Einzelhandel

„2-Rad Meyer“ schließt am Heiligen Abend in Attendorn

Christoph Fingerlin ist Werkstattleiter von "2-Rad Meyer - Bikes & More" in Attendorn. Am 24. Dezember wird er jedoch letztmals die Türen des Einzelhändlers mit Sitz in Plettenberg öffnen.

Christoph Fingerlin ist Werkstattleiter von "2-Rad Meyer - Bikes & More" in Attendorn. Am 24. Dezember wird er jedoch letztmals die Türen des Einzelhändlers mit Sitz in Plettenberg öffnen.

Foto: Flemming Krause / WP

Attendorn.  Geschäftsführer Holger Rahn führt Zweigstelle an der Kölner Straße in Attendorn nicht fort. Grund ist eine Expansion am Stammsitz in Plettenberg.

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Wenn das Fahrrad, vorzugsweise auch das E-Bike, repariert werden muss, man dringend einen neuen Helm oder ein neues Shirt braucht, dann führt der Weg für viele Attendorner an „2-Rad Meyer – Bikes & More“ nicht vorbei. Zumindest bislang. Denn es gibt schlechte Nachrichten für alle fahrradbegeisterten Hansestädter, die seit Jahren dem Radspezialisten an der Kölner Straße, direkt neben dem Rathaus gelegen, die Treue halten: Am Heiligen Abend öffnen Werkstattleiter Christoph Fingerlin und sein Kollege Daniel Hoffmann zum letzten Mal die Türen. Um 12.30 Uhr ist am 24. Dezember Schluss, für immer nach fast sieben Jahren am Standort in der Attendorner Innenstadt.

Wenn allein die Umsatzzahlen und der Kundenstamm, der sich seit der Eröffnung im März 2013 nach und nach erweitert hat, ausschlaggebend für diese Entscheidung wären, dann würde Holger Rahn, seit 1999 in zweiter Generation Geschäftsführer des Einzelhändlers, seine Zweigstelle in Attendorn wohl nicht aufgeben. „Doch der Aufwand und die Arbeit sind uns zu viel geworden“, erklärt der 49-jährige Plettenberger im Gespräch mit dieser Redaktion.

Personelle Bündelung in Plettenberg

In seiner Heimatstadt befindet sich das Haupthaus von „2-Rad Meyer“, das erst sein Vater und schließlich er selbst auf- und vor allem ausbaute. Und weil sich der Geschäftsführer mit seinen Team, seinen Fahrrädern und der Werkstatt im Frühjahr kommenden Jahres in Plettenberg deutlich vergrößern wird, will er alle (personellen) Kräfte an diesem Standort bündeln. Daher wird Christoph Fingerlin, seit 2015 im Betrieb, nach Plettenberg übersiedeln.

Diese Expansion sei schon lange sein Wunsch gewesen, berichtet Rahn, denn bislang habe sich sein Team in Plettenberg mit nur knapp 200 Quadratmetern begnügen müssen. Nun kommen durch eine zusätzliche, direkt angrenzende Immobilie noch einmal 350 Quadratmeter hinzu. „Wir platzen in Plettenberg aus allen Nähten. Wenn man so will, bündeln wir jetzt die Flächen von Attendorn und Plettenberg an einem Standort“, erklärt der Geschäftsführer und ergänzt: „Und dann ist es natürlich ein Vorteil, immer vor Ort zu sein. Auch wenn es bis nach Attendorn nur 15 Kilometer sind, war das nicht immer einfach und die Pendelei zeitintensiv.“ So ganz, verspricht er, werde „2-Rad Meyer“ aus der Hansestadt ja gar nicht verschwinden. Man werde den internen Fahrdienst sogar etwas ausbauen, um die Kunden aus Attendorn auch weiterhin beliefern und beraten zu können. „Wir wollen diesen Kundenstamm natürlich behalten“, sagt der 49-Jährige.

Das Pachtverhältnis der Immobilie an der Kölner Straße lässt er daher auslaufen. Bis zum Deadline-Tag am 24. Dezember soll sich der Laden mittels Räumungsverkauf und einigen Rabattaktionen möglichst komplett leeren.

Räumungsverkauf hat begonnen

Mit dem Rückzug aus Attendorn verliert auch die Werbegemeinschaft eines ihrer Mitglieder. Leider, sagt Apotheker Christian Springob, der Vorsitzender der Werbegemeinschaft ist: „Jedes Fachgeschäft, das schließt, macht uns ein bisschen traurig. Fahrrad Meyer hat 2013 eine Lücke in Attendorn geschlossen und, davon bin ich fest überzeugt, großen Zuspruch der Attendorner erfahren.“ Von Resignation ist aber keine Spur: Auch wenn zuletzt Einzelhändler-Größen wie „Schuh Hoberg“ oder „Schuster ProFashion“ in der Innenstadt geschlossen haben, ist Christian Springob vom Einzelhandelsstandort Attendorn vollends überzeugt. Er betont: „Man kann sehen, dass sich neue Einzelhändler bei uns niederlassen und wir, auch dank des Innenstadtumbaus, auf einem guten Weg sind.“ Künftig eben nur ohne „2-Rad Meyer“.

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