Radverkehr

Viele Radfahrer halten sich in Kleve nicht an Verkehrsregeln

In der Klever Fußgängerzone fahren viele Radfahrer mit dem Fahrrad. 

In der Klever Fußgängerzone fahren viele Radfahrer mit dem Fahrrad. 

Foto: Andreas Gebbink

Kleve.   Eine Stichprobe ergab, dass an einem Tag 669 Radfahrer sich nicht an die Vorschriften gehalten haben und durch die Fußgängerzone geradelt sind.

Viele Radfahrer halten sich in Kleve nicht an die Verkehrsregeln. Bei einer Stichprobe der Stadtverwaltung kam heraus, dass allein an einem Tag – am 19. Mai 2019, ein Sonntag – 669 Radfahrer verkehrswidrig durch die Fußgängerzone gefahren sind. Nur 218 Radfahrer haben ihr Rad vorschriftsmäßig geschoben. Insgesamt waren an diese m Sonntag 2971 Fußgänger zwischen 10 und 18 Uhr auf der Großen Straße unterwegs.

Fußgängerzone am Sonntag freigeben?

Das Thema Radfahrer in der Fußgängerzone wird am Mittwochabend im Rat der Stadt Kleve erneut besprochen. CDU und Grüne haben sich dafür ausgesprochen, auch an Sonntagen die Einkaufsmeile für Radfahrer freizugeben. Die Verwaltung lehnt dies ab und führt mehrere Gründe auf.

Seit Januar 2017 ist das Radfahrern in der Fußgängerzone zwischen 19 Uhr am Abend und bis 11 Uhr am Morgen erlaubt. In dieser Zeit hat es nach Aussagen des Landrates sechs Verkehrsunfälle gegeben, bei denen Personen verletzt wurden. Alle Verkehrsunfälle sind bei der Bergabfahrt passiert. Auch der Landrat lehnt daher die Öffnung der Fußgängerzone für Radfahrer ab. Bereits die bestehende Öffnung am Abend und in den frühen Morgenstunden stoße bei der Polizei nur auf eine eingeschränkte Akzeptanz.

Die Stadt Kleve führt nun an, dass die Umweltbetriebe mehrfach beobachtet haben, dass die Einkaufsstraße regelmäßig von Radfahrern zu schnell befahren werde. Ohne die besondere Obacht der USK-Mitarbeiter wäre es wahrscheinlich häufiger zur kritischen Situationen gekommen.

Gefährlich für Familien mit Kindern

Auch die Klever Einzelhändler würden eine weitere Ausweitung der Zeiten kritisch sehen. Denn gerade an Sonntagen würden potenzielle Kunden durch die Stadt gehen, um sich die Schaufenster anzusehen. „Die gefahrenen höheren Bergabgeschwindigkeiten könnten flanierende Besucher der Innenstadt stören und vor allem für Familien mit Kindern sei dies durchaus als gefährlich anzusehen“, gibt die Verwaltung die Position der Einzelhändler wieder.

Ebenfalls kritisch stuft die Gemeindeversicherung (GVV) eine Ausweitung des Projektes ein. In Kleve bestehe eine konkrete Gefährdungslage, da die Fußgängerzone ein erhebliches Gefälle aufweise. Dadurch seien hohe Geschwindigkeiten möglich.

Die Stadtverwaltung kommt zum Schluss, dass die Öffnung der Fußgängerzone an Sonntagen mit einem erheblichen Sicherheitsrisiko einhergeht. An Sonntagen seien ähnlich viele Menschen in der Stadt unterwegs wie an mäßigen Einkaufstagen. An Werktagen hingegen ist die Zone zwischen 11 und 18 Uhr nicht für den Radverkehr geöffnet. Die Verwaltung regt an, die Entwicklung des Radverkehrs auch an Werktagen zu beobachten. „Insbesondere das Fehlverhalten vieler Radfahrer sollte noch konsequenter verfolgt werden“, so die Verwaltung.

Kein Vorteil fürs Klima

Das Argument, mit einer weiteren Öffnung der Fußgängerzone den Klimaschutz zu fördern, sieht die Verwaltung hingegen nicht. „Durch die beantragte Öffnung der Fußgängerzone für Radfahrer werden Fahrten mit Kraftfahrzeugen nicht gemindert. Radfahrer, welche an Sonntagen die Fußgängerzone befahren würden, steigen voraussichtlich nicht aufgrund der vorhandenen Freigabe dieser auf das Auto um“, behauptet die Verwaltung.

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