Bebauung Kleve

Studenten ziehen in Gebäude der Bensdorp-Fabrik in Kleve

Im Gebäude-Block an der Van-den-Bergh-Straße sollen Einraumwohnungen mit Balkonen für Studenten entstehen.

Im Gebäude-Block an der Van-den-Bergh-Straße sollen Einraumwohnungen mit Balkonen für Studenten entstehen.

Foto: mgr

Kleve.  Das frühere Lager der Kakaofabrik in Kleve wird zu Studentenwohnungen mit Balkonen umgebaut. Am denkmalwerten Hauptgebäude punktet die Fassade.

Das alte Industrie-Denkmal Bensdorp soll weiter saniert werden. Die Gerüste, die derzeit noch an dem historischen Gebäude aus der Gründerzeit stehen, werden bald abgebaut. „Wir haben endlich die richtigen Ziegelsteine für die Fassade gefunden“, sagt Jan Holtfester, Projektentwickler für die Industriepark Kleve Udo Tjaden KG. Der gehören die Flächen der alten XOX-Fabrik und eben die kleinere Fläche der Bensdorp zwischen Wiesenstraße und Van-den-Bergh-Straße.

Lange gesucht, um die richtigen Steine zu finden

Er habe lange suchen müssen, um die richtigen Steine zu finden, die in die historische Gründerzeitfassade passen – vom Farbton bis zur Größe, erklärt Projekt-Entwickler Holtfester. Zumal die Fassade des alten Industriebaus, in dem einst Kakao produziert wurde, mit einem zweiten, andersfarbigen Stein verziert wird und stolz den alten Schriftzug „Bensdorp“ gemauert in der Wand trägt.

Holtfester hatte im Zuge der Projektierung des Nettomarktes gleich neben dem Gründerjahrebau die Fläche zwischen City, Hochschule und den ehemaligen Industriebrachen neu geordnet. Die alten An- und Einbauten wurden weggerissen, so dass jetzt die historische Fabrik aus der Jahrhundertwende wieder frei gestellt ist. Die Wunden, die die Zeit der Fassade zugefügt haben ,wie ausgebesserte Fenster und vergrößerte Türen, sollen in Teilen wieder zurückgebaut werden.

Mit der neuen Fassade erhofft sich Holtfester auch ein besseres Pfund, mit dem er bei der künftigen Entwicklung des Gebäudes wuchern kann. „Der Auftrag ist jetzt vergeben, die können bald anfangen“, sagt der 31-Jährige.

Ganz anders sieht es mit dem Hochlager der Bensdorp-Fabrik aus, das vier Etagen hoch in den 1950er Jahren entlang der van-den-Bergh-Straße errichtet wurde. Der schlichte Bau soll ertüchtigt werden: Wenn die Bensdorp-Fassade, die gen City blickt, fertig ist, geht es auf der gegenüberliegenden Seite weiter.

Letzter Mieter ist ausgezogen

Mit dem Klever Stadtarchiv ist der letzte Mieter ausgezogen und man kann das Gebäude entwickeln, das mit seinen fast quadratischen Fenster nüchtern auf das neue Quartier auf dem Union-Gelände schaut, dem er auch die Höhe gab.

Holtfester will dort Studenten unterbringen. Er hofft, dass seine Planer dort bis zu 20 Studentenappartements unterbringen können: Sie sollen einen großen Wohn-Schlafraum, Küchenzeile und Dusche-WC bekommen.

Erschlossen werden die Wohnungen vom Innenhof zwischen der historischen Bensdorp und der Turmgarage mit ihren geschwungenen Dächern, einem ebenfalls unter Denkmalschutz stehenden Bau aus den 1950er Jahren.

Balkone ragen dann über den Bürgersteig hinaus

Heutzutage sollten Wohnungen Balkone haben, die der Projektentwickler auf der Seite der van-den-Bergh-Straße einbauen möchte, sagt er. Das könnte die Fassade des schlichten Klinkerbaus aufwerten, wenn sie geschickt angebracht werden. Aber: „Die ragen dann über den Bürgersteig hinaus, aber das sieht man ja inzwischen auch an anderen Stellen – auch in Kleve“, sagt Holtfester. Er sei deshalb schon jetzt mit der Stadt in Gesprächen, was sich dort umsetzen lässt. „Wir werden die Planungsunterlagen für das Vorhaben jetzt vorbereiten“, kündigt er an.

Die „Industriepark Kleve Udo Tjaden KG“ wolle also zunächst die Flächen rund um die Bensdorp forciert weiterentwickeln, bevor es verstärkt an die die Flächen der XOX auf der anderen Straßenseite gehe, in der bis jetzt vor allem Kleingewerbe eine Heimat gefunden hat.

Pizzeria statt Autoverkauf

Was nicht bedeute, so Holtfester, dass man nicht zwischendurch auch einige Schritte auf der XOX mache. So sei der Bau der L’Osteria vorbereitet. „Wenn der Kampfmittelräumdienst darüber gegangen ist, können die Arbeiten starten“, sagt er. Die Pizzeria entsteht dann (wie berichtet) an der Emmericher Straße anstelle des ehemaligen Mercedes Herbrand-Pavillons.

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