PAKs im Fußboden

Lack soll die Gerüche in Klever Grundschule unterbinden

In der Grundschule An den Linden wurden so genannte PAKs gemessen. Die Richtwerte werden deutlich unterschritten, trotzdem sind die Eltern beunruhigt.

In der Grundschule An den Linden wurden so genannte PAKs gemessen. Die Richtwerte werden deutlich unterschritten, trotzdem sind die Eltern beunruhigt.

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Kleve.   Die Klever Stadtverwaltung möchte die Fußböden der Grundschule An den Linden versiegeln. FDP wünscht einen kompletten Austausch der Böden.

Beruhigt sind die Eltern der Klever Grundschule An den Linden noch nicht. Auch wenn die Klever Stadtverwaltung deutlich betont, dass von den in den Böden befindlichen polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) keine akute Gesundheitsgefährdung ausgehe, bleibt die Skepsis. Baudezernent Jürgen Rauer sagte, dass es nach wie vor in der Schule rieche und dies trage nicht zu einem besseren subjektiven Sicherheitsempfinden bei.

Lacke sollen PAKs stoppen

Die Klever Stadtverwaltung schlägt nun vor, die Böden mit einem Speziallack zu versiegeln. „Es gibt Lacke, die PAKs stoppen und dauerelastisch sind“, sagte Rauer am Mittwochabend vor politischen Vertretern im Klever Hauptausschuss. Man wolle alle Böden und die Randbereiche abdichten. „Dann sollten auch die Gerüche nicht mehr wahrnehmbar sein“, so Rauer.

Wie bereits berichtet, wurden leicht erhöhte Werte für flüchtige Kohlenwasserstoffe bei einer ersten Messung festgestellt. Der erste Richtwert liegt bei zehn Mikrogramm je Kubikmeter Raumluft. In der Grundschule An den Linden wurden 18,1 Mikrogramm gemessen. Bei dieser Konzentration kann es zu Empfindlichkeitsstörungen kommen, so Rauer. Erst ab dem zweiten Richtwert von 30 Mikrogramm befinde man sich in einem Gefahrenbereich.

Jürgen Rauer betonte, dass man sich intensiv mit der Schulsituation beschäftigt habe: „Wir haben immer im Blick gehabt, dass es um kleinere, schwächere Menschen geht, die nicht geschädigt werden dürfen.“ Es sei absolut klar, dass Kinder, Lehrer und Eltern nicht gefährdet werden dürfen. „Ich bitte um eine sachliche Behandlung des Themas und ich bitte darum, nicht in Panik zu verfallen“, so der Dezernent.

Neben der Versiegelung des Bodens mit einