Kreis Olpe ist derzeit in Norddeutschland unterwegs, in Dornumersiel wurde er in der Nordsee „getauft“.  

Foto: Privat / WP

Kreis Olpe.  Das Dankeschön-Projekt der heimischen Landwirte geht voll auf. Der bunte Anhänger ist überall ein echter Star.

Jedes Jahr werden in der Werbebranche die erfolgreichsten Kampagnen prämiert. Einen Preis verdient hätten auf jeden Fall die heimischen Landwirte, die Anfang Mai einen bunten Traktoranhänger auf eine Dankeschön-Tour durch die Republik schickten. Nach mittlerweile mehr als 4000 Kilometern durch die nördlichen Gefilde steht jetzt schon fest: Das ungewöhnliche Projekt ist ein Riesenerfolg. Überall, wo der Hänger auftaucht, wird er zum Star und die Landwirte reißen sich förmlich darum, den Anhänger an ihren Schlepper anzukuppeln und durch ihre Heimatgemeinden, -kreise und -städte zu ziehen.

Start am 4. Mai

Nach dem Start auf dem Hof Siele in Olpe am 4. Mai wurde zunächst Westfalen-Lippe abgegrast, bevor der Hänger zurück in den Kreis Olpe kam, weil ihm in Attendorn noch ein GPS-Tracker eingepflanzt wurde.

Im Ihnetal dann die erste Schrecksekunde. Der Hänger stand vor einem Hofladen. Die Inhaberin verließ das Gelände kurzzeitig, nahm aber das Bord- bzw. Gästebuch mit. Als sie zurückkam, war der Hänger weg. Kurze Zeit später schellte bei Birgit Lorenz in Lennestadt-Hespecke, die die Aktion zusammen mit Ehemann Holger, Steffen Schlabach und Bernd Eichert aus Wenden organisiert hatte, zweimal das Telefon. „Die Hofladen-Dame sagte: Der Hänger ist weg. Und der Landwirt aus Bergneustadt, der den Hänger abgeholt hatte, meldete: Das Gästebuch ist weg.“ Bis auf eine Reifenpanne irgendwo im Niedersachsen gab es keinerlei Schrecksekunden mehr.

Deichfahrt mit Musik

Die hatten wahrscheinlich die Touristen und Bürger in Dangast am Jadebusen an der ostfriesischen Nordseeküste. Birgit Lorenz: „Die Friesen sind total gestört, die sind mit dem Hänger mit Musik und mehreren Treckern längst den Deich gezuckelt. Ich hatte denen gesagt, es wäre schön, wenn der Hänger auch Nordseewasser an die Felgen bekäme“. Kurze Zeit später erreichte Birgit Lorenz das Beweisfoto für den Vollzug vom Strand in Dornumersiel. Seit einigen Wochen ist der bunte Anhänger mit der bunten Dankeschön-Dekoration kreuz und quer durch Niedersachsen unterwegs. „Es geht uns darum, den Verbrauchern für ihre Unterstützung zu danken“, erinnert Birgit Lorenz an Sinn und Zweck der Aktion. Denn in der Coronazeit verbuchten die Hofläden und landwirtschaftlichen Selbstvermarkter bei ihren regionalen Produkten ein Umsatzplus von etwa 30 Prozent. „Die Leute sind misstrauischer geworden, sie gucken genauer hin, was sie essen und kaufen“, so Birgit Lorenz.

Erlös für guten Zweck

Nicht so ganz nebenbei ist auf der Hängerplane die Spendenkontonummer der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ aufgedruckt. Bei den Hofläden oder Futtermittelherstellern, wo der Hänger als Hingucker posiert, sponsern diese die flankierende Aktion. So kamen für den guten Zweck bereits mehr als 8.000 Euro zusammen.

„Wir wussten anfangs ja selbst nicht, wie es laufen wird“, sagt Birgit Lorenz. Ob sich zum Beispiel wie geplant alle 25 Kilometer ein Landwirt findet, der den Hänger übernimmt und weiter zieht. Doch dies ist kein Problem, immer steht die nächste Zugmaschine am Übergabepunkt bereit. „Ein Bauer ist sogar 150 Kilometer an einem Tag mit dem Hänger gefahren“, so Birgit Lorenz. Die geschätzte Gesamtstrecke von 4.000 Kilometer, die das Gefährt bis Ende des Jahres zurücklegen sollte, ist schon jetzt um 500 Kilometer übertroffen.

Viele Aktionen

Überall, wo der Hänger steht, organisieren die Bauern oder Hofläden öffentlichkeitswirksame Aktionen. In Bodenverder im Kreis Holzminden, der Heimat des berühmten Lügenbarons, wurde der Dankeschön-Hänger vom Freiherr von Münchhausen persönlich und dem Bürgermeister begrüßt. Wann der Hänger in den Kreis zurückkehren wird, ist angesichts des großen Interesses völlig ungewiss. Birgit Lorenz: „Die Bayern wollten schon selber einen bauen.“ Denn, bis der Zweiachser den Weißwurstäquator, also den Main, Richtung Süden überqueren wird, wird es noch einige Zeit dauern.

Die Spendenkonto-Nummer für „Ärzte ohne Grenzen“ lautet: IBAN: 72 3702 0500 0009 7097 00, BIC: BFSWDE33XXX, Verwendungszweck: „Bauern sagen Danke“.

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