Ausbildung

Neuer Roboter fürs Berufskolleg

Roboter Berufskolleg Kleve, gespendet vom Förderverein

Roboter Berufskolleg Kleve, gespendet vom Förderverein

Foto: Andreas Daams / NRZ

Kleve.  Der Förderverein des Berufskollegs Kleve spendierte der Schule einen neuen Roboter. Das nutzen gleich mehrere Abteilungen.

Wer früher Mechatroniker wurde, hatte viel mit Mechanik zu tun, aber wenig mit anderen Disziplinen. Heute ist das anders. „Der Anteil an Elektrotechnik und Informatik ist stark gewachsen“, erklärt Jochen Verrieth, Fachbereichsleiter Elektrotechnik und IT am Berufskolleg Kleve. Grund ist die sogenannte Industrie 4.0: Fertigungsstraßen, die einerseits eine individuelle Produktion ermöglichen und andererseits digitale Vernetzung voraussetzen. Möglichkeiten, die es früher gar nicht gab.

Verrieth: „Wir wollen unseren Schülern praxisnahen Unterricht ermöglichen, damit sie die Technologien kennen, die man heute in der Industrie einsetzt.“

Neues Gebäude, neue Fach- und Werkräume, neue Fertigungsstraße

Da trifft es sich gut, dass am Berufskolleg Kleve gerade ein neues Gebäude errichtet wird, in dem Fach- und Werkräume beheimatet werden sollen – und die Fertigungsstraße. Doch bis es soweit ist, sollen auch die gegenwärtigen Schüler die neuen Techniken umfänglich kennenlernen. Zwei Roboter hat der Kreis Kleve schon vor einiger Zeit finanziert, ein dritter kam jetzt vom Förderverein des Berufskollegs hinzu.

Hans Reder, ehemaliger Schulleiter und heute Vorsitzender des Fördervereins, betont: „Unser Anliegen ist es, die Schule zu fördern, wenn die öffentliche Hand dazu keine Mittel und keine Rechtsgrundlage hat.“ Und weil der Kreis Kleve gerade die Sanierung der Schule und den Neubau stemmt, hat der Förderverein nun den Roboterkauf für etwa 14.000 Euro übernommen.

Warum ein dritter Roboter so wichtig ist, beschreibt Hans Hetzel, Lehrer im Fachbereich Elektrotechnik und IT: „An einem Roboter können höchstens vier Personen gleichzeitig arbeiten, so dass wir jetzt größere Gruppen gleichzeitig beschulen können.“

Gut für mehrere Abteilungen

Und das ist wichtig, da gleich mehrere verschiedene Abteilungen die Anlagen nutzen. Neben der Höheren Berufsfachschule Automatisierungstechnik sind dies Berufsschulklassen für Mechatronik und Elektroindustrie sowie die Fachschule für Metall und Elektrotechnik – insgesamt etwa 120 Schüler pro Jahrgang. Allesamt begierig erwartet von potenziellen Arbeitgebern.

„Unser zentrales Ziel ist es, ein Produkt herzustellen, das auch andere Bereiche nutzen können“, sagt Verrieth. Er denkt etwa an eine Lautsprecherbox oder Spielgeräte. Dafür benötigt man Holz, das die Holzwerkstatt zurechtschneidet. Um Einkauf und Vermarktung kümmern sich die Abteilungen für Wirtschaft und Verwaltung. „Wir wollen eine ganzheitliche Lernfabrik“, sagt er.

Marina Sänger-Hartnack, kommissarische stellvertretende Schulleiterin, lobt den Einsatz des Fördervereins. „Für uns als Schule ist der Förderverein sehr wichtig“, sagt sie. „Er unterstützt uns bei Projekten, bei der Lehrerfortbildung, Kursen für Auszubildende und vielen anderen Vorhaben.“

Weitere Roboter kommen dazu

Wenn das neue Gebäude fertig ist und die Produktionsstraße ihre endgültige Heimat findet, sollen übrigens weitere Roboter hinzukommen. Hans Reder ist zuversichtlich, dass der Kreis Kleve diese dann wieder finanzieren wird.

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