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Corona im Kreis Olpe: Mitarbeiterin aus Altenheim infiziert

Foto: Sven Hoppe/dpa

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Kreis Olpe.  Mitarbeiterin des Seniorenheims ist schon seit einer Woche zuhause. Mittlerweile gibt es 93 bestätigte Fälle des Coronavirus im Kreis Olpe.

Die zunehmende Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hat weitreichende Auswirkungen auf das Leben im Kreis Olpe. In unserem Newsblog informieren wir laufend über aktuelle Entwicklungen, neue Fälle, abgesagte Veranstaltungen und die Folgen des Virus für Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft.

Sonntag, 29. März:

Am Freitagabend erhielt das Gesundheitsamt des Kreises Olpe die Nachricht, dass eine Mitarbeiterin des Seniorenhauses Gerberweg in Olpe positiv auf das Corona-Virus getestet wurde. Die betroffene Mitarbeiterin ist bereits seit einer Woche nicht mehr im entsprechenden Wohnbereich zum Dienst gewesen. Das Gesundheitsamt und die Heimaufsicht des Kreises haben gemeinsam mit der Leitung des Caritas-Zentrums ein Verfahren abgestimmt, um eine Ausbreitung des Virus in dem Seniorenhaus zu verhindern. Dazu ermittelt die Einrichtung unter den Bewohnern und Mitarbeitern jene Personen, die mit der infizierten Mitarbeiterin direkten Kontakt hatten. Von diesen Personen werden Abstriche genommen und im Labor untersucht, um abzuklären, ob sich das Virus möglicherweise im Haus verbreitet hat. Zentrumsleiter Heiko Bösing betont, dass weder bei Bewohnern noch beim im Einsatz befindlichen Personal grippeähnliche Symptome, die auf eine Viruserkrankung hindeuten könnten, festgestellt wurden. Die Einrichtung setzt wie generell im Kreis Olpe hohe Hygienestandards um, hat seit über einer Woche ein radikales Besucherverbot verhängt und führt genaue Nachweise, wer die Einrichtung betritt.

Sonntag, 29. März:

In Zeiten von Corona ist das kirchliche Leben in der gewohnten Weise nicht möglich. Deshalb sucht der Pastoralverbund Attendorn nach neuen Möglichkeiten, wie der Glaube unter diesen Umständen geteilt werden kann. Die Pfarrnachrichten, die üblicherweise in den Kirchen ausliegen und die Gläubigen über die Gottesdienste und Aktuelles unterrichten, sind durch ein Faltblatt ersetzt. Das kann man auch auf der Internetseite des Pastoralverbundes Attendorn (attendorn-katholisch.de) abrufen – und vielleicht sogar dem nicht so mit moderner Technik vertrauten Nachbarn in den Briefkasten werfen. Hier setzen die Priester und Gemeindereferentinnen auf die Initiative der Gläubigen. Zudem betonen sie, dass sie und auch das Pastoralverbundsbüro weiter ganz klassisch per Telefon zu erreichen sind.

Neben der täglichen Messfeier der Priester, die aus verständlichen Gründen nicht öffentlich stattfinden kann, laden die Glocken der katholischen Kirchen einträchtig mit den Glocken der evangelischen Kirche täglich um 19.30 Uhr zum Innehalten ein. Per Telegram-Kanal werden zeitgleich Gebetsanregungen versendet. Daneben können unter gebet@attendorn-katholisch.de Gebetsanliegen geteilt werden. Einmal wöchentlich erscheint zur Zeit unter dem Motto “Attendorner Impulse” ein Video bei Youtube. „Auf dem Videoportal arbeiten wir aktuell auch an der Möglichkeit von Livestreams, beispielsweise der Gottesdienste oder vielleicht sogar des Semmelsegen.“ kündet Vikar Sascha Heinrich an. „Es soll auf diesem Weg auch Angebote für die Erstkommunionkinder und Firmbewerber geben“.

Der Instagram-Kanal wird in den nächsten Tagen immer mal wieder mit Inhalten für dortigen Abonnenten bespielt. Digitale Beiträge der Messdienerleiterrunde von St. Johannes Baptist gibt es bereits dort.

Freitag, 27. März: Kostenloser Kaffee für „Helden des Alltags“

Nette Geste: Die Mitarbeitenden der Caritas-Station Finnentrop bekommen seit einigen Tagen in der Aral-Tankstelle Friedrich in Bamenohl kostenlos einen heißen Kaffee. Das Tankstellenteam will sich so bei allen „Helden des Alltags“ in der aktuellen Situation bedanken. Für die Pflegekräfte ist diese Geste nicht nur ein leckeres Getränk, sondern zeigt auch die Wertschätzung ihres Berufs.

Freitag, 27. März: AOK stundet Sozialversicherungsbeiträge

Die AOK Nordwest und die DAK bietet Arbeitgebern, Selbstständigen und Kleinunternehmern im Kreis Olpe die unbürokratische Stundung ihrer Sozialversicherungsbeiträge an. „Wir möchten allen Unternehmen, die durch die Corona-Krise in eine wirtschaftliche Schieflage geraten sind, jetzt nicht allein lassen und ihnen schnell und unbürokratisch helfen“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Dirk Schneider.

DAK-Gesundheit bietet an, die Beiträge zu reduzieren. Das ist für alle Selbstständigen möglich, die noch nicht in der niedrigsten Beitragsstufe eingestuft sind. Auch hierfür reicht ein formloser Antrag. „Alle Informationen zur Stundung von Beiträgen gibt es auf unserer Homepage unter www.dak.de/beitragsstundung.“

Freitag, 27. März: Ruhrverband warnt vor zuviel Fremdpapier im Abwasser

Der Mangel an Klopapier kann dazu verleiten, zu Alternativen wie Küchenpapier, Papiertaschentüchern oder feuchten Hygienetüchern zu greifen und diese nach Benutzung über die Toilette zu entsorgen. Anders als herkömmliches Toilettenpapier lösen sich diese Tücher jedoch im Abwasser nicht auf, sondern verknoten sich in der Kanalisation zu meterlangen Zöpfen, die schlussendlich die Pumpwerke des Ruhrverbands lahmlegen. Darauf weist der Ruhrverband hin.

Donnerstag, 26. März: Zahl der Infizierten im Kreis Olpe steigt auf 85 Personen

Mittlerweile wurde das Virus bei 85 Personen im Kreis Olpe nachgewiesen. „Im Übrigen sind die langen Wartezeiten, bis das Ergebnis vorliegt, für alle Beteiligten höchst unbefriedigend“, erklärt Theo Melcher, der Leiter des Corona-Krisenstabes. „Ich habe vollstes Verständnis für den Unmut der Betroffenen.“Ansonsten hat sich die Situation etwas entspannt. Wenn der Hausarzt eine Testung beim Gesundheitsamt des Kreises veranlasst, kann der Abstrich zur Zeit spätestens am Folgetag genommen werden. Und Dank der zusätzlichen Laborkapazität ist aktuell 48 Stunden später geklärt, ob der Test positiv oder negativ war. Sobald das Testergebnis vorliegt, wird die getestete Person vom Gesundheitsamt telefonisch oder per SMS benachrichtigt. Am Bürgertelefon werden im Übrigen keine Testergebnisse mitgeteilt. Informationen rund um das Thema Corona-Virus erhalten Interessierte auf der Internet-Seite des Kreises Olpe www.kreis-olpe.de und am Bürgertelefon unter 02761/ 81200.

Donnerstag, 26. März: Firma Moss aus Lennestadt produziert Atemschutzmasken

Das Unternehmen Moss GmbH fertigt an ihren Standorten Altenhundem und Gerlingen Atemschutzmasken an, 1000 Stück pro Tag. Geschäftsführer Peter Bottenberg: „Uns geht es nicht um irgendeinen Gewinn, wir wollen einfach nur helfen. Die Schutzmasken bieten wir zum Selbstkostenpreis an.“ Statt Kurzarbeit und Frustration blickten auch seine Mitarbeiter jetzt wieder viel optimistischer nach vorn, weil sie mit ihrem Können und Wissen aktiv dazu beitragen könnten, das Leben vieler Menschen besserer und sicherer zu machen.

Donnerstag, 26. März: Nummer 112 nur in dringenden Fällen wählen

Der Rettungsdienst des Kreises Olpe weist eindringlich darauf hin, dass die nicht leichtfertig gewählt werden sollte, sondern nur in wirklich dringenden Notfällen. Wegen der Ausbreitung des Corona-Virus fragt die Leitstelle die Anrufer derzeit auch, ob die hilfesuchende Person Symptome einer Corona-Erkrankung aufweist, bereits getestet wurde oder sich in Quarantäne befindet.

Sollte dies auch bei Angehörigen oder sonstigen Personen, die dem Einsatz beiwohnen, der Fall sein, erbittet der Rettungsdienst sofort beim Eintreffen einen entsprechenden Hinweis. Diese Information ist wichtig für den Schutz der Einsatzkräfte und die damit verbundene Aufrechterhaltung des rettungsdienstlichen Systems.

Donnerstag, 26. März: Immer mehr Hilfsangebote in Lennestadt

In Lennestadt wird das Rathaus und die städtische Homepage (www.lennestadt.de) immer mehr zum Dreh- und Angelpunkt. Dort sind Kontaktinformationen bei häuslichen Notlagen aller Art, aber auch eine Vielzahl an ehrenamtlichen Angeboten, von der Hilfe beim Einkauf bis zur Unterstützung beim Postversand gelistet.

Die komplette Liste, die täglich aktualisiert wird, gibt es auf der Startseite der Homepage unter „Aktuelle Informationen“ und dann unter „Hilfen im Stadtgebiet: Unterstützungsangebote in Zeiten von Corona.“

Weitere Hilfsangebote sind ausdrücklich willkommen. Die Stadt bittet Gruppen oder Vereine diese per mail an s.gerken@lennestadt.de oder per Tel. an 02723/608237 zu melden. Bürgermeister Stefan Hundt: „Sie können Ihre örtlichen Angebote gerne bei uns melden – wir helfen mit, dass diese Angebote bekannt werden.“

Mittwoch, 25. März: Zehn neue Corona-Fälle im Kreisgebiet

Der Kreis Olpe meldet zehn weitere Infizierte, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Allein sechs Fälle kamen in Finnentrop hinzu (jetzt 15).

Gestiegen sind die Zahlen auch in Kirchhundem (+1, jetzt 8), Attendorn (+1, jetzt 5) und Lennestadt (+2, jetzt 5). Konstant blieben die Fallzahlen in Olpe (7), Drolshagen (4) und Wenden (1).

Zur Schwere der Erkrankungen machte der Kreis Olpe keine Angaben.

Mittwoch, 25. März: Grüne wollen Ältestenrat des Kreistags einberufen

Die Politik im Kreis Olpe soll trotz der Corona-Krise weiterlaufen – zumindest eingeschränkt. Das fordert die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Landrat Frank Beckhoff solle den Ältestenrat einberufen. „In anderen Kreistagen im Land ist dies mittlerweile geübte gute Praxis“, heißt es in einem Schreiben des Fraktionssprechers Fred Josef Jansen, das unserer Redaktion vorliegt.

Besprochen werden sollen nach der Anregung die Stärken und Schwächen der Kreisverwaltung im Umgang mit Corona, die Gefahr durch Messdienstleiter und Prüfdienste für Rauchwarnmelder, die weiterhin durch Haushalte touren sowie das Aussetzen der Kita-Beiträge.

Auch über die Situation im Frauenhaus Olpe solle gesprochen werden. Die Grünen rechnen durch großflächige Quarantäne-Maßnahmen mit steigenden Fallzahlen, so dass ein Aufnahmestopp drohe, denn viele Mitarbeiterinnen seien alleinerziehend und hätten keine Möglichkeiten, ihre Kinder betreuen zu lassen.

Mittwoch, 25. März: Glücksbilder sollen bei Senioren Freude stiften

Ostern steht vor der Tür. Doch gerade für viele Senioren in Wohn- und Altenheimen wird es dieses Mal kein Fest im Kreise der Familie sein. Daher wendet sich das DRK-Mehrgenerationenhaus mit einer Glücksbilder-Aktion besonders an die Kinder im Kreis Olpe.

„Euch ist langweilig? Eure Freunde zum Spielen könnt ihr derzeit auch nicht treffen? So geht es auch vielen älteren Menschen gerade in den Seniorenheimen. Auch sie bekommen keinen Besuch mehr und können auch keine Ausflüge mehr machen“, erklärt DRK-Quartiersentwicklerin Barbara Sander-Graetz. „Die Senioren würden sich über etwas Abwechslung freuen und dafür brauchen wir eure Hilfe.“

Die Kinder sollen ein Bild zum Thema Ostern malen. „Lasst eurer Kreativität freien Lauf“, ergänzt Yasemine Aydin, Ehrenamtskoordinatorin im DRK-Mehrgenerationenhaus. „Das Bild sollte ein bisschen Farbe und Aufmunterung denen schenken, die wegen Corona allein zu Hause oder in Altenheimen sitzen müssen.“ Allerdings sollte das Bild nicht größer als DIN A4 sein.

