Soziales

Lebenshilfe stellt Mehrgenerationen-Projekt vor

Landrat Wolfgang Spreen (mitte) und Vertreter von Kirche und Lebenshilfe stellten das Wohnbau-Projekt Lebenshilfe Materborn vor. Foto: Heinz Holzbach/WAZ/FotoPool

Landrat Wolfgang Spreen (mitte) und Vertreter von Kirche und Lebenshilfe stellten das Wohnbau-Projekt Lebenshilfe Materborn vor. Foto: Heinz Holzbach/WAZ/FotoPool

Foto: Kleve

Kleve.   Nach dem Abriss der Es wird St. Anna-Kirche in Materborn wird ein Mehrgenerationen-Haus, für Jung und Alt, für geistig Behinderte und Nichtbehinderte entstehen. Junge Mieter sollen sich mit um Senioren kümmern. Auch die Verwaltung der Lebenshilfe Kleverland soll umziehen.

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Zehn Millionen Euro sind vorerst für das Bauvorhaben veranschlagt. „So ein großes Vorhaben hatten wir noch nie“, sagt der Geschäftsführer der „Lebenshilfe Kleverland“, Hermann Emmers. „Das Projekt wird Materborn mit prägen“, ist Landrat Wolfgang Spreen als Vorsitzender der Lebenshilfe überzeugt.

Willkommen fürneue Nachbarn

Genau hat die Gesellschafterversammlung geprüft, ob eine solch riesige Summe „nicht zu große Schuhe sind“, erzählt Spreen. Aber es sei eben nicht nur ein großes, sondern auch ein großartiges Projekt, das man auf die Dauer schultern könne. Die Nachfrage ist schon da ( 7580-00)

Es wird ein Gebäude für Mehrgenerationen-Wohnen, für Jung und Alt, für geistig Behinderte und Nichtbehinderte. Es entsteht auf dem Gelände, auf dem vor drei Jahren die Kirchengemeinde schweren Herzens Abschied von ihrer St.-Anna-Kirche nehmen musste. An der Dorfstraße.

Gern vergessen sind Pläne von Einkaufszentrum und Dorfparkplatz. „Der städtebauliche Wettbewerb war ein Umweg“, so Pfarrer Christoph Grosch. Um so glücklicher ist er mit der Lebenshilfe als neuem Grundbesitzer und seinem persönlichen Nachbarn an Pfarrhaus und Gemeinde-/Jugendhaus: „Willkommen“.

Ziel ist, ein soziales Netzwerk aufzubauen in Zeiten, da Großfamilie und enge Nachbarschaft als Lebensform in der Gesellschaft „wegbrechen“, so Emmers. Unschätzbar sei deshalb der Platz mitten im Dorf.

Auf 5800 Quadratmetern entstehen dreigeschossig zwei Hausriegel, die sich gegenüber stehen und durch einen Glasbau verbunden sind. Der lässt den Blick auf die alten Bäume (die meisten bleiben stehen) durch.

Die Haus-Riegel zeigen jeweils die schlanke Seite zur Straße. Links werden auf 300 Quadratmetern 22 bis 24 Senioren in die Tagespflege einziehen. Sie haben 40 bis 65-Quadramter-Appartments, im Obergeschoss werden Senioren stationär untergebracht.

Gegenüber leben mit Blickkontakt über den großzügigen Innenhof im Erdgeschoss acht junge Menschen (30 bis 35 qm Apartments). Es können beispielsweise Studenten sein, schwebt es Emmers vor. Wie in anderen Studentenstädten auch, könnten sich Bewohner gleich mit dem Mietvertrag zur Netzwerkarbeit mit Senioren oder mit den geistig Behinderten verpflichten.

In den Obergeschossen leben dann auf 450 Quadratmetern zwölf geistig behinderte zu ambulantem betreuten Wohnen und zwölf stationär, in Wohngruppen, jeder mit eigenem Schlafzimmer.

Auch die gesamte Verwaltung der Lebenshilfe Kleverland (20 Personen) zieht mit um und wird 550 Quadratmeter nutzen. Mehr Personal und Pflegepersonal wird benötigt.

Das bisherige Lebenshilfe-Büro an der Wagnerstraße in der Innenstadt wird zu weiterem Wohnraum für geistig Behinderte umgestaltet werden.

Unter dem kompletten Neubau in Materborn bietet eine Tiefgarage vermutlich 50 Stellplätze.

Pfarrer Christoph Grosch versicherte dem Bauherrn: „Sie sind bei uns in geöffnete Arme gelaufen. Es ist eine mehr als würdige Nutzung für das Grundstück“. Er erwartet auch eine „Belebung des Ortskerns Materborn, die momentan nicht da ist“. Das Vorhaben liege „voll im Trend des Evangeliums“.

Auch Kirchenvorstand Gregor Arntz fand: „Es wird unserer sozialen Verpflichtung gerecht.“

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