Soldatenfriedhof

Neues Besucherzentrum für Kriegsgräberstätte Ysselsteyn

Der deutsche Soldatenfriedhof in Ysselsteyn erhält ein neues Besucherzentrum.

Der deutsche Soldatenfriedhof in Ysselsteyn erhält ein neues Besucherzentrum.

Foto: Andreas Gebbink / nRZ

Ysselsteyn.  Ysselsteyn ist der größte deutsche Soldatenfriedhof im Ausland. Jährlich wird die Gedenkstätte von 25.000 Menschen besucht.

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Neben dem deutschen Soldatenfriedhof im nordlimburgischen Ysselsteyn wird derzeit ein neues Besucherzentrum gebaut. Der Friedhof ist die einzige deutsche Kriegsgräberstätte in den Niederlanden und bezüglich der Fläche der weltweit größte deutsche Soldatenfriedhof. Hier liegen alle deutschen Soldaten, aber auch Zivilisten (sowie Soldaten anderer Nationen in deutschen Diensten), die im Ersten und Zweiten Weltkrieg in den Niederlanden umgekommen sind. Insgesamt sind fast 32.000 Gefallene hier bestattet.

Das geplante Besucher- und Bildungszentrum soll der Friedensbildung im Rahmen des internationalen Jugendaustauschs dienen. Die Kriegsgräberstätte wird jährlich von rund 25.000 Menschen besucht. Im Jugendbegegnungszentrum am Friedhof übernachten jährlich etwa 6.000 Jugendliche. Das Zentrum ist für unterschiedliche Besuchergruppen eingerichtet. Es offeriert diverse Bildungsangebote insbesondere für den Schüleraustausch, informiert aber auch andere Besucher.

Internationale Bedeutung

Im neuen Besucherzentrum werden Räume für die Wissensvermittlung, Arbeitsräume, ein Studienraum für weiterführende Recherchen sowie ein Mehrzweckraum für Lesungen und Ausstellungen, Gedenken und Erinnern zur Verfügung stehen. Das Besucher- und Bildungszentrum ist national und international nicht nur aus historischen Gründen bedeutsam, sondern auch für Gegenwart und Zukunft wichtig: „Nie wieder Krieg“. Mit dem von mehreren Geldgebern kofinanzierten neuen Besucherzentrum schafft die Stiftung „Vrienden van Ysselsteyn“ die Grundlage dafür, dass diese wichtige Aufgabe auch in Zukunft wahrgenommen werden kann.

Niederländer und Deutsche investieren 2,6 Millionen Euro

Die Provinz Limburg und die Gemeinde Venray übernehmen rund ein Drittel der Gesamtkosten in Höhe von 2,6 Millionen Euro. Der niederländische „Nationale Fonds für Frieden, Freiheit und Veteranenbetreuung“ (vfonds) trägt 750.000 Euro bei. Der verbleibende Betrag wird von der deutschen Bundesregierung beigesteuert. Das Projekt in Ysselsteyn ist keine isolierte Initiative. Es kooperiert unter anderem mit der niederländischen Kriegsgräberstiftung, dem Kriegsmuseum in Overloon, dem Freiheitsmuseum in Groesbeek und der Radboud-Universität Nimwegen.

Das Zentrum wird vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. betrieben, der für die Bildungsangebote und die Pflege des Friedhofs verantwortlich ist. Die Kriegsgräberstätte Ysselsteyn gehört dem Verbund der Museen und Erinnerungszentren 40-45 an, zu dem sich dreizehn niederländische Erinnerungszentren und Museen, die dem Zweiten Weltkrieg gewidmet sind, zusammengeschlossen haben.

Der Friedhof in Ysselsteyn ist auch eine Station der „Liberation Route Europe“, die entlang den bei der Befreiung durch die Alliierten 1944/45 wichtigsten Kriegsschauplätzen führt.

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