Das fertige Bild kann dann geschickt werden an: DRK-Mehrgenerationenhaus, Löherweg 9, 57462 Olpe. „Wir werden die Bilder zu Ostern an die Bewohner der Senioren- und Altenheime sowie an alleinstehende Menschen verteilen und ihnen damit ein wenig Freude zu Ostern bringen“, erklärt Silvia Gipperich vom DRK-Mehrgenerationenhaus. „Vergesst auch bitte nicht, euren Namen, Alter und Absender anzugeben.“

„Außerdem“, ergänzt Barbara Sander-Graetz, „werden wir alle Bilder fotografieren und am Ende der Aktion eine Collage erstellen. Diese wird dann, wenn alle wieder ihre Familien und Freunde treffen dürfen, ausgestellt werden. Dann kann jeder sehen, welche kleinen Künstler mit ihren Glücksbildern Licht in dieser besonderen Zeit verbreitet haben.“

Mittwoch, 25. März: Website für Lieferdienste in Wenden

Auch in Wenden haben viele Geschäftstreibende auf die Corona-bedingten Schließungen reagiert, indem sie Abhol- oder Lieferservices aufgebaut haben. Doch damit die neuen Angebote von den Kunden auch entdeckt werden, fehlte bislang die einheitliche Kommunikationsplattform.

Mit der neuen Website wenden-bringts.de soll sich das ändern: Dort sind alle Unternehmen gelistet, die ihre Waren zur Abholung bereitstellen oder sie bis vor die Haustür der Wendener Kunden liefern. Unter dem Reiter „Mitmachen“ können sich Unternehmen, die noch nicht aufgeführt sind, melden, damit sie kostenlos in die Liste aufgenommen werden.

„Wir hoffen so, der älteren Generation und den Kranken, die nicht einkaufen gehen können/dürfen in dieser Zeit zu helfen“, erklären der Verein für Dorfgemeinschaftsaufgaben Gerlingen und die Gemeinde Wenden.

Dienstag, 24. März: Kirche baut Online-Angebot weiter aus

Nach dem ersten Gottesdienst-Livestream am Sonntag in der St.-Agatha-Kirche in Altenhundem geht der Pastorale Raum Lennestadt weitere Schritte auf dem digitalen Weg: Das Online-Angebot wird durch eine Online-Andacht ausgeweitet. #Pray@home ist das Motto dieses Angebotes.

Täglich um 21 Uhr werden Gläubige zu einem Online-Abendgebet eingeladen. Über den YouTube-Kanal versammeln sich die Teilnehmer zwar gemeinsam, aber an unterschiedlichen Orten per Livestream zum Gebet.

„Auf diesem Weg können sie dem Herrn ihre Anliegen, Sorgen und Nöte vortragen, um ihn in die Not hineinzulassen, damit er jeden einzelnen trage und stärke durch sein Wort und seine Gegenwart und damit sich die Gläubigen gegenseitig im Gebet tragen und niemand allein sein muss“, erklärt Pfarrer Christoph Gundermann.

Dienstag, 24. März: Segel-Abenteurer stranden in Panama

Melanie Heinrich aus Rüblinghausen ist mit ihrem Mann Sascha ein ganz besonderes Abenteuer eingegangen: Mit dem Segelboot einmal die Welt umrunden. Von Heiligenhafen ging es über Holland, Belgien, Frankreich, England, Spanien, Portugal, Marokko und die Kanaren einmal über den Atlantik.

Doch in Panama ist jetzt vorerst Schluss. Das Ehepaar darf den Hafen nicht verlassen, weil die lokalen Behörden aus Sorge vor einer Ausbreitung des Coronavirus den Ausnahmezustand ausgerufen haben. Weitersegeln ist aber auch keine Option. Warum und wie es den Abenteurern in Panama ergeht, erzählen sie hier.

Dienstag, 24. März: 16 neue Infektionen im Kreisgebiet bestätigt

16 neue Corona-Fälle meldet der Kreis Olpe. Damit sind insgesamt inzwischen 35 Erkrankungen bestätigt. Einen schweren Krankheitsverlauf soll es in einem Fall geben, teilte Kreisdirektor Theo Melcher mit, der zugleich zu Kritik am Krisenmanagement des Kreises Stellung bezog.

Inzwischen sind alle Kommunen betroffen. Die meisten Fälle gibt es in Finnentrop (9), gefolgt von Olpe und Kirchhundem (beide 7), Attendorn und Drolshagen (beide 4), Lennestadt (3) und Wenden (1).

Dienstag, 24. März: Automobilzulieferer rutschen in die Krise

Die Produktionsunterbrechungen in der Automobilindustrie treffen zunehmend auch heimische Unternehmen. Nach Kirchhoff Automotive hat mit Mubea nun ein zweiter Zulieferer aus Attendorn angekündigt, einen Großteil seiner Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken.

Bereits im Februar musste das Unternehmen die Produktion in seinem Werk in China wegen der Coronavirus-Pandemie herunterfahren. Auch an den südeuropäischen Standorte sind schon seit längerem Kurzarbeitsregeln in Kraft.

Dienstag, 24. März: Waldbauern fürchten dritte Krise auf einmal

Von „apokalyptischen Zuständen“ sprechen manche Waldbauern im Kreis Olpe mit Blick auf den heimischen Forst. Nachdem die Borkenkäfer den Fichtenbestand in den vergangenen Monaten bereits massiv geschadet haben, brach mit der Ausbreitung des Coronavirus in China kürzlich ein wichtiger Absatzmarkt weg.

Jetzt droht die dritte Krise binnen kurzer Zeit: Die Waldbauern fürchten einen Einbruch der Baukonjunktur, womit auch der Holzabsatz in Deutschland massiv sinken würde.

„Bereits jetzt merken wir die Auswirkungen der Corona-Krise: Es wird weniger ausgeschrieben und geplante Maßnahmen von Gewerbe und Industrie werden auf unbestimmte Zeit verschoben“, erklärt Stephan Hundhausen, Obermeister der Bauinnung Westfalen-Süd. Er fordert schnelle Liquiditätshilfen für Bauunternehmen. „Außerdem ist es wichtig, dass besonders öffentliche Auftraggeber nun schnell Rechnungen bezahlen.“

Mit welchen Sorgen heimische Landwirte auf die Corona-Krise blicken, lesen Sie hier.

Dienstag, 24. März: Finnentrop setzt Einzug der OGS-Beiträge aus

In immer mehr Kommunen im Kreis Olpe kommt die Diskussion auf, ob Eltern die Beiträge für die Betreuung in Offenen Ganztagsschulen für den Zeitraum der Schulschließungen erstattet werden sollten.

Mit einer Pressemitteilung geht die Gemeinde Finnentrop nun in die Offensive. „Soweit das Angebot nicht wahrgenommen werden kann, entfällt nach Auffassung von Bürgermeister Dietmar Heß die Rechtsgrundlage zur Erhebung von Beiträgen“, teilt die Gemeinde mit. „Das bedeutet, dass für den Zeitraum keine Elternbeiträge zu entrichten sind.“

Praktisch werde das durch den Verzicht auf die Elternbeiträge zunächst für den Monat April (Einzug Ende April) erfolgen, kündigt die Gemeinde an. Da der Monat April auch die beitragspflichtigen Osterferien umfasst, sei damit das gekürzte Angebot im Monat März bereits berücksichtigt. Falls die Schulschließungen andauern, soll für den Monat Mai neu entschieden werden.

Die CDU-Fraktion hatte am Dienstagmorgen einen entsprechenden Antrag gestellt.

Zudem beantragt auch die CDU-Fraktion in Lennestadt, die OGS-Beiträge zu erstatten. „Wir möchten in dieser für viele Familien schwierigen Lage ein familienpolitisches Zeichen setzen“, begründet Fraktionsvorsitzender Gregor Schnütgen den Antrag. „Wir wollen eine Erstattung der Elternbeiträge für alle, die ihre Kinder wegen der Coronakrise nicht in die OGS schicken können. Es entstehen im Einzelfall durch unbezahlten Urlaub, Verringerung der Arbeitszeit oder die Einstellung von Betreuungspersonen finanzielle Einbußen.“

Profitieren sollen neben den Eltern mit Kindern an den OGS in Altenhundem und Meggen auch die Familien mit Schülern an den anderen Grundschulen, an denen eine Betreuung über die Unterrichtszeit hinaus angeboten wird.

Montag, 23. März: Eltern sollen OGS-Beiträge erstattet werden

Die Schulen sind wegen des Coronavirus über Wochen geschlossen. Trotzdem werden von den Eltern Gebühren für die OGS-Betreuung erhoben. Die CDU-Fraktion in Kirchhundem will das nun ändern.

„Es ist uns wichtig, Eltern und Kinder in dieser uns alle herausfordernden Zeit im Rahmen unserer Möglichkeiten zu unterstützen“, erklärte Fraktionschef Michael Färber. Die Beiträge sollten für den Zeitraum der Schließung erstattet werden.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die SPD-Kreistagsfraktion beantragt, die Kita-Gebühren ebenfalls zu erstatten.

Montag, 23. März: 160 Zuschauer bei ersten Online-Gottesdienst

Wenn die Menschen nicht mehr in die Kirche kommen können, kommt die Kirche eben zu den Menschen: Am Sonntag feierte Pfarrer Christoph Gundermann, Leiter des Pastoralen Raums Lennestadt, das erste Hochamt in der leeren St.-Agatha-Kirche in Altenhundem, das dank YouTube-Livestream in alle Welt übertragen wurde.

Mit der Premiere zeigte sich der Pfarrer zufrieden. 160 Zuschauer waren am Sonntagmorgen live dabei, bis Montagabend wurde die Videoaufzeichnung fast 1400 Mal aufgerufen.

Den gesamten Gottesdienst können Sie sich hier anschauen:

YouTube Heilige Messe Lennestadt Altenhundem

Montag, 23. März: Weiterer Corona-Fall in Kirchhundem

Im Kreis Olpe gibt es einen weiteren bestätigten Corona-Fall. In Kirchhundem wurde das Virus bei einem vierten Patienten erkannt, gab das Gesundheitsamt am frühen Abend bekannt. Damit steigt die Gesamtzahl im Kreis Olpe auf 19.

Die meisten bestätigten Infizierten gibt es damit weiterhin in Finnentrop (6). In Olpe sind ebenso wie in Kirchhundem vier Menschen betroffen. In Attendorn sind drei Fälle bekannt, in Drolshagen zwei. Noch keine positiven Befunde gibt es aus Lennestadt und Wenden.

Montag, 23. März: Täglich bis zu 120 Corona-Tests im Kreis Olpe möglich

Der Kreis Olpe hat eine zweite zentrale Abstrichstelle eingerichtet. An der Sauerlandhalle in Altenhundem wird Patienten, die vorher von ihrem Hausarzt bzw. dem Gesundheitsamt einen Termin erhalten haben, ein Abstrich entnommen. Dafür müssen sie noch nicht einmal aussteigen.

Geduld ist dann aber bei der Untersuchung der Proben gefordert. Bis zu sechs Tage wartet der Kreis inzwischen auf die Ergebnisse. Solange müssen die Patienten mit Corona-Verdacht vorsorglich in Quarantäne verbringen.

Montag, 23. März: Sparkasse stundet fällige Tilgungen für drei Monate

Die Sparkasse Mitten im Sauerland, in der auch die Sparkasse Finnentrop aufgegangen ist, reagiert auf die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie. Gewerbetreibenden, die wegen der Corona-Krise in eine finanzielle Schieflage geraten, werden fällige Tilgungsleistungen für drei Monate kostenfrei gestundet, teilt das Geldinstitut mit.

Insgesamt habe die Sparkasse bereits Anfang vergangener Woche ein Maßnahmenpaket mit einem Volumen von rund zehn Millionen Euro verabschiedet. „Wir sind intensiv mit unseren Kunden der gewerblichen Wirtschaft, des Handwerks und den Freiberuflern im Austausch, nehmen die Anträge auf und bereiten die nächsten Schritte zur Beantragung der KfW-/NRW-Bank-Mittel vor“, erklärt Sparkassen-Vorstand Peter Schulte. Die Sachbearbeitung für dieses Feld werde personell aufgestockt.

„Die am Wochenende verabschiedete Maßnahme des Bundes, Mittel der KfW mit bis zu 90 Prozent Haftungsfreistellung auszustatten, begrüßen wir ausdrücklich“, so Peter Schulte weiter. „Aktuell warten wir dringend noch auf Zuschuss-Programme für Kleinstunternehmen und sogenannte Solo-Selbständige, da es für viele Kunden in dieser Situation einfach nicht ausreicht, ,nur’ Liquiditätshilfedarlehen zu erhalten.“

Montag, 23. März: Wendens Bürgermeister freut sich über „Sinneswandel“

In der vergangenen Woche hatte Wendens Bürgermeister Bernd Clemens scharf kritisiert, dass sich Jugendliche weiterhin in großen Gruppen in der Öffentlichkeit treffen – und so zur weiteren Ausbreitung des Coronavirus beitragen.

Nach diesem Wochenende erkennt er einen „Sinneswandel“: „Das Verhalten hat sich sehr geändert. Das sieht jetzt sehr gut aus“, lobte er seine Bürger.

Durch das neue Kontaktverbot sind Ansammlungen von mehr als zwei Menschen inzwischen ohnehin verboten. Wie der Kreis Olpe und die sieben Städte und Gemeinden dieses Verbot durchsetzen wollen, beschreiben sie in diesem Artikel.

Montag, 23. März: Olper Brennerei verkauft Alkohol an Apotheken

Die Kornbrennerei J.J. Kemper aus Olpe verkauft derzeit Alkohol an Apotheken und an Privatpersonen. Grund ist die hohe Nachfrage für Desinfektionsmittel wegen des Coronavirus. „Die Menschen nehmen unser Angebot gut an“, erklärt Inhaber Albert Arens im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wir haben auch schon Glasflaschen verkauft, weil die Apotheker einfach keine Flaschen mehr für Desinfektionsmittel bekommen haben.“

Die Apotheker bekommen den reinen Alkohol (96,3 Prozent) in Liter-Flachen vergünstigt verkauft. Privatleute können den reinen Alkohol für 29,95 Euro (Liter-Flasche) oder den 80-prozentigen Obstler (17,50 Euro für 0,35 Liter) erwerben. Die 0,5-Liter-Flaschen sind bereits ausverkauft.

„Es kommt nicht auf den Alkohol an, sondern auf die Alkoholprozente“, erklärt Arens. „Verdünnt lässt sich der Obstler sogar trinken.“

Montag, 23. März: Rezeptausgabe über die Notdienst-Klappe

Unnötige Sozialkontakte verhindern möchten die Praxis am Imberg und die Schwanenpraxis in Olpe. Patienten, die Rezepte oder Überweisungen abholen möchten, erhalten diese daher nicht mehr in der Praxis, sondern in der leerstehenden Schwanenapotheke an der Westfälischen Straße – über den Nachtdienstschalter.

„Es hat wirklich gut geklappt“, bilanziert Hausarzt Jan Goebel. Vor der Apotheke hatten sich lange Schlangen gebildet – auch weil die Patienten penibel auf einen Mindestabstand von zwei Metern gegenüber dem Vordermann achteten.

Montag, 23. März: Lennestadt will heimisches Handwerk stützen

Die Stadtverwaltung in Lennestadt will in der Coronazeit aus der Not eine Tugend machen, um vor allem das heimische Handwerk zu unterstützen. „Wir arbeiten zum Beispiel im Hoch- und Tiefbau mit Hochdruck daran, die öffentlichen Aufträge auf den Weg zu bringen“, so Bürgermeister Stefan Hundt.

Man wisse genau, wie sehr Corona Einfluss auf die Auftragsbücher der Handwerker und Dienstleister genommen habe. Viele Handwerker könnten derzeit nicht arbeiten, weil der Zutritt zum Einsatzort nicht mehr möglich ist. Viele Kunden seien vorsichtig geworden und ließen keine Handwerker mehr zu Hause arbeiten.

„Deshalb wollen wir Arbeiten in Schulgebäuden, die derzeit nicht genutzt werden, jetzt intensivieren.“ Deshalb zieht die Stadt zum Beispiel die Sanierung der Toiletten in der Grundschule Saalhausen, die eigentlich erst für die Sommerferien geplant war, vor.

Montag, 23. März: VWS stellt die meisten Buslinien ein

Die Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd (VWS) haben ihre Ankündigung von Freitag umgesetzt und einen Notfahrplan für Busse in den Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein veröffentlicht. Demnach wird der Betrieb im Kreis Olpe auf allen Linien eingestellt – mit drei Ausnahmen.

Der R 50 von Wenden über Altenhof und Girkhausen nach Kreuztal verkehrt von 4.30 bis 20 Uhr in beide Richtungen jeweils im Ein-Stunden-Takt.

Der R 51 fährt im selben Rhythmus – ebenfalls in beiden Richtungen von Olpe über Friedrichsthal, Saßmicke, Gerlingen, Möllmicke, Wenden, Ottfingen, und Hünsborn nach Siegen. Erste Abfahrt in Olpe ist um 4.31 Uhr, die letzte um 19.31 Uhr. Der letzte Bus aus Siegen trifft um 20.59 Uhr am ZOB in Olpe an.

Ebenfalls in Betrieb bleibt der R 53, der zwischen 4.30 und 20.30 Uhr ebenfalls 16 Mal am Tag von Siegen über Wenden nach Olpe und zurück fährt.

Abrufbar ist der gesamte Notfahrplan auf der Internetseite der VWS.

Sonntag, 22. März: Musiker aus dem ganzen Kreis spielen „Ode an die Freude“

„MusikerInnen für Deutschland“ – so hieß die Aktion, der sich am Sonntagabend auch viele Kapellen- und Spielmannszug-Mitglieder aus dem Kreis Olpe anschlossen. Pünktlich um 18 Uhr spielten sie Beethovens „Ode an die Freude“.

Unter den Hashtags #musikverbindet und #wirbleibenzuhause postete etwa der Musikverein Gerlingen Fotos seiner Mitglieder auf Facebook, die aus dem Fenster oder vom Balkon aus die Hymne spielten.

Auch viele Mitglieder des Musikvereins Bilstein beteiligten sich – und erhielten spontanen Applaus aus dem Krankenhaus in Altenhundem.

Sonntag, 22. März: Landrat Frank Beckehoff zum Kontaktverbot

Nachdem sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten am Sonntag Nachmittag auf eine Ausgangssperre „light“ geeinigt hatte, hatten wir Gelegenheit, mit Landrat Frank Beckehoff über die neue Situation zu sprechen. Die vereinbarte Regelung sieht ein Kontaktverbot ab Montag vor: Ansammlungen von mehr als zwei Personen sind demnach verboten, ausgenommen werden sollen Familien sowie in einem Haushalt lebende Personen.

Frank Beckehoff: „Es ist keine Ausgangssperre, und ich habe den Eindruck, man hat das Wort bewusst vermeiden wollen.“ Auch der Begriff Ausgangsbeschränkung sei umgangen worden. Beckehoff weiter: „Was ich für gut halte, ist, dass es jetzt eine bundeseinheitliche Regelung gibt.“

Sonntag, 22. März: Sparkasse Finnentrop begrenzt Öffnungszeiten

Die Sparkasse Mitten im Sauerland, zu der auch die Sparkasse Finnentrop gehört, reagiert auf die weitere Ausbreitung des Coronavirus. Nachdem bereits elf kleinere Geschäftsstellen vorübergehend geschlossen worden sind, werden ab Montag die Öffnungszeiten der drei Hauptstellen in Meschede, Schmallenberg und Finnentrop, Bamenohler Straße 252 sowie der Filialdirektionen und Geschäftsstellen in Freienohl und Heggen, Haupstraße 62, von montags bis freitags auf 9 Uhr bis 12 Uhr begrenzt.

Die SB-Bereiche und Geldautomaten stehen wie gewohnt zur Verfügung. An Bargeld kommen Sparkassen-Kunden weiterhin problemlos. Für Beratungsgespräche stehen die Kundenberater ab sofort ausschließlich telefonisch und online zur Verfügung. Dringende, nicht verschiebbare Angelegenheiten können nach vorheriger telefonischer Anmeldung bzw. Terminabsprache persönlich stattfinden.

Aufgrund der aktuellen Situation sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kundenservicecenters von Montag bis Freitag von 8 Uhr bis 19 Uhr unter der Rufnummer (0291) 208-0 für alle Kunden da. Die Finnentroper Kunden der Sparkasse erreichen die Hauptstelle unter der Telefonnummer (0291) 208-500 oder unter den bekannten Durchwahlnummern.

Sonntag, 22. März: Unterricht läuft digital weiter

Trotz der landesweiten Schulschließungen wegen des Coronavirus geht der Unterricht für die Schüler im Kreis Olpe weiter. Abgewandelt, in digitaler Form. Wie und in welchem Umfang, das ist von Schule zu Schule unterschiedlich.

„Die perfekte Lösung haben wir nicht“, sagt Björn Donadell, stellvertretender Schulleiter des St. Franziskus Gymnasiums Olpe. „Aber wir setzen alles daran, die Schüler jeden Tag sinnvoll zu beschäftigen und hoffen, dass wir als Schulgemeinschaft gut durch diese schwere Zeit kommen.“

Am St. Franziskus haben alle Lehrer und Schüler Zugriff auf „Microsoft Teams“ – ein Programm, das den digitalen Klassenraum ermöglicht. Hier können Aufgaben und Lösungen hochgeladen werden, im Chat können Lehrer und Schüler kommunizieren, sogar das Klassenbuch kann hier gepflegt werden.

Sonntag, 22. März: Apotheker bitten um Verständnis

Die Apotheken bleiben auch in der Corona-Krise geöffnet. Eine wichtige Entscheidung, sagt Apotheker Ulf Ullenboom, Sprecher der Apothekerschaft im Kreis Olpe: „In Krisenzeiten ist es wichtiger denn je, dass die Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln funktioniert.“

Die Apotheker im Kreis Olpe verzeichnen einen großen Andrang und Aufklärungsbedarf. „Viele Menschen sind verunsichert. Dafür sorgen nicht zuletzt die Falschinformationen über das Corona-Virus, die im Internet kursieren. Wenn sich plötzlich Nachrichten zu angeblichen Gefahren oder Wunderwirkungen bestimmter Medikamente im Netz verbreiten, ist meist Vorsicht geboten. Fragen Sie einen Experten. Apotheker stehen für Fakten statt Fake-News.“ So wollen die Apotheker auch Hamsterkäufe von Medikamenten verhindern, für die es keinerlei Grund gibt. Solche Panikkäufe schaden stattdessen denjenigen, die die anderswo gehorteten Medikamente tatsächlich benötigen.

Um die Versorgung in der Fläche mit Apotheken aufrechtzuerhalten, ist es wichtig, dass nun nicht zu viele Apothekenmitarbeiter selbst am Corona-Virus erkranken und in Quarantäne müssen. Um das Infektionsrisiko zu minimieren, haben viele Apotheken mittlerweile verschiedene Maßnahmen umgesetzt. „Diese sollen bitte nicht als Affront missverstanden werden“, wirbt Ullenboom um das Verständnis der Kunden. „Sie sollen die Gesundheit aller Patienten und Apothekenmitarbeiter schützen.“

So fordern zum Beispiel Hinweisschilder dazu auf, zwei Meter Abstand voneinander zu halten. Einige Apotheken haben Plexiglaswände an den Verkaufstischen angebracht. Andere bitten darum, dass sich beispielsweise nicht mehr als drei oder fünf Kunden zeitgleich in der Apotheke aufhalten. „Je weiträumiger es zugeht, desto geringer das Ansteckungsrisiko für das Personal, aber auch für die Patientinnen und Patienten“, begründet Ullenboom. Patienten mit Symptomen, die auf eine Infektion mit dem Corona-Virus hindeuten, sollten eine Apotheke am besten überhaupt nicht mehr betreten, sondern sich telefonisch melden. „Die Apothekerinnen und Apotheker im Kreis Olpe bedanken sich bei den Kunden für die Solidarität und gegenseitige Rücksichtnahme“, betont Ullenboom.

Samstag, 21. März: „Bitte Schutzkleidung und Masken abgeben“

Die Ärzte Stefan Spieren (Hünsborn) und Martin Junker (Olpe) bitten um Mithilfe: Die Ärzte der Region brauchen dringend Schutzkleidung und Masken. „Wir möchten alle, die Schutzmasken, Mundschutz oder Schutzkittel zur Verfügung stellen können bitten, sich zu melden“, so Spieren. „Ihre Hilfe wird dringend benötigt, da Schutzausrüstung nicht in der erforderlichen Menge verfügbar ist.“ Martin Junker: „Solidarität aller ist gefragt, und wenigstens diejenigen Gesundheitsberufe und Einrichtungen, die an vorderster Front stehen, müssen geschützt werden.“

Der Aufruf der Ärzte basiert auf einem Appell des Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverbandes (WLV). Denn da vorerst keine Hofbesuche mehr stattfinden, bittet der WLV alle Tierhalter dringend, noch verfügbare Einweg-Schutzanzüge&Schuhüberzieher zentral für die Kassenärztliche Vereinigung zu sammeln.

Die Materialien werden in der KVWL-Bezirksstelle Lüdenscheid gesammelt und an die Ärzte verteilt. Senden Sie bitte eine E-Mail an bezirksstelle.luedenscheid@kvwl.de oder rufen Sie an unter 0 23 51 / 81 42 8

Samstag, 21. März: Drei Filialen sind geschlossen

Die Auswirkungen im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus sind auch bei der Volksbank Olpe-Wenden-Drolshagen eG zu spüren. Die Filialen Olpe/Martinstraße, Gerlingen und Hünsborn sind als Vorsichtsmaßnahme vorübergehend für den Kundenverkehr geschlossen. Um die Ansteckungsgefahr und das Risiko der weiteren Ausbreitung zu minimieren wurde zudem entschieden, eine räumliche Trennung unter anderem durch eine Home-Office Regelung vorzunehmen. „Es geht darum, die Gesundheit unserer Mitglieder und Kunden sowie unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen und proaktiv unseren Beitrag zur Eindämmung des Coronavirus zu leisten. Trotzdem werden wir unsere Mitglieder und Kunden weiterhin kompetent beraten, wenn momentan auch eher per Telefon oder E-Mail,“ so Vorstandsmitglied Marco Heinemann.

Die Hauptstelle Olpe/Frankfurter Straße und die Filialen Wenden sowie Drolshagen sind vorerst weiterhin zu den gewohnten Zeiten geöffnet. Bei der Dynamik der Entwicklungen wird die Situation allerdings täglich neu bewertet. Der Geschäftsbetrieb wird trotz der drei geschlossenen Filialen für Privat- und Firmenkunden weiter aufrechterhalten. Die Beraterinnen und Berater sind weiterhin unter den bekannten Telefonnummern oder unter 02761/805-0 telefonisch zu erreichen. Auch die Bargeldversorgung wird weiterhin gegeben sein. Alle Geldausgabeautomaten der Volksbank Olpe-Wenden-Drolshagen eG werden wie gewohnt befüllt und stehen entsprechend zur Verfügung.

