„Wir sind echte Freunde“

Am Samstag, den 20.10.2012 in Kleve feierte man 30 Jahre polnische katholische Gemeinde. Foto: Heinz Holzbach / WAZFotoPool

Am Samstag, den 20.10.2012 in Kleve feierte man 30 Jahre polnische katholische Gemeinde. Foto: Heinz Holzbach / WAZFotoPool

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Kleve. Sie lieben sie: ihren Erzbischof und Altprimas Henryk Josef Muszynski und Pfarrer Fritz Leinung, der ihnen damals in „seiner“ Unterstadtkirche ein zu Hause gab. „Das sind Heilige für uns“, erklärte eine Dame, die um kurz vor fünf am Samstagnachmittag noch verzweifelt einen Parkplatz nahe der Stiftskirche suchte. Viele wollten es eben nicht versäumen dabei zu sein bei diesem Festgottesdienst, der von Weihbischof Wilfried Theising zelebriert wurde.

Nicht ohne Grund fielen immer wieder die Namen des Erzbischofs und des ehemaligen Pfarrers der Unterstadtkirche. Schließlich stehen sie für Völkerverständigung, ebneten vor 30 Jahren den Weg für eine polnische Gemeinde in der Schwanenstadt und legten somit auch den Grundstein für die Klever Ortsgruppe des Bundes der Polen. Und so freuten sie sich alle, gemeinsam mit ihren deutschen Freunden ein feierliches Pontifikalamt zu feiern, das vom stimmgewaltigen Chor „Cantate Deo“ begleitet wurde.

„Die Kirche wird immer voller“

Die Anfänge in Kleve seien bescheiden gewesen, hieß es in der Begrüßung von Pfarrer Henryk Wieczorek, aber man könne voller Stolz zurückblicken: „Die Kirche wird immer voller, weil es immer mehr Menschen gibt, die den Wunsch haben, an einer polnischen Messe teilzunehmen.“

Es sei eine Feier, bei der man der Vergangenheit danke, in die Zukunft blicke und die Aufgaben festlege, erklärte Erzbischof Muszynski in seiner in deutscher und polnischer Sprache gehaltenen Predigt: „Ein solches Jubiläum ist wie ein Hügel, wo man nach hinten und nach vorne schaut.“ Weihbischof Wilfried Theising äußerte den Wunsch, dass die Völker immer weiter zusammenwachsen und wusste: „Wir sind echte Freunde.“

Großer Bahnhof auch beim anschließenden Empfang im Kolpinghaus, an dem viele Wegbegleiter der polnischen Gemeinde und des Bundes der Polen, aber auch Politprominenz und Polens Konsul Andrzej Dudzinski teilnahmen. Lobende Worte und immer wieder Applaus für Pfarrer Leinung, der, wie man ihn kennt, etwas abseits beim Empfang im Hintergrund saß.

Bescheidenheit, das zeichnet ihn bereits seit jeher aus. Und während Kleves stellvertretender Bürgermeister Joachim Schmidt viele Ereignisse der vergangenen 30 Jahre Revue passieren ließ, stand einer nicht so sehr im Rampenlicht: der „Motor“, so Schmidt, dieser guten Kontakte – Wladyslaw Pisarek, Vize-Vorsitzender des Bundes der Polen in Deutschland: „Wir gehen gemeinsame Wege auf den Spuren europäische Geschichte.“ Gelebte Völkerverständigung in Kleve.

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