Kundgebung

550 Menschen bei Klimastreik im Kreis Olpe auf der Straße

Über die Pannenklöpperstraße ziehen am Freitagnachmittag 350 Klimaaktivisten. Das Teilnehmerfeld ist bunt gemischt.

Über die Pannenklöpperstraße ziehen am Freitagnachmittag 350 Klimaaktivisten. Das Teilnehmerfeld ist bunt gemischt.

Foto: Dominik Brendel

Altenhundem.  Die Teilnehmerzahl der Fridays for Future-Demos im Kreis Olpe überrascht auch die Organisatoren. Klimademo ist mehr als ein Schülerprotest.

Der Aufstand der Fridays for Future-Bewegung im Kreis Olpe wird größer, lauter und vielfältiger. Rund 550 Menschen folgten am Freitag dem internationalen Aufruf zum Klimastreik. Gerechnet hatte die hiesige Kreispolizeibehörde mit 200 Demonstranten in Olpe und 100 in Altenhundem, doch gekommen waren jeweils fast doppelt so viele. Auffällig war bei den friedlichen Kundgebungen, dass Fridays for Future längst mehr als ein Schülerprotest ist. Menschen aller Altersklassen setzten sich am Freitagnachmittag für besseren Klimaschutz ein.

Olpe

Vom alten Bahnhof aus setzte sich der Zug mit rund 300 Teilnehmern – zirka 50 weitere kamen später am Marktplatz dazu – in Bewegung, am Rathaus und Kurkölner Platz vorbei, durch die Martinstraße. Zwischenzeitlich kam es dort und in der Pannenklöpperstraße zu Verkehrsbehinderungen. „Opfert unsere Zukunft nicht für eure Gier“ oder „Es gibt keinen Planet B“ lauteten einige der Botschaften auf den selbst gebastelten Pappschildern. Andere Aktivisten zeigten sich weniger kreativ. „Das war’s Lars“ oder „Ich bin so sauer, dass ich mit einem Schild rumlaufe“-- diese „Botschaften“ wurden ebenfalls während der Freitagsdemonstration verkündet.

Von der Martinstraße aus zogen die friedlich demonstrierenden Klimaschützer über die Rochusstraße und die Westfälische Straße zum Marktplatz. Und dort wurde es laut. „Rauf mit dem Umweltschutz, runter mit der Kohle“, skandierten die Teilnehmer. Die Band Hugo Union mit der Sängerin Annina Struve sorgte für gute Stimmung. Zwischendurch nahmen Klimaschutzaktivisten das Mikrofon an sich und hielten Reden. So wie Juliane Ellmann. „Uns allen ist dieser drohende Klimawandel seit vielen Jahren bekannt, nicht erst seit Fridays for Future. Ich bin schon vor 30 Jahren fürs Klima auf die Straße gegangen“, sagte die Psychotherapeutin aus Olpe.

Aber jetzt rase der Klimawandel unaufhaltsam auf die Menschen zu. Angesichts dessen dränge sich die Frage auf, warum es nicht endlich gravierende Änderungen in allen Lebensbereiche gebe. „Überall auf dieser Welt nehmen die Katastrophen zu. Es mangelt nicht an Wissen und Information.“ Niemand könne so rücksichtslos und profitgeil sein, das Überleben der Menschheit zu riskieren. Ellmann: „Dennoch schauen zu viele Menschen weg, weil es einfach ist. Hinschauen hingegen (...) ist wahrlich nicht leicht. Und es ist auch nicht leicht, sich tagtäglich den ganzen Kritikern zu stellen.“

Dass am Weltklimatag 350 Menschen auf die Straßen Olpes gingen, sei ein „starkes Zeichen“ gewesen, sagte Ellmann. Zwischenfälle gab es nicht. „Alles ist friedlich verlaufen“, sagte ein Polizeisprecher.

Altenhundem

„Wir sind viele, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft raubt“, mit derartigen Parolen zogen am Freitag ab 13.30 Uhr in Altenhundem etwa 200 Klimaschutzaktivisten friedlich demonstrierend durch die Altenhundemer Innenstadt. Vom Vier- bis zum über 70-Jährigen verliehen die Menschen ihrer Forderung nach Klimaschutz und einer deutlichen Reduzierung des CO2-Ausstosses Nachdruck.

Mit Bannern und Plakaten, auf denen deutlich lesbar stand: „Sparsam konsumieren, ohne Profit zu produzieren“, „Wir trinken aus Glasflaschen, „Wir laufen zur Schule“ und „Für die Zukunft unserer Kinder“ bahnten sich die Teilnehmer, begleitet von der Polizei den Weg entlang der Hauptstraße.

100 Teilnehmer hatten sich im Vorfeld angemeldet. Für Veranstalterin Janne Kilgus ein toller Erfolg. „Ich bin sehr zufrieden. 200 Teilnehmer – das kann sich sehen lassen“, so Janne Kilgus.

Die dritte Veranstaltung konnte mit zwei Neuheiten aufwarten: Am Zielort dem Altenhundemer Rathaus gab es eine Diskussionsrunde und Musik der „Red Dust“. Vor dem Rathaus machte Christopher Ende deutlich, dass sich die Klimaschutz-Demos zu einem generationenübergreifenden Thema entwickelt haben.

Nicht nur Schüler, sondern auch Eltern, Großeltern und Lehrer gehen für etwas, das alle Menschen angeht, auf die Straßen. „Ich finde das Anliegen mehr als berechtigt. Daher unterstützte ich es gerne“, sagte etwa Pastor Ludger Wollweber. „Wir haben es uns in unserer Wohlstandsecke gemütlich gemacht. Die Jugendlichen zeigen uns, dass wir etwas ändern müssen und sie setzten sich beispielhaft dafür ein“, ergänzte Liesel Kipp.

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