Samstag, 21. März: Partyverbot statt Ausgangssperre

Die Corona-Krise hat Deutschland und Europa fest im Griff, doch immer noch scheinen manche den Ernst der Lage nicht erkannt zu haben und ignorieren die Anweisungen der Behörden. Besonders verstörend sind Bilder von Menschen, die sogenannten Corona-Partys feiern. Deshalb wird in Deutschland zum Schutz vor dem Virus nun auch über Ausgangssperren diskutiert.

Coronavirus- Unser Newsletter hält Sie auf dem LaufendenDer heimische CDU-Europaabgeordneten Dr. Peter Liese zeigte sich entsetzt über das Ausmaß an Unverantwortlichkeit und Ignoranz bei manchen und fordert ein sofortiges Verbot der Corona-Partys, um Ausgangssperren zu vermeiden. „Jeder der mich kennt weiß, dass ich kein Kind von Traurigkeit bin und gerne mal feiere. Dafür ist jetzt aber verdammt nochmal nicht die Zeit. Trinken Sie Ihr Bier lieber allein oder mit der Familie in den eignen vier Wänden. Wenn wir eine Ausgangssperre vermeiden wollen, muss sofort Schluss sein mit den Corona-Party“, so Liese.

Liese merkte an, dass das Ordnungsamt natürlich nicht in jeder Wohnung ein etwaiges Verbot kontrollieren könne, dennoch: „Wenn diese Zusammenkünfte offiziell verboten sind, werden die Leute hoffentlich Angst haben, dass sie vielleicht doch jemand anzeigt. Ich weiß wie schlimm sich das anhört aber das Virus ist gefährlich und wir sollten, wenn irgendwie möglich, eine generelle Ausgangssperre vermeiden. Diese würde gerade Menschen in kleinen Wohnungen und in Hochhäusern extrem belasten. Daher brauchen wir schnell ein sofortiges Verbot dieser Partys,“ so Liese abschließend.

Samstag, 21. März: Verständnis der Menschen nimmt zu

„Die meisten Menschen haben verstanden, dass es jetzt auf Vernunft und Verantwortung ankommt“, sagt Stefan Spieren, Hausarzt in Hünsborn. „Die Disziplin und das Verständnis bei den Patienten haben sich deutlich verbessert.“ Zwischenzeitlich wurden auch in seinem Patientenumfeld Personen positiv auf das Coronavirus getestet - doch alle haben richtig reagiert, haben sich telefonisch gemeldet und sind nicht in der Praxis erschienen.

Mittlerweile sind die Türen der Hausarztpraxis „Spieren und Kollegen“ verschlossen. Stefan Spieren ist dennoch für seine Patienten da und setzt weiterhin auf moderne Technik. Mehr als 30 Videosprechstunden führt er täglich durch. Rezepte und Überweisungen können an einem separaten Abholfenster abgeholt werden.

Freitag, 20. März: Einschränkungen im Bus- und Bahnverkehr

Wegen der Coronavirus-Pandemie wird im öffentlichen Personennahverkehr in Nordrhein-Westfalen ab Montag nur noch ein Grundangebot aufrecht erhalten. Daher kommt es zu teils massiven Einschränkungen im Bus- und Bahnverkehr.

Im Kreis Olpe sind die Züge der Linien RE16 und RB91 betroffen. Der RE 16 von Essen über Hagen nach Siegen wird bis auf Weiteres vollständig eingestellt. Als Ersatz soll die RB91 dienen, die montags bis samstags im Stundentakt und sonntags im Zwei-Stunden-Takt fährt.

Die Busse der Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd (VWS) fahren ab Montag nach einem Notfahrplan. Welche Fahrten konkret ausfallen, geht aus der VWS-Mitteilung nicht hervor. Ab 20 Uhr jedenfalls finden dann keine Busfahrten mehr statt.

Freitag, 20. März: Ehemaliges Krankenhaus soll reaktiviert werden

Die beiden Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe wollen gemeinsam das ehemalige Diakonie-Krankenhaus in Kreuztal-Kredenbach als Ausweichkrankenhaus zeitweise reaktiveren. „Damit wollen wir uns auf den Fall vorbereiten, dass die Kapazitäten in den bestehenden Kliniken nicht ausreichen, um alle Corona-Patienten möglichst optimal intensivmedizinisch versorgen zu können“, betonen die beiden Landräte Andreas Müller (Siegen-Wittgenstein) und Frank Beckehoff (Olpe): „Diese Maßnahme ist ein weiterer Baustein, um uns auf Szenarien vorzubereiten, von denen wir alle hoffen, dass sie nicht eintreffen werden, die wir aber gleichwohl in anderen Ländern Europas erleben.“

Das Krankenhausgebäude in Kredenbach sei insgesamt in einem guten Zustand. Es bietet Platz für etwas mehr als 100 Patienten. Das Gebäude ist auch deshalb als Ausweichkrankenhaus besonders gut geeignet, weil es eine funktionsfähige zentrale Sauerstoffversorgung besitzt und ein Röntgengerät, das wieder aktiviert werden kann.

Coronavirus- Unser Newsletter hält Sie auf dem LaufendenIm nächsten Schritt werden jetzt die Patientenzimmer mit Betten, Matratzen und weiteren Möbeln ausgestattet. Zudem müssen die medizinische Infrastruktur bereitgestellt und die Frage der Verpflegung der Patienten geklärt werden.

Den Aufbau des Ausweichkrankenhauses übernehmen die Einsatzeinheiten des DRK und der Malteser. Sie werden das Gebäude soweit herrichten, dass es auf Standby gesetzt werden kann. Damit ist dann sichergestellt, dass es in einer Situation, in der höhere intensivmedizinische Kapazitäten für Coronapatienten benötigt werden, sofort in Betrieb gehen kann.

In diesem Fall soll dann zum einen auf Mitarbeiter zurückgegriffen werden, die durch das Aussetzen von geplanten Operationen in anderen Häusern frei werden. Darüber hinaus wird aber auch ein Aufruf an freiwillige Helfer erfolgen, die z.B. über eine pflegerische Ausbildung verfügen, aber ggf. derzeit nicht in ihrem erlernten Beruf arbeiten.

Freitag, 20. März: Martinus-Hospital kooperiert mit Uniklinik Aachen

Erfahrene Infektiologen der Uniklinik Aachen sollen bei der Behandlung möglicher Coronavirus-Patienten am St.-Martinus-Hospital in Olpe helfen. Eine Kooperation ermöglicht es, dass Ärzte aus Aachen über Videoschalten zum Beispiel an Visiten teilnehmen können. Die Zusammenarbeit beginnt schon an diesem Montag.

Auch abseits davon bereitet sich das Krankenhaus auf höhere Patientenzahlen im Zuge der Coronavirus-Pandemie vor. In der Notaufnahme wurde ein Bereich für Corona-Patienten geschaffen, um das Infektionsrisiko für andere Erkrankte zu reduzieren. Außerdem wurden Möglichkeiten geschaffen, um die Intensivstation zu vergrößern.

Freitag, 20. März: Bürgermeister und Landrat appellieren an Bürger

„Bleiben Sie zu Hause!“ Diesen Appell richten der Landrat und die Bürgermeister im Kreis Olpe an ihre Mitbürger. Jeder einzelne könne einen Beitrag leisten, damit sich das Coronavirus nicht mehr so schnell ausbreitet: „Kein Handschlag mehr, gründlich und oft die Hände waschen, mindestens 1,5 Meter Abstand zum Nächsten halten und die sozialen Kontakte auf ein Minimum beschränken.“

Für den Fall, dass es in den nächsten Tagen weiter größere Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen geben sollte, kündigen die Bürgermeister und Landrat Frank Beckehoff Konsequenzen an: Die Behörden würden gezwungen sein, noch strengere Maßnahmen zum Schutz der Allgemeinheit zu ergreifen.

Freitag, 20. März: Gottesdienste aus Altenhundem im Livestream

Als erste Kirchengemeinde im Kreis Olpe hat der Pastorale Raum Lennestadt die technischen Voraussetzungen geschaffen, Gottesdienste per Live-Stream auf YouTube zu übertragen. Das neue Angebot startet mit der heiligen Messe am Sonntag, 22. März, um 9 Uhr. Der Stream ist erreichbar auf www.kirche-in-lennestadt.de.

Auch in den anderen Gemeinden des Dekanats Südsauerland wird die Möglichkeit einer Live-Übertragung bereits geprüft. Nach dem Erlass der Landesregierung finden im gesamten Erzbistum Paderborn bis auf Weiteres keine Gottesdienste mit Kirchenbesuchern mehr statt. Auch in den evangelischen Kirchengemeinden im Kreis Olpe finden keine öffentlichen Gottesdienste mehr statt.

Seit dieser Entscheidung suchen die Gemeinden nach kreativen Möglichkeiten, Zeichen der Verbundenheit zu setzen.

Freitag, 20. März: Einzelhändler in Attendorn stellen Lieferservice auf die Beine

Die Einzelhändler in Attendorn arbeiten zusammen, um die Coronavirus-Krise zu überstehen. Kurzfristig haben sie auf Initiative des Fotografen Björn Bernhardt, Betreiber einer Werbeagentur in Heggen, einen gemeinsamen Lieferservice organisiert.

Das Besondere: Damit der Einzelhändler nicht ausschließlich im Auftrag der eigenen Kunden unterwegs ist, verteilt er auch gleich die Ware der Kollegen. Mit dabei sind zum Start Fisch Jakob, Fleischerei Kost, Konditorei Harnischmacher, Kost Wein, Metzgerei Maiworm, Buchhandlung Frey, Möbelstudio Haberkamp, Lederwaren-Kiste.

Alle Informationen gibt es auf www.attendorn-liefert.de.

Donnerstag, 19. März: Wie ein Tumor-Patient in Zeiten des Virus lebt

„Mir wurde durch das Virus schon so viel Spaß genommen“, sagt Kevin Spagnolo. Der 20-Jährige ist angehender Abiturient am Gymnasium Maria Königin. Und er gehört zur Risikogruppe. Denn im vergangenen Jahr war bei dem jungen Mann aus Bilstein ein Tumor entdeckt worden.

Kevin Spagnolo sagt aber auch: „Ich mache mich nicht verrückt und möchte das Beste raus machen.“ Er lernt zu Hause für die anstehenden Prüfungen, verabredet sich virtuell mit Freunden zum Zocken.

Die ganze Geschichte von Kevin lesen Sie hier.

Donnerstag, 19. März: Werthmann-Werkstätten im Kreis Olpe geschlossen

Nach dem neuesten Erlass der Landesregierung sind inzwischen auch die Werthmann-Werkstätten für Menschen mit Behinderungen in Attendorn, Olpe und Lennestadt geschlossen. „Wir sind froh, dass es diesen Erlass gibt und jetzt Klarheit herrscht. Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung brauchen in der Corona-Krise besonderen Schutz“, so Leiter Andreas Mönig.

Ausnahmen gelten für Beschäftige, die einen intensiven Betreuungsbedarf haben, und für psychisch Kranke, die eine Tagesstruktur benötigen. Bis Ende der Woche solle geklärt sein, wie viele Beschäftigte davon betroffen sind. „Es geht zum einen um den Schutz des Einzelnen“, erklärt Andreas Mönig, „und zum anderen darum, den Betreuungsauftrag zu erfüllen.“

Donnerstag, 19. März: VWS verbieten Einstieg an vorderer Bustür

Viel Kritik haben die Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd (VWS) einstecken müssen, weil sie anders als viele andere Busunternehmen in Deutschland den Einstieg über die vordere Bustür – offenbar aus finanziellen Gründen – offen ließen.

Nach einem WP-Bericht hat das Unternehmen nun reagiert. „Wir haben mit VWS-Chef Klaus-Dieter Wern vereinbaren können, dass auf den vorderen Einstieg in den Bussen, auch bei den Auftragsunternehmen, ab sofort verzichtet wird“, sagte Günter Padt, Geschäftsführer des Zweckverbands Personennahverkehr Westfalen-Süd (ZWS). Wer die Kosten für den ausbleibenden Ticketverkauf übernimmt, steht noch nicht fest.

Donnerstag, 19. März: Attendorn lehnt Finanzhilfen für Unternehmen ab

Am Mittwochabend haben sich die Attendorner Fraktionsspitzen und die Verwaltung zu einem Gespräch getroffen, um über mögliche städtische Finanzhilfen für die heimische Wirtschaft zu sprechen.

Ergebnis: „Es macht aktuell keinen Sinn, einen Schnellschuss zu starten. Die Mittel, die wir als Stadt zur Verfügung stellen könnten, wären nicht annähernd ausreichend, um die wirtschaftlichen Schäden unserer Unternehmen abzufangen“, erklärt Bürgermeister Christian Pospischil. Zumal Bund und Länder bereits Hilfsprogramme gestartet haben, um Firmen in der für sie so schwierigen Situation unter die Arme zu greifen.

Dafür wird die Verwaltung in Zeiten der Coronakrise auf der städtischen Homepage eine Übersicht einstellen, wie und wo sich Attendorner Betriebe Unterstützung holen können. „Dafür haben wir bereits Kontakt mit Steuerberatern oder auch Banken aufgenommen“, so Pospischil.

Donnerstag, 19. März: Gemeinsamer Appell der Krankenhäuser

Mit einem gemeinsamen Appell wenden sich die Geschäftsführer der drei Krankenhäuser im Kreis Olpe sowie Kreisdirektor Theo Melcher, Leiter des Krisenstabs bei der Kreisverwaltung, an die Bevölkerung.

„Die Strategie von Bund und Land, die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus zu strecken, hat die Zielsetzung, eine ansonsten drohende Überbelastung des Gesundheitssystems zu vermeiden“, teilen Johannes Schmitz, Geschäftsführer der Katholischen Hospitalgesellschaft Südwestfalen und damit der Krankenhäuser in Olpe und Lennestadt, sowie Volker Seifarth, Geschäftsführer der Helios-Klinik in Attendorn in ihrem gemeinsamen Schreiben mit. „Kritisch in diesem Zusammenhang ist die Versorgung von Personen mit schweren Atemwegserkrankungen, die einer intensivmedizinischen Behandlung oder gar künstlichen Beatmung bedürfen.“

Die Krankenhäuser im Kreis Olpe, wie im Übrigen im gesamten Land, bereiten sich auf steigende Fallzahlen vor. Dazu gehören insbesondere die Ausweitung intensivmedizinischer Kapazitäten und die Bereitstellung zusätzlicher Beatmungsplätze.“ Der Erfolg aller Maßnahmen in den Krankenhäusern wie im öffentlichen Gesundheitsdienst allgemein hänge entscheidend davon ab, die Zahl der zu versorgenden Patienten jederzeit so gering zu halten, dass deren Versorgung auch gewährleistet werden kann.

„Es ergeht daher der dringende Appell, soziale Kontakte einzuschränken und die dazu ergangenen Empfehlungen und Verbote zu beachten. Nur, wenn sich alle daran halten, können ältere Menschen und Vorerkrankte vor schweren Folgen wirklich auch bewahrt werden.“

Donnerstag, 19. März: Zwei neue Infizierte in Attendorn und Olpe

Die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten im Kreis Olpe ist gegenüber dem Vortag nur leicht gestiegen. 17 offiziell bestätigte Erkrankungen meldet das Gesundheitsamt, zwei mehr als am Mittwoch.

Hinzugekommen sind jeweils ein Fall in Olpe (jetzt 4) und Attendorn (jetzt 2). Kreisweit die meisten Corona-Fälle gibt es weiterhin in Finnentrop (6). Aus Kirchhundem kommen drei, aus Drolshagen zwei Patienten. Weiterhin keine Infektionen werden aus Lennestadt und Wenden gemeldet.

Donnerstag, 19. März: Bürgermeister und Landrat appellieren an Vernunft

„In Italien müssen Ärzte Entscheidungen wie im Krieg treffen: Welche Patienten lässt man sterben, um andere mit Beatmungsgeräten am Leben zu halten? Wir werden bald genau da landen, wenn nicht endlich alle einsehen, dass COVID-19 keine normale Influenza ist und dass wir deswegen nicht so weiterleben können wie bisher.“

Mit eindringlichen Worten appelliert Bürgermeister Bernd Clemens an die Menschen in Wenden, in diesen Tagen möglichst zu Hause zu bleiben. Der Rathaus-Chef ärgert sich über Gruppen meist junger Menschen, die sich nach wie vor gemeinsam in der Öffentlichkeit aufhalten.

Auch Landrat Frank Beckehoff betont, dass alle Menschen aufgerufen seien, die notwendigen Einschränkungen zu beachten. Es sei dringend geboten, das öffentliche Leben so weit es geht herunterzufahren und soziale Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. „In dieser schwierigen Situation müssen wir alle Rücksicht aufeinander nehmen, ruhig bleiben und besonnen handeln“, appelliert der Landrat an die Menschen im Kreis Olpe.

Donnerstag, 19. März: Ansturm auf Bürgertelefon und Gesundheitsamt

Das Bürgertelefon des Kreises Olpe erlebt gerade einen echten Ansturm. Wurden in der vergangenen Woche rund 100 Anrufe entgegengenommen, stieg die Zahl der Anfragen in dieser Woche auf etwa 400 pro Tag. Dabei geht es um allgemeine Fragen zum Coronavirus, um Verhaltensfragen und den Wunsch nach Tests auf eine mögliche Viruserkrankung, teilt der Kreis Olpe mit.

Einen ähnlichen Ansturm gibt es im Gesundheitsamt. Dort gilt es die große Zahl der Tests auf das Coronavirus zu organisieren und zu kanalisieren. Corona-Tests werden vom Gesundheitsamt nur in begründeten Verdachtsfällen und ausschließlich auf ärztliche Veranlassung durchgeführt. Einen solchen Test wird der Hausarzt nur dann veranlassen, wenn ein Patient Krankheitssymptome aufweist und sich bis 14 Tage vor Erkrankungsbeginn in einem Risikogebiet aufgehalten hat oder Kontakt zu einem bestätigten Coronavirus-Erkrankten hatte. „Deshalb macht es keinen Sinn, sich direkt an das Gesundheitsamt zu wenden, wenn man einen Corona-Test machen will“, erklärt Landrat Frank Beckehoff.

Inzwischen sind zwei zentrale Abstrichstellen in Olpe und Lennestadt eingerichtet worden. Durch diese Maßnahme konnte die Zahl der Tests deutlich erhöht werden. Dennoch könne zwischen der Beauftragung durch den Arzt und den Test einige Zeit vergehen. Das Gesundheitsamt, das durch Mitarbeiter anderer Fachdienste verstärkt worden ist, arbeitet daran, die Aufträge abzuarbeiten.

Donnerstag, 19. März: SPD im Kreis Olpe will Kita-Gebühren aussetzen

Die Elternbeiträge für die Betreuung der Kinder in Kindertageseinrichtungen und in der Tagespflege im Kreis Olpe sollen ausgesetzt werden. Das fordert die SPD-Fraktion in einem Antrag an den Kreistag. Dies solle so lange gelten, wie die Einrichtungen wegen des Coronavirus geschlossen sind.

Die SPD strebe eine Dringlichkeitsentscheidung an, so dass die Eltern möglichst schnell entlastet werden können.

Donnerstag, 19. März: Einkaufsservice von Betten Meyer

„Durch die vorübergehende Schließung unserer Geschäfte haben wir freie Kapazitäten und Ressourcen, die wir sinnvoll nutzen sollen.“ Das sagt Marcus Meyer, Geschäftsführer von Betten Meyer. Der Einzelhändler bietet in Olpe und Lennestadt daher ab sofort einen kostenlosen Einkaufsservice für ältere Menschen oder Menschen, die nicht oder nur eingeschränkt mobil sind.

Bedürftige können ihren Einkaufszettel telefonisch (Tel. 02761/90986) oder auf der Homepage von Betten Meyer durchgeben und die Mitarbeiter in Lennestadt und Olpe machen die entsprechenden Besorgungen und liefern sie dann aus. Berechnet wird nur der reine Einkaufswert gemäß Kassenbon. Der Einkaufsservice selbst ist kostenlos.

„Viele unserer Kunden leiden unter Rückenbeschwerden und gehören auf Grund ihres Alters zur Risikogruppe einer Corona-Ansteckung“, so Bernd Meyer, Senior-Chef bei Betten Meyer. „Wir wollten diese Menschen entlasten.“

Donnerstag, 19. März: Lennestadt und Wenden offiziell weiter Corona-frei

15 Erkrankungen durch das neuartige Coronavirus meldet der Kreis Olpe aktuell. Die meisten bestätigten Fälle gibt es in Finnentrop (6). In Kirchhundem und Olpe sind jeweils drei Personen infiziert. Weitere Patienten gibt ein Drolshagen (2) und Attendorn (1).

Zwei Kommunen im Kreisgebiet sind damit offiziell weiterhin Corona-frei: In Lennestadt und Wenden sind bislang keine Infektionen gemeldet worden.

Mittwoch, 18. März: Smock aus Heggen schreibt „Corona-Rap“

„Man muss die Sache auch mit ein bisschen Humor nehmen“, findet der Rapper Smock aus Heggen. Er hat einen Coronavirus-Rap gedichtet und – mit Mundschutz und Handschuhen – ein passendes Video gedreht.

„Warum hustest du mich an? Du sagtest doch du hast Coronavirus...“, rappt der junge Musiker auf eine Melodie des Deutschrap-Stars Apache207. „Weißt du denn nicht, dass ich mich jetzt desinfizier’n muss?“

YouTube Coronavirus Rap Heggen

Einen Tag nach Veröffentlichung wurde der 75-Sekunden-Clip mehr als 400 Mal aufgerufen – und überwiegend positiv bewertet.

Mittwoch, 18. März: Alpenhaus-Wirt beklagt sich über Verfügung des Landrats

Mit der Schließung aller Gastronomie-Betriebe geht Landrat Frank Beckehoff über den Erlass der NRW-Landesregierung hinaus, der unter gewissen Bedingungen eine Öffnung bis 18 Uhr ermöglichen würde. Bei Frank Tauscher, Wirt des Alpenhauses in Kirchhundem, sorgt das für Ärger.

Gegenüber unserer Redaktion spricht der Gastronom über eine „Massenhysterie wie im Dritten Reich“ und fragt: „Keine Gäste, kein gar nichts. Wie soll ich da meine Rechnungen bezahlen?“ Ihm droht die Pfändung.

Wie schlimm es um das Alpenhaus steht, erklärt Frank Tauscher hier.

Mittwoch, 18. März: Schützenfeste sollen stattfinden – soweit es geht

Mit dem Gauklerfest in Attendorn ist inzwischen schon eine Veranstaltung abgesagt worden, die erst im Juni stattfinden sollte. Bereits Anfang Mai wollen derweil die Schützen in die neue Saison starten.

„Unser Plan ist bisher, dass wir es stattfinden lassen. Wir hoffen, dass es sich bis dahin beruhigt hat“, sagt Stefan Clemens, 1. Vorsitzender des St.-Helena-Schützenvereins Elben, die am ersten Mai-Wochenende den Auftakt im Kreis Olpe machen.

Genauso gehen auch die größeren Schützenvereine wie Attendorn und Olpe vor. „Wir müssen für den Fall, dass unser Fest tatsächlich ausfallen muss, vorbereitet sein“, betont Olpes Schützenmajor Peter Liese.

Mittwoch, 18. März: Krankenhäuser Olpe und Lennestadt sperren Besucher aus

„Der Schutz unserer Patienten vor dem Coronavirus und ein reibungsloser Krankenhausbetrieb haben in der aktuellen Krisensituation für uns höchste Priorität“, teilt die Katholische Hospitalgesellschaft Südwestfalen (KHS) mit. „Daher haben wir heute beschlossen, ab sofort und bis auf weiteres keine Besuche in unseren Krankenhäusern sowie Senioreneinrichtungen mehr zuzulassen.“

Von der neuen Regelung, die auch für alle näheren Angehörigen gilt, sind das St.-Martinus-Hospital Olpe und das St.-Josefs-Hospital Lennestadt. „Uns ist bewusst, dass diese Maßnahme sehr gravierend ist, wir halten sie aber dennoch für unerlässlich.“

Für folgende Patientengruppen gelten Ausnahmeregelungen: Schwerstkranke Menschen, die sich im Endstadium ihrer Krankheit befinden (z. B. in der Intensiv- oder Palliativbetreuung) dürfen weiterhin Angehörigen-Besuche empfangen, da diese für beide Seiten überaus bedeutsam sind. Werdende Väter von Neugeborenen oder eine Begleitperson dürfen während der Geburtsphase in den Kreißsälen anwesend sein. Am Eingangsbereich des Krankenhauses finden entsprechende Kontrollen statt.

„Wir rechnen auch hier vor Ort kurzfristig mit einer steigenden Anzahl behandlungsbedürftiger Covid19-Patienten“, erklärt die KHS. Um eine schnelle Verfügbarkeit von Intensiv- und Beatmungsplätzen zu gewährleisten, wird es daher ab sofort zu Einschränkungen in den planbaren OP-Leistungen kommen. Dringend medizinisch notwendige Leistungen werden selbstverständlich wie gewohnt erbracht.

Mittwoch, 18. März: Immer mehr Hilfsinitiativen im Kreis Olpe

Um Menschen aus Risikogruppen, die in der aktuellen Situation das Haus nicht mehr verlassen möchten, bei Besorgungen zu unterstützen, gründen sich im Kreis Olpe mehr und mehr Hilfsinitiativen.

Nach einem Appell in den sozialen Medien für Schönau und Altenwenden haben sich innerhalb eines Tages 25 Helfer gemeldet. Auch das Lebensmittelgeschäft Alfes und die Antonius-Apotheke (Gerlingen) sind eingebunden.

Für Wenden bieten die jungen Menschen aus der Kinder- und Jugendfreizeitstätte K.o.T. ihre Hilfe an. „Sollten Sie oder ein Bekannter Hilfe benötigen, sei es beim Einkäufe besorgen, bei Apothekengängen o.ä., können Sie sich ab sofort an uns wenden. Möchten Sie mal einen Kontakt haben und etwas Unterhaltung oder einen guten Rat? Dann nehmen wir uns gerne etwas Zeit und rufen Sie an!“

Wünsche werden montags bis freitags von 11.30 bis 14.30 Uhr unter Tel. 02762/2133 oder 0173/8076481 sowie per E-Mail an entgegen genommen.

