Elektromobilität

Wie steht es um die Elektromobilität im Kreis Kleve?

Noch sind Elektroroller auf den Straßen im Kreis Kleve selten anzutreffen. Roman Ziegler aus Reichswalde verleiht sie jetzt.

Noch sind Elektroroller auf den Straßen im Kreis Kleve selten anzutreffen. Roman Ziegler aus Reichswalde verleiht sie jetzt.

Foto: Andreas Gebbink

Kreis Kleve  E-Bikes und Pedelecs sind weiterhin stark im Kommen. E-Roller werden nur vereinzelt verkauft. Für E-Tretroller hingegen gibt es keine Nachfrage.

. Der Niederrheiner bleibt bei seiner Fiets. Auch wenn Bundesumweltminister Andreas Scheuer noch so oft mit seinem E-Tretroller werbewirksam auf den Fluren des Ministeriums fährt, die kleinen Flitzer möchte zurzeit auf dem Land noch niemand haben. Eine Umfrage der NRZ bei örtlichen Fahrradhändlern der Region ergab: Es gibt noch keine E-Tretroller im Programm. Ärger noch: Die Fahrradhändler können die Tretroller noch nicht einmal im Handel beziehen: „Es gibt zurzeit nur ein zugelassenes Modell von BMW und das kostet 200.000 Euro“, sagt Ulrich Terhorst vom Klever Fahrradladen E-Motion. Na, da wartet man wohl besser noch auf günstigere Angebote...

E-Bikes liegen im Trend

Dafür liegen die E-Bikes und Pedelecs umso mehr im Trend: E-Motion in Kleve verkauft ausschließlich E-Räder, beim Klever Fahrradprofi sind es gut 50 Prozent, bei Fahrrad Daute gar bis zu 65 Prozent und auch bei Fahrrad Lörper in Goch gibt es einen starken Umsatz mit Elektrofahrrädern. Carlo Lörper erzählt, dass viele Kunden das neue Angebot des Leasings in Anspruch nehmen. Der Gesetzgeber ermöglicht es, ein Fahrrad mit Gehaltsumwandlung zu leasen (siehe Box). Damit lassen sich bis zu 40 Prozent sparen, sagt Carlo Lörper.

Bei den neu zugelassenen E-Tretrollern ist der Fachmann aus Goch noch skeptisch: „Ich kann die Entwicklung nur schwer abschätzen. Wenn hier jede Woche jemand einen Roller nachfragen würde, dann wäre ich der erste, der ein Angebot schafft“, sagt er. Für einen E-Tretroller müsse man mit 2000 bis 2500 Euro rechnen: „Wenn wir das machen, dann richtig - mit einer größeren Auswahl und technischem Support.“

Die Sicherheit von E-Tretrollern wird bezweifelt

Auch Stephan Heßeling vom Emmericher Geschäft „Der Fahrradspezialist“ sieht das Angebot an E-Scootern noch skeptisch. Jene Modelle, die den Qualitätsansprüchen des Händlers genügen, seien noch zu hochpreisig. „Bei den Modellen für rund 400 Euro habe ich Zweifel“, sagt Heßeling. Ob der Motor, der Akku und dessen Reichweite und besonders die Bremsen: „Ich weiß nicht, ob eine Kickbremse hinten aufs Blech bei 20 km/h aufwärts wirklich so wirkungsvoll ist.“ Heßeling geht davon aus, dass die E-Scooter auf den Messen im Sommer ein großes Thema sein werden: „Da werden wir wahrscheinlich damit erschlagen.“ Vielleicht entwickle sich dann noch etwas.

E-Tretroller seien eher etwas für die Großstadt

Ulrich Terhorst von E-Motion aus Kleve sieht eine Nachfrage für E-Tretroller eher in Großstädten. „Am Niederrhein setzt man sich doch lieber aufs Fahrrad.“ Und da werde das Portemonnaie auch gezückt. Räder für 3000 bis 4000 Euro seien keine Seltenheit. E-Tretroller sind seiner Meinung nach auch nicht sehr sicher: „Jüngere Leute können da sicherlich mit umgehen, aber eine ältere Person kann ich mir darauf schwer vorstellen. Man bekommt schnell Übergewicht.“

Markus Daute aus Kleve hat bereits die ersten Nachfragen nach E-Tretrollern, nur leider gebe es noch keine vernünftigen Angebote auf dem Markt. „Am Niederrhein sind die Entfernungen auch einfach zu weit. Da hat das Fahrrad einfach seine unschlagbaren Vorteile“, so Daute. Die Nachfrage nach E-Bikes sei daher hoch: „Wenn man sieht, wie viele E-Bikes bei der Höfetour am Wochenende unterwegs waren, das ist schon unglaublich.“ Das Leasingmodell sieht er durchaus kritisch: „Das muss jeder Kunde für sich individuell ausrechnen. Es muss nicht immer von Vorteil sein.“ Kurz gesagt: Wer keine Steuern zahlt, kann auch keine Steuern sparen.

Elektronische Roller gibt es kaum

Seit geraumer Zeit sind auch elektronische Roller im Straßenverkehr zugelassen. Aber auch die elektronische Variante einer Vespa ist bislang nur vereinzelt im Straßenverkehr zu sehen. In Kleve versucht jetzt Roman Ziegler aus Reichswalde sein Glück mit dem Verleih und Verkauf von E-Rollern. Drei Bikes, die aussehen wie ein elektronischer Schopper, hat er im Angebot. Im Urlaub habe er die leisen Roller bereits gefahren und damit eine Menge Spaß gehabt: „Da dachte ich mir, dass so etwas doch im Kreis Kleve auch funktionieren kann.“ Die Fahrzeuge sind jetzt zugelassen und er selbst fährt damit zum Brötchenholen oder zur Sparkasse nach Materborn. „Das Handling ist ganz einfach: Draufsetzen, Gas geben, bremsen, lenken“.

Die E-Roller sind bis zu 50 Km/h schnell und man benötigt auch einen Helm. Die Ladezeit betrage vier bis fünf Stunden. Noch sind die E-Roller im Kreis Kleve kaum zu finden. Ziegler glaubt dennoch an die Zukunft: „Sie sind einfach viel leiser und mit grünem Strom auch umweltfreundlicher“. Künftig möchte er auch Tret-Roller anbieten und über seine Internetseite „Clever City Cruiser“ vermarkten.

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