Verkehr

Schiff rammt Schleuse - Wasserschwund in Maas und Niers

Die Flussmündung der Niers bei Gennep: Der Pegelstand ist stark zurückgegangen.

Die Flussmündung der Niers bei Gennep: Der Pegelstand ist stark zurückgegangen.

Foto: Andreas Gebbink

Gennep.   Kurz vor Silvester rammte ein deutscher Binnenschiffer ein Schleusentor bei Grave. Der Pegel der Maas sank schlagartig um zwei Meter.

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Es ging auf einmal alles ganz schnell: Am Donnerstagabend rammte gegen 19.30 Uhr ein deutsches Binnenschiff ein Schleusenwerk in der Maas bei Grave, einem kleinen Örtchen westlich von Nimwegen. Das Schleusenwerk reguliert die Wasserstände der Maas auf ein kontinuierliches Niveau von 7,90 Meter. Doch als das Schleusentor auf einer Länge von 30 Metern Leck schlug, floss das Wasser der Maas ungehindert Richtung Rotterdam.

Es war, als ob jemand den Stöpsel aus der Badewanne gezogen hätte. Auf einer Länge von gut 28 Kilometern sanken die Pegelstände in kürzester Zeit um zwei Meter. Niederländische Wasserbauexperten von Rijkswaterstaat gehen sogar davon aus, dass der Pegel noch bis auf fünf Meter zurückgehen wird.

Nierspegel gesunken

Auch die Niers, die bei Gennep in die Maas mündet, ist davon betroffen. Im Mündungsgebiet sind die Wasserstände sehr stark zurückgegangen. Ab Ottersum führt die Niers deutlich weniger Wasser und im Mündungsraum hat die Fließgeschwindigkeit durch das Höhengefälle stark zugenommen. In Goch und Weeze sind die Wasserstände konstant geblieben.

Niederländischen Berichten zu Folge werden die Reparaturarbeiten am Schleusenwerk in Grave zwei bis drei Wochen dauern. So lange wird es auch keine Schifffahrt auf der Maas geben können. Die Maas muss durch Wehre und Schleusen auf einem einheitlichen Wasserstandsniveau gehalten werden, da der Fluss in der Provinz Limburg große Höhenunterschiede überbrückt. Insgesamt gibt es in der Maas sieben Wehre, die den Wasserstand regulieren.

Häuser in Schräglage

Vor allem die Region um Gennep wurde getroffen. Häuser und Binnenschiffe im Naherholungsgebiet Paesplas wurden von den schnell sinkenden Pegelständen überrascht. Mehrere Häuser sind in Schieflage geraten und können nicht mehr bewohnt werden. Die Hauseigentümer ängstigen sich jetzt um die Standfestigkeit ihrer Immobilien. Durch die extreme Schieflage befürchten sie eine dauerhafte Schädigung der Statik. Auch einige Binnenschiffe liegen zum Teil bis zu dreißig Grad in Schräglage.

Die niederländischen Wasserbaubehörden sorgen sich zurzeit auch um die Standfestigkeiten von Kaimauern und Deichen. Diese werden in den kommenden Tagen alle überprüft.

Die Polizei ermittelt zurzeit immer noch die Ursache des Unfalls. Am Donnerstag war an der Maas in der Region dichter Nebel.

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