„In dieser Zeit müssen wir zusammenhalten“, schreibt auch der Frischemarkt Hoff in Bilstein auf seiner Facebook-Seite. „Somit möchten wir mit unserem Lebensmittel-Geschäft auch gerne helfen.“

Für Hilfsbedürftige in Bilstein, Kirchveischede, Bruchhausen, Oberveischede und Bonzel bietet das Geschäft ab sofort einen Lieferservice an. Die Bestellung kann aufgegeben werden per E-Mail an , SMS an Tel. 0151/64668057 oder telefonisch unter Tel. 02721/8852.

Mittwoch, 18. März: Döner-Imbiss kassiert vor der Tür

In der Innenstadt von Attendorn haben mittlerweile alle Geschäfte geschlossen, ausgenommen natürlich Apotheken oder Bäckereien.

Seit Dienstagnachmittag hat Ralf König, Inhaber von „König’s Brot“ an der Kölner Straße, auch seinen Café-Bereich geschlossen. „Ich habe das Gefühl, dass die Attendorner jetzt verstanden haben, wie sie sich verhalten müssen“, sagt er.

Kundschaft bleibt seit gestern nahezu aus, dafür bietet Ralf König drei Mal die Woche einen Bringservice an. „Damit vor allem die älteren Menschen mit Brot oder Kuchen versorgt sind.“ Einzig die Tiefbauer sind vor dem Rathaus im Zuge der Umgestaltung von Kloster- und Rathausplatz noch beschäftigt.

Auch in Olpe ruht das sonst oft hektische Treiben in der Innenstadt, kaum noch Passanten bummeln durch die Einkaufsstraßen und auch viele Parkplätze sind freigeblieben.

„Tote Hose“ auch an der Hundemstraße in Altenhundem, neben einer Bäckerei und einem Frisör hat nur ein Döner-Imbiss hat geöffnet. Doch reingelassen wird dort niemand mehr. Ein Mitarbeiter kommt vor die Tür, um die Bestellung aufzunehmen, dann bringt er das Essen raus und kassiert auch im Freien.

Mittwoch, 18. März: Gauklerfest in Attendorn abgesagt

Zu Beginn der Sommerferien bietet das Kinder- und Gauklerfest jährlich mit seiner Mixtur aus Spielaktionen, Street-Performances und Bühnen-Acts in Attendorn ein riesiges Open-Air-Festival für die ganze Familie.

In den letzten Tagen haben sich auch für die Macher von Jugendzentrum und Kulturbüro die Ereignisse überschlagen. Letzte Woche verschickte man noch Briefe an die vielen Unterstützer des Festivals und jetzt hat das Gauklerfest-Team beschlossen, das Juni-Event in diesem Jahr abzusagen.

„Da wir zum jetzigen Zeitpunkt unmöglich Künstlerverträge abschließen und Aufträge für mehrere Zehntausend Euro vergeben können, bleibt uns wohl nichts anderes übrig“ sagt Otto Haberkamp vom Jugendzentrum.

Olaf Geschwinde vom Kulturbüro meint dazu: „Wir möchten uns bei allen bedanken, die soviel echtes Engagement für dieses Fest zeigen. Da steckt viel Herzblut drin und das muss auch so in den nächsten Jahren erhalten bleiben. Lasst uns gemeinsam feiern, wenn der Spuk vorbei ist“. Deswegen findet erst im nächsten Jahr wieder das Gauklerfest statt.

„Das ist natürlich schade, aber nachvollziehbar. Leider wird unser Veranstaltungskalender in Attendorn deutlich ärmer“, sagt Bürgermeister Christian Pospischil über das abgesagte Gauklerfest.

Mittwoch, 18. März: „Bohne und Emil“ sprühen Corona-Graffiti

Das Coronavirus hat jetzt auch die Künstler-Szene erreicht. Die Graffiti-Sprayer „Bohne und Emil“, die sich durch ihre Werke auch im Kreis Olpe einen Namen gemacht haben, wenden sich nun mit einer klaren Botschaft an die Menschen: Stoppt den Egoismus.

Hinter dem Pseudonym „Bohne und Emil“ verbirgt sich eine nicht bekannte Anzahl von Graffiti-Künstlern aus der Region. Unter anderem an der Eisenbahnstrecke zwischen Meggen und Altenhundem sind ihre Arbeiten zu begutachten, im Lennestädter Kulturbahnhof hatten sie im Januar eine Ausstellung.

Am Jugendzentrum „Blue Box“ in Siegen haben sie nun die Hamsterkäufe aufgrund des Coronavirus künstlerisch aufgegriffen. Das Graffiti zeigt die „MS Corona“ mit Klopapier und Nudeln an Bord. Daneben ein Grab mit der Frage: „Seit wann löst man Krisen mit Egoismus?“

Bohne und Emil erklären im Gespräch mit unserer Zeitung: „In Zeiten der Krise nicht nur an sich selbst zu denken, wäre nicht die charakterliche Königsklasse, sondern einfach menschlich“, so einer der Künstler. „Es geht um Nächstenliebe und Zusammenhalt.“

Mittwoch, 18. März: Notbetrieb bei den Amtsgerichten

Der Dienstbetrieb bei den Amtsgerichten Olpe und Lennestadt wird vorläufig bis zum 19. April eingeschränkt. „Uns ist bewusst, dass Zutrittsbeschränkungen zu unseren Gerichten und Behörden für viele Bürgerinnen und Bürger mit Einschränkungen verbunden sind und verzögerte Gerichtsentscheidungen ein Ärgernis darstellen können“, teilen die Direktoren der beiden Gerichte in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. „Unser oberstes Ziel ist jetzt jedoch die Gesundheitsfürsorge und die Aufrechterhaltung des Dienstbetriebes für unaufschiebbare Entscheidungen der Gerichte.“

Die Gerichtsgebäude dürfen vorerst nur von Personen betreten werden, die zu einem Termin geladen sind. Der Zutritt zum Gerichtsgebäude zum Zwecke des Besuchs von öffentlichen Verhandlungen wird gewährleistet. Solche Verhandlungen finden jedoch derzeit nur in Ausnahmefällen statt.

Der Zutritt zu den Gerichtsgebäuden ist untersagt allen Personen, die Symptome einer Corona-Erkrankung zeigen, oder innerhalb der letzten 14 Tage persönlich Kontakt mit einer Corona-infizierten Person hatten, oder sich innerhalb der jeweils letzten 14 Tage in einem Corona Risikogebiet nach der aktuellen Definition des Robert-Koch Instituts aufgehalten haben.

Sitzungen werden nur durchgeführt, wenn sie keinen Aufschub dulden. Dies betrifft insbesondere Haftvorführungen, Haftsachen und Eilsachen in sämtlichen Rechtsgebieten. Anträge und andere Anliegen sollen vorrangig schriftlich – auch per Fax – eingereicht werden. Von persönlichen Vorsprachen soll abgesehen werden. In den Rechtsantragstellen der Gerichte werden nur noch eilbedürftige oder zwingend fristgebundene Anträge oder Erklärungen aufgenommen.

Mittwoch, 18. März: „Corona-Partys sind keine Alternative!“

Mit einem persönlichen Statement wendet sich Severine Risch, Schülersprecherin des St.-Ursula-Gymnasiums Attendorn an die WP-Redaktion. „Aus Erzählungen weiß ich, dass der Marktplatz in Attendorn am Dienstag voll mit Menschen war. Anstatt zu Hause zu bleiben, wie es Bundes- und Landesregierung vielfach fordern, finden sowohl öffentlich als auch privat Treffen statt“, kritisiert die Schülerin.

„Wir, als Schülerinnen und Schüler, tragen im großen Ausmaß zu der Verbreitung des Virus bei. Wir, als Schülerinnen und Schüler und somit als heranwachsende Generation, sollten verantwortungsbewusst mit der Corona-Krise umgehen“, appelliert sie an ihre Altersgenossen.

„Bleibt zu Hause und verzichtet auf private Treffen! Corona-Partys sind keine Alternative! Auch wenn es vielen schwerfallen wird, mir übrigens auch, hilft eine freiwillige Quarantäne, die Gesellschaft und vor allem unsere Omas und Opas zu schützen.“

Mittwoch, 18. März: Mädels aus Saalhausen sitzen in Hotelzimmer fest

Nur noch drei Mal am Tag zum Essen darf Alina Rameil ihr Hotelzimmer verlassen. Was ein Traumurlaub auf Teneriffa werden sollte, entwickelt sich für die 19-Jährige aus Saalhausen und eine Freundin mehr und mehr zu einem Geduldsspiel.

Seit Montag gilt die Quarantäne in dem Ferienhotel. Und erst am Sonntag scheint die junge Frau zurück nach Deutschland fliegen zu können – wenn angesichts der Reisebeschränkungen dann noch ein Flugzeug startet.

Die ganze Geschichte über Alina Rameil auf Teneriffa lesen Sie hier.

Dienstag, 17. März: Fitnessstudios wollen Digitalangebote machen

„Nichts ist mehr wie es war, nichts ist mehr „normal“ . Ich habe Mühe zu realisieren, was gerade geschieht. Kann mir gar nicht vorstellen, was noch kommen mag. Alles wirkt so unwirklich, so irreal.“ Mit diesen Worten hat Pfarrer Ludger Wollweber aus Meggen die Empfindungen vieler Menschen zusammengefasst.

Sein Facebook-Beitrag mit persönlichen Gedanken zur Corona-Krise und zu den Maßnahmen der katholischen Kirche ging geradezu „viral“: Er wurde 250 Mal geteilt und 500 Mal mit „Gefällt mir“ markiert.

„Nein, ich habe keinen Urlaub ,bis auf weiteres’“, schreibt Pastor Wollweber da. „Ich möchte ihn auch gar nicht haben. Nicht jetzt. Entschleunigung ok, vielleicht hilft sie, klarer zu denken… Ich möchte präsent sein. Da, wo ich gebraucht werde.“

In den Kommentaren schreibt ein Facebook-Nutzer: „Worte, die jemand ausspricht und die bewegen. Passender hätte niemand es sagen können. Vielen Dank dafür!“

Dienstag, 17. März: Zwei weitere Corona-Fälle bestätigt

Insgesamt 14 Menschen im Kreis Olpe sind bislang positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach Angaben der Kreisverwaltung kamen seit gestern zwei Fälle dazu.

Erstmals wurde aus Attendorn eine Infektion gemeldet, außerdem kam in Finnentrop ein Patient hinzu. Über die Schwere der Erkrankungen macht der Kreis Olpe keine Angaben.

Dienstag, 17. März: Betrieb in Fahrschulen ruht vollständig

Auch die Fahrschulen im Kreis Olpe haben auf behördliche Anordnung ihren Betrieb eingestellt, meldet Wolfgang Gräve, Unterbezirksleiter für den Kreis Olpe beim Fahrlehrerverband Westfalen: „Seit 13 Uhr dürfen weder Fahrstunden noch Theorieunterricht angeboten werden.“

Der Beschluss gilt vorerst bis zum 19. April. Betroffen ist auch die Berufskraftfahrer-Ausbildung und die Stunden zum Abbau von Punkten.

Dienstag, 17. März: Biggesee Open Air steht in den Sternen

Ob das Biggesee Open Air, zu dem unter anderem Mark Forster und Silbermond in Olpe erwartet werden, tatsächlich im Juni stattfinden kann, wird angesichts der Corona-Krise immer ungewisser.

„Wir arbeiten momentan intensiv daran, dass das Biggesee Open Air 2020 wie geplant stattfinden kann. Jedoch steht die Gesundheit unserer Gäste und Mitarbeiter für uns an oberster Stelle, weshalb wir in dauerhaftem Kontakt mit den zuständigen Behörden stehen“, schreiben die Veranstalter in ihrem regelmäßigen Newsletter.

Dienstag, 17. März: Gastronomie im Kreis Olpe vollständig geschlossen

Landrat Frank Beckehoff hat verfügt, dass alle Gastronomiebetriebe im Kreis Olpe geschlossen werden müssen. Der Beschluss gilt bis zum 19. April, aber auch eine Verlängerung ist nicht ausgeschlossen.

Ein Erlass der NRW-Landesregierung sieht vor, dass alle Cafés und Restaurants um 15 Uhr schließen müssen. Tische sollten einen Mindestabstand von zwei Metern haben. „Diese Auflagen sind nach unserer Auffassung gar nicht zu kontrollieren. Deshalb haben wir uns zu diesem drastischen Schritt entschlossen“, erklärt der Landrat.

Alle Informationen zum Erlass der Kreisverwaltung lesen Sie hier.

Dienstag, 17. März: Erste Geschäfte schließen komplett

Die ersten Einzelhänder reagieren auf die Empfehlung der Bundeskanzlerin, Geschäfte geschlossen zu halten, wenn dort keine Waren des täglichen Bedarfs verkauft werden. „Die aktuelle Situation spitzt sich immer weiter zu und die Läden bleiben ab sofort geschlossen“, schreibt das Modegeschäft „Du & Ich“ aus Olpe. „Die Gesundheit und Sicherheit unserer Kunden, Angestellten und Mitmenschen hat gerade höchste Priorität und wir hoffen, dass ihr alle gesund bleibt.“

„Du & Ich“ weist auf die Möglichkeit hin, Bestellungen telefonisch oder per E-Mail aufzugeben, um den heimischen Einzelhandel auch in der Krisensituation weiter zu unterstützen.

Geschlossen ist auch der Concept-Store „Das Haus“ – für Inhaberin Tina Laarmann ein konsequenter und logischer Schritt. „Die Gesundheit und Sicherheit unserer Kunden, Angestellten und Mitmenschen hat gerade höchste Priorität. Je früher wir alle gemeinsam uns an diese Maßnahmen halten, desto früher wird es vorbei sein.“ Deswegen ärgere sie es auch, dass einige Händler trotzdem weiter uneingeschränkt geöffnet haben.

Einen Online-Shop betreibt Laarmann nicht, sie informiert aber über ihren Instagram-Account über Neuheiten und verschickt auf Kundenwunsch auch Päckchen. Das kann die Einbußen des lokalen Geschäfts jedoch nicht abfangen. „Ich mache mir definitiv Sorgen um meine Existenz. Ich glaube nicht, dass wir das schaffen – auch, weil überhaupt noch nicht klar ist, wer uns jetzt in dieser Situation überhaupt hilft.“

Dienstag, 17. März: Besucherverkehr in Polizeigebäuden eingeschränkt

Die Kreispolizeibehörde (KPB) Olpe hat sich entschlossen, den persönlichen Kontakt so weit wie möglich einzuschränken und den Besucherverkehr in den Dienstgebäuden auf das Notwendigste zu begrenzen. Bürger werden gebeten, zunächst anzurufen, bevor sie eine Polizeidienststelle aufsuchen (Tel. 02761/9269-0). Auf diese Weise könne vorab geklärt werden, ob ein persönliches Erscheinen notwendig ist.

Es gibt auch Möglichkeiten, Angelegenheiten schriftlich oder online zu erledigen. So weist die Polizei auf die Internetwache hin, wo ebenfalls Hinweise gegeben und Strafanzeigen erstattet werden können.

Wenn Bürger ein Polizeigebäude aufsuchen, finden sie dort wichtige Informationen zu den veränderten Abläufen. Diese Verhaltenshinweise sollten dringend beachtet werden.

Im Notfall sollte auch zukünftig nicht gezögert werden, sofort die Notrufnummer 110 zu wählen. Die Dienststellen in Olpe, Attendorn und Lennestadt sind nach wie vor rund um die Uhr besetzt. Die Polizei betont: „Die Aufgabenwahrnehmung der KPB Olpe ist weiterhin in vollem Umfang gewährleistet.“

Dienstag, 17. März: Evangelische Gottesdienste ebenfalls abgesagt

Die Corona-Pandemie stellt auch das kirchliche Leben vor große Herausforderungen. Nachdem das Erzbistum Paderborn bereits alle katholischen Gottesdienste auch im Kreis Olpe abgesagt hat, fallen nun auch die Gottesdienste der evangelischen Kirchengemeinde Attendorn-Lennestadt mindestens bis zum Ende der Osterferien aus.

„Diese Entscheidung ist den Verantwortlichen der Kirchengemeinde nicht leicht gefallen, denn der Gottesdienst ist das Zentrum des Gemeindelebens. Aber wir sehen unsere Verantwortung für die Gesundheit unserer Gemeindeglieder – gerade auch der älteren – und darum keine Alternative zu dieser Entscheidung“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Ob die Konfirmationsgottesdienste wie geplant stattfinden können, steht noch nicht fest. Noch vor den Osterferien soll darüber entschieden werden, ob sie auf einen Termin nach den Sommerferien verschoben werden.

Dienstag, 17. März: Erste Apotheke führt „Spuck-Schutz“ ein

Um auch und gerade in Corona-Zeiten eine angemessene Versorgung der Bevölkerung aufrecht zu halten hat Apotheker Daniel Siebert aus der Martinus-Apotheke in Olpe einen Schutz für seine Mitarbeiter installiert. „Das Virus wird per Tröpfcheninfektion übertragen und die Apotheke ist eine der ersten Anlaufstellen bei Husten und Schnupfen. Auch wir müssen die Infektionskette durchbrechen.“

Die Plexiglasscheiben hängen von der Decke und trennen kaum merklich Kunde und Mitarbeiter. „Ich bin es meinen Mitarbeitern schuldig, sie geben alles um den Betrieb am Laufen zu halten und unsere Kunden zu versorgen. Wir halten uns an die Hygiene-Richtlinien des Robert-Koch-Instituts, waschen und desinfizieren regelmäßig Hände und Gesicht, aber wir müssen mehr tun.“

Nicht nur die Mitarbeiter im Handverkauf sind geschützt: „Wir haben auch unseren Botendienst angepasst und mit Masken und Handschuhen versorgt.“ Vorsichtsmaßnahmen, die gestern noch übertrieben schienen, betont der Apotheker, könnten morgen schon zu wenig sein. „ Ich möchte meine Mitarbeitern maximalen Schutz bieten.“

Montag, 16. März: Elektrobus SAM rollt vorerst in die Garage

Sechs Plätze, verteilt auf einer relativ kleinen Fläche, hat der größtenteils autonom fahrende Elektrobus SAM, der seit vier Wochen im Probebetrieb durch Drolshagen fährt. Folgerichtig erscheint da die Entscheidung, die Bürgermeister Uli Berghof auf Facebook verkündet: „Aufgrund der aktuellen Ausnahmesituation wurde beschlossen, den Probebetrieb von SAM in Drolshagen ab morgen, 17. März, zum Schutz der Gesundheit von Fahrgästen und Mitarbeitern bis auf Weiteres auszusetzen.“

Montag, 16. März: Spieler der SG Finnentrop-Bamenohl infiziert

Ein Spieler des Westfalenliga-Spitzenreiters SG Finnentrop-Bamenohl ist mit dem Coronavirus infiziert, wie ein Vereinssprecher auf unsere Anfrage bestätigte. Er befindet sich mit leichten Symptomen in häuslicher Quarantäne.

Daraufhin hat sich auch ein Großteil der Mannschaft auf freiwilliger Basis zu Hause zurückgezogen. Sportlich hat die Infektion keinerlei Auswirkungen. Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, ist der Fußballbetrieb derzeit ohnehin komplett eingestellt.

Montag, 16. März: Schwere Zeiten für FKK-Club-Betreiber

„Es ist eine absolute Krise“, meint Burghard Grudnick, Clubbesitzer des FKK-Schlaraffenland in Wenden. Am Montagmorgen habe er den Anruf der Gemeinde bekommen, dass er seinen Club sofort und bis auf Weiteres schließen müsse.

„Schon in den vergangenen zwei Wochen hatten wir nur noch sehr wenig Kunden, vielleicht zehn Prozent des üblichen Aufkommens“, so Grudnick. Die Anzeichen waren da, trotzdem habe ihn die Entscheidung der Landesregierung überrumpelt.

Wie es weitergehen soll, das wisse er noch nicht. „Vielleicht bieten wir Fern-Sex an. Die Mädchen stehen dann zehn Meter von dem Kunden entfernt und ziehen sich aus“, macht Grudnick einen nicht ganz ernst gemeinten Vorschlag. Er hoffe, dass „die Mädchen nicht weglaufen“ und sich der Club bis Ende der Sperrfrist am 19. April halten könne.

Betroffen von dem neuen Erlass sind neben Prostitutionsbetrieben auch Bars, Kinos und ab morgen auch Fitnessstudios und Schwimmbäder.

Montag, 16. März: Osterbrauchtum in Attendorn macht Pause

Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wurden die Brauchtumsfeiern zum Osterfest in Attendorn abgesagt. Das betrifft das Semmelsegnen, das Aufstellen und Abbrennen der Osterkreuze und die abendliche Prozession mit den alten Lüchten am Karsonntag.

In der offiziellen Stellungnahme des Vorstands heißt es: „Die aktuelle Situation fordert unsere gesamte Gesellschaft in einer vorher nicht bekannten Art und Weise. Auch wir als Osterfeuerverein Attendorn werden verantwortungsbewusst damit umgehen, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen bzw. zu verhindern.“

Montag, 16. März: Fünf weitere Corona-Fälle im Kreis Olpe

Dem Gesundheitsamt des Kreises Olpe sind fünf neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Die betroffenen Personen kommen aus Drolshagen, Finnentrop, Kirchhundem und Olpe. Kreisweit ist die Gesamtzahl der gemeldeten Infektionen damit auf zwölf angestiegen.

Montag, 16. März: Volksbank setzt Betrieb in Filialen aus

Die Volksbank Bigge-Lenne hat sich dazu entschlossen, den Geschäftsbetrieb in allen kleineren Filialen kurzfristig auszusetzen. Geöffnet bleiben im Kreis Olpe die Beratungszentren in Attendorn, Grevenbrück und Altenhundem. Bis auf Weiteres sind sie von Montag bis Donnerstag zwischen 9 und 12 sowie zwischen 14 und 16.30 Uhr sowie Freitag zwischen 9 und 16 Uhr geöffnet.

Der Vorstand empfiehlt Kunden und Mitgliedern, über das Kundenservicecenter zunächst telefonisch Kontakt aufzunehmen. Für die Bargeldversorgung stehen die SB-Automaten weiter flächendeckend zur Verfügung. Alle Kundenveranstaltungen bis Ende Mai sind abgesagt.

Montag, 16. März: Rewe und dm wollen Hamsterkäufe vermeiden

Kunden, die den Rewe-Markt in der Attendorner Innenstadt aufsuchen, dürfen ab sofort nur noch in „haushaltsüblichen Mengen“ (3 Stück/pro Artikel), so steht es in einem Aushang, einkaufen. Also nur noch drei Gurken oder drei Nudelpackungen.

„Bei Beschwerden melden Sie sich bitte bei der Geschäftsführung. Unsere Mitarbeiter können nichts für diese Ausnahmesituation. Wir bitten um Ihr Verständnis“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Auch die Drogeriekette dm bittet Kunden darum, ihren Einkauf auf „haushaltsübliche Mengen“ zu beschränken. „Aufgrund der hohen Nachfrage kommt es derzeit zu Lieferengpässen“, heißt es dort. Die Regale für Toilettenpapier und Küchenrollen sind wie leergefegt. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Warenverfügbarkeit für Sie wiederherzustellen.“

Handelsverbände betonen seit Tagen, dass die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt sei.

Fleischwarenspezialist Metten in Finnentrop profitiert hingegen davon, dass sich viele Bürger einen größeren Lebensmittel-Vorrat anlegen. Das Unternehmen fuhr die Produktion hoch – auf ein Niveau wie sonst nur in der Weihnachtszeit.

Montag, 16. März: Kein neuen Zahlen vom Kreis

Der Kreis Olpe teilt auch auf Nachfrage nicht mit, wie viele bestätigte Corona-Fälle es in den sieben Städten und Gemeinden derzeit gibt. Täglich solle ein Lagebericht veröffentlicht werden, heute voraussichtlich in den Nachmittagsstunden. Zu Gerüchten, dass sich in Brachthausen mehrere Rückkehrer aus dem Skiurlaub mit dem Coronavirus infiziert haben, macht der Kreis bis dahin keine Aussagen.

Offiziell sind bislang sechs Infektionen in Finnentrop, Olpe und Kirchhundem bestätigt (Stand Donnerstag). Seitdem gab es seitens des Kreises keine neuen Meldungen.

Montag, 16. März: Kaum noch Trauungen in Wenden

Die Gemeinde Wenden, die ihr Rathaus ebenfalls für den Publikumsverkehr geschlossen hält, sollen nur noch Trauungen durchgeführt werden, die nicht mehr verschoben werden können. „Die Zahl der teilnehmenden Personen ist auf ein absolutes Minimum zu beschränken“, teilt die Gemeinde mit.

Montag, 16. März: Weitere Behörden schließen ihre Dienststellen

Arbeitsagentur, Jobcenter und Familienkassen schließen ab Mittwoch, 18. März, ihre Dienststellen an allen Standorten. Bis dahin sind persönliche Vorsprachen bereits nur noch im Notfall zugelassen. „Um in der aktuellen Lage die wichtigsten Dienstleistungen erbringen zu können, konzentrieren sich die Behörden auf die Bearbeitung und Bewilligung von Geldleistungen“, teilt die auch für den Kreis Olpe zuständige Agentur für Arbeit Siegen mit.

Eine Arbeitslosmeldung kann auch telefonisch erfolgen. Ein Antrag auf Grundsicherung oder auch Kindergeld kann formlos in den Hausbriefkasten der Dienststelle eingeworfen werden. Alle persönlichen Gesprächstermine entfallen ohne Rechtsfolgen. „Sie müssen diese Termine nicht absagen, Sie müssen diesbezüglich auch nicht anrufen“, betont die Arbeitsagentur. „Wir agieren, so gut es geht, in diesen schwierigen Zeiten unbürokratisch und flexibel, so dass die Versorgung aller Menschen, die auf die Geldleistungen von Jobcenter oder Arbeitsagentur angewiesen sind, sichergestellt ist.“

Die Gemeindeverwaltung Kirchhundem ist seit heute bis auf Weiteres für den Publikumsverkehr geschlossen. Die Schließung betrifft die gesamte Verwaltung einschließlich des Sozialamtes, der Rentenstelle und den Gemeindewerken. Die Beschäftigten der Gemeindeverwaltung sind weiterhin während der Dienstzeiten telefonisch oder per E-Mail erreichbar. Die Kontaktdaten finden Sie unter www.kirchhundem.de.

Damit schließt sich Kirchhundem der Entscheidung der Kreisverwaltung an. Viele andere Stadt- und Gemeindeverwaltungen hatten die Bürger bereits am Wochenende aufgerufen, Besuche in den Rathäusern möglichst zu vermeiden.

Montag, 16. März: So erleben Menschen im Kreis Olpe die Corona-Krise

Spätestens nach dem gestrigen Erlass der Landesregierung ist das öffentliche Leben im Kreis Olpe vollkommen lahm gelegt. „Wir machen jetzt einfach das Beste aus der Situation“, lautet der Tenor auf der Facebook-Seite der WP Kreis Olpe – aufgeschrieben von Nadine Schmidt. „Lernen für die Schule, gemeinsam kochen und backen, Waldspaziergang, die nächsten Wochen werden wir die Fenster dekorieren und auch einfach Mal alle zusammen auf dem Sofa kuscheln.“

Jana Koch arbeitet seit dieser Woche von Zuhause aus: „Das ist schon eine Umstellung, da ich sonst erst zur Arbeit fahren musste. Mal sehen, was ich mit der gewonnenen Zeit mache.“ Für Stefanie Höcker ist Home office dagegen keine Option: „Ich muss wie immer arbeiten im Einzelhandel, auf uns nimmt niemand Rücksicht. Unsere Kinder haben Aufgaben bekommen und ich hoffe, dass meine Eltern sich trotz allem kümmern.“

Sonntag, 15. März: Schwimmbäder und Kinos im Kreis Olpe schließen

Nach einem neuen Beschluss der Landesregierung von Sonntag kündigen nun auch weitere öffentliche Einrichtungen im Kreis Olpe ihre Schließung an. Der Förderkreis Saalhausen gab bekannt, dass die vom Verein betriebene Sauna auf dem Gelände des Naturerlebnisbades Saalhausen bis auf Weiteres geschlossen bleibt.

Auch das Bad am Rothaarsteig in Oberhundem bleibt bis auf Weiteres geschlossen. „Der Badebetrieb wird komplett eingestellt“, teilt Leiter Carsten Picker mit. Die Olper Bäderbetriebe hatten schon am Mittag mitgeteilt, dass das Freizeitbad Olpe ab Montag, 16. März, vorerst geschlossen bleibt.

Die Ökumenische Initiative Warenkorb wollte bei der Tafel in Olpe am Mittwoch, 18. März, eigentlich noch eine Ausgabe von Lebensmitteln – bereits in Tüten abgepackt – ermöglichen. Doch auch diese Ausgabe wird es nicht mehr geben. „Wir haben uns schweren Herzens dazu entschieden, zum Schutze unserer Kunden und Mitarbeiter, diesen Schnitt zu machen, da die Folgen im Moment nicht berechenbar sind“, erklärt Hella Pelz.

Von dem neuen Beschluss betroffen sind auch die Kinos im Kreis Olpe. „Wir haben bis zum Schluss die Titanic schwimmen lassen, nun ist es aber durch einen Erlass des Landes NRW soweit: Wir müssen auf unbestimmte Zeit schließen“, schreibt Theaterleiter Stefan Brögeler in einem Facebook-Posting des Cineplex Olpe. „Ich möchte mich an dieser Stelle ganz besonders für die Solidarität und das Engagement meines wunderbaren Teams bedanken, das in dieser schwierigen Zeit wirklich außerordentlich kooperativ und verständnisvoll war.“

Ähnlich wie das JAC Kino in Attendorn und das Lichtspielhaus Lennestadt in Altenhundem hatte das Cineplex zuletzt bereits angeboten, bei der Ticketreservierung die Nachbarplätze automatisch freizuhalten.

Sonntag, 15. März: Ärztin geht transparent mit Erkrankung um

Unter den Corona-Patienten im Kreis Olpe ist auch Dr. Katja Roloff, Gynäkologin aus Kirchhundem, die eine Praxis in Altenhundem betreibt.

Per Aushang vor ihrer Praxis, in den sozialen Medien und telefonisch informierte sie ihre Patientinnen über die Infektion – andernfalls sei das Gesundheitsamt überfordert gewesen, die Kontaktpersonen zu ermitteln sagt sie im Interview.

Und die Medizinerin beruhigt: Die Krankheit verlaufe bei ihr ohne größere Komplikationen und die Hilfsbereitschaft in ihrem Umfeld sei groß. Gemeinsam mit ihrem ebenfalls erkrankten Mann, einem Urologen und Belegarzt am Lennestädter Krankenhaus, befindet sie sich in häuslicher Quarantäne.

Sonntag, 15. März: Vereine und Nachbarschaften bieten Hilfe an

Unter dem Eindruck der Corona-Krise wächst auch im Kreis Olpe die Hilfsbereitschaft. Wie in ganz Südwestfalen bieten Nachbarschaften und Vereinen insbesondere Senioren ihre Hilfe an.

Die Fußballer des FSV Helden oder der dritten Mannschaft des FC Kirchhundem bieten Risikopatienten, die möglichst gar nicht mehr aus dem Haus gehen wollen, in der fußballfreien Zeit an, ehrenamtlich Einkäufe zu erledigen oder Besorgungen in der Apotheke zu machen.

Gleiches hat sich der Junge Chor Chorios aus Olpe, bei dem der Probebetrieb ruht, auf die Fahnen geschrieben. „Wir möchten dabei helfen, dass du gesund bleibst“, schreibt Chorios in einem Facebook-Post.

Schon am Donnerstag hatte die Arbeitsgemeinschaft Olper Senioren (AOS) einen kostenlosen Lieferservice für Senioren angeboten. „Angesprochen fühlen sollen sich alle, die Grund zu der Befürchtung haben, dass eine Ansteckung mit dem Corona-Virus für sie gefährlich werden könnte“, heißt es in der Ankündigung. „Bestellt werden können Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs.“ Ansprechpartner ist Heinrich Maiworm unter Tel. 02761/9475231 oder per E-Mail an .

Sonntag, 15. März: Einschränkungen für Krankenhaus-Besucher

Die Krankenhäuser der Katholischen Hospitalgesellschaft in Olpe und Altenhundem ließen die Türen für Besucher der Patienten am Wochenende (noch) geöffnet. Allerdings wurden die Besucher am Eingang darauf hingewiesen, dass es ratsam sei zum Wohle der Patienten und der eigenen Gesundheit die Stationen nur zu betreten, wenn es unbedingt sein müsse.

An der Helios-Klinik in Attendorn wurde die Besuchszeit auf 15 bis 18 Uhr beschränkt und pro Patient soll möglichst nur ein Besucher die Klinik betreten. Operationen, die nicht medizinisch dringlich sind, werden verschoben, um Kapazitäten für mögliche Corona-Patienten freizuhalten, wie Geschäftsführer Volker Seifarth im Interview erklärt.

Sonntag, 15. März: Pfarrer wollen über Gottesdienste im Kreis Olpe beraten

Erst am Samstag hatte das Kirchspiel Drolshagen einen Flyer mit „Hinweisen in Zeiten der Corona-Pandemie“ veröffentlicht. Doch diese Informationen seien zum Teil schon nicht mehr aktuell, erklärte Pfarrer Markus Leber am Sonntag bei der Abschiedsmesse von Pater Werner Maiworm. Denn seit Samstag hat das Erzbistum Paderborn zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg die so genannte Sonntagspflicht, die zum Besuch der Sonntagsmesse verpflichtet, aufgehoben.

Die Pfarrer des Dekanats Südsauerland, das den gesamten Kreis Olpe umfasst, treffen sich am Dienstag zu einer Konferenz. Es deutet sich der Entschluss an, dass in den nächsten Wochen keine Heiligen Messen mehr gelesen werden. Was an den Kar- und Ostertagen in den Kirchengemeinden passiere, sei noch nicht entschieden. Beerdigungen erfolgen ohne Seelenamt im engsten Familienkreis. Das Seelenamt wird zum späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Pfarrer Leber appellierte, „einsame Menschen im Geiste der Nächstenliebe nicht zu vergessen“. Er regte an, mit ihnen telefonisch in Kontakt zu treten. Die Krankenkommunion und der Versehgang werden aufrecht erhalten.

In seinem Flyer schreibt der Pfarrer zum Schluss: „Wir erleben eine turbulente Zeit, wie sie nicht oft vorkommt. Doch mit einem kühlen Kopf, gesunden Hausverstand und vertrauend auf die Hilfe Gottes werden wir auch diese Situation meistern!“

Sonntag, 15. März: Biker trotzen Corona-Warnungen am Biggesee

Während das öffentliche Leben im Kreis Olpe aus Sorge und Vorsicht vor einer schnellen Ausbreitung des neuartigen Coronavirus weitgehend lahm liegt, lassen sich die Motorradfahrer von den Warnungen offenbar nicht aufhalten. Volles Haus herrschte am ersten sonnigen Frühlingswochenende zum Beispiel am Biggegrill. „Nicht alle schreckt Corona“, schreibt unser Fotograf. „Wie auf der Kirmes!“

Sonntag, 15. März: Kein Publikumsverkehr mehr in Kreisverwaltung

Die Kreisverwaltung Olpe ist ab Montag, 16. März, bis auf Weiteres für den Publikumsverkehr geschlossen. Die Schließung betrifft die gesamte Verwaltung einschließlich der Ausländerbehörde und Zulassungsstelle sowie der Außenstellen in Attendorn und Lennestadt. „Diese Maßnahme ist erforderlich, um eine weitere Ausbreitung des Corona-Virus zu vermeiden und den Dienstbetrieb des Kreises aufrechtzuerhalten und zu sichern“, teilt der Kreis mit.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung sind weiterhin telefonisch oder per E-Mail erreichbar. Die Kontaktdaten können auf der Internetseite der Kreisverwaltung Olpe gefunden werden. Einige Angelegenheiten können auch über das Online-Service-Portal der Kreisverwaltung Olpe erledigt werden. Die Zulassungsstelle ist über die Telefonnummer 02761/81-485 erreichbar.

Die Städte und Gemeinden hatten ähnliche Empfehlungen ausgesprochen.

Sonntag, 15. März: Freizeitbad Olpe vorübergehend geschlossen

Die Olper Bäderbetriebe teilen mit, dass das Freizeitbad Olpe sowie die Saunalandschaft aufgrund der aktuellen Lage vorübergehend vom Montag, 16. März, bis voraussichtlich Freitag, 3. April, geschlossen sind.

Sonntag, 15. März: Betretungsverbot in Kindergärten

Ab Montag, 16. März, gilt für alle Kindergärten im Kreis ein grundsätzliches Betretungsverbot. Aber es gibt eine Ausnahme, stellt Michael Stratmann, Geschäftsführer der Kits GmbH, im Kreis Olpe Träger von 51 Katholischen Kindertagesstätten, klar. „Wir sind verpflichtet, weiter Betreuungsmöglichkeiten für Kinder anzubieten, deren Eltern in hoheitlichen bzw. medizinischen und pflegerischen Berufen in diesen Tagen besonders gefordert sind“, erklärt Stratmann.

Im Wortlaut des Beschlusses der Landesregierung gilt diese Ausnahmeregelung u.a. für Ärztinnen und Ärzte, Pflegepersonal und weiteres Personal. „Für unsere Einrichtungen bedeutet dies in der Praxis, dass wir am Montag die Kindertageseinrichtungen ganz normal besetzen werden. Kinder von Eltern, die den oben genannten Gruppen angehören, werden in allen Einrichtungen aufgenommen und betreut“, erklärt Stratmann. Weitere Einzelheiten will die Landesregierung per Runderlass mitteilen, der aber noch nicht vorliegt. Es ist wohl geplant, dass mit dem Jugendamt kommunale Lösungen abgesprochen werden. „Hier wird auch über die komplette Schließung einzelner Einrichtungen gesprochen werden“, so Stratmann.

Auch die Kitas traf der Erlass der Landesregierung am Nachmittag zum ungünstigen Zeitpunkt, teilweise waren einige Mitarbeiterinnen schon zuhause. Die Regionalleitungen und Kita-Leitungen versuchten am Freitag bis in die Abendstunden, alle Eltern zu erreichen.

Sonntag, 15. März: Ferienfahrplan bei den VWS

Die Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd (VWS) reagieren auf den Erlass der NRW-Landesregierung, dass die Schulen ab der kommenden Woche geschlossen bleiben. Am Montag und Dienstag, wenn die Schulpflicht zwar bereits aufgehoben, die Schulen für organisatorische Maßnahmen und Betreuungsangebote noch geöffnet sind, verkehren die Busse im Kreis Olpe nach dem regulären Fahrplan. Ab Mittwoch, 18. März, werden die Verkehrsbetriebe bis auf Weiteres nach dem Ferienfahrplan verkehren. Fragen beantworten die Verkehrsbetriebe telefonisch unter Tel. 0271/31810 oder per E-Mail an

Sonntag, 15. März: AOK schließt Geschäftsstellen

Ab Montag, 16. März, werden die AOK-Kundencenter in Attendorn, Lennestadt und Olpe für die persönliche Beratung der Kunden bis auf Weiteres geschlossen. Die AOK-Mitarbeiter sind dann nur noch über das Service-Telefon 0800/2655000, per Post, E-Mail unter kontakt@nw.aok.de oder digital über das Online-Servicecenter im Internet erreichbar . Mobil geht es mit der ‚Meine AOK-App‘.

„Wir werden unsere AOK-Kundencenter jetzt schließen, um unsere Versicherten und deren Angehörige sowie unsere Beschäftigten gleichermaßen zu schützen. So tragen wir mit dazu bei, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, damit Arztpraxen, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen arbeitsfähig und auch wir selbst als größte gesetzliche Krankenversicherung in der Region handlungsfähig bleiben“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Dirk Schneider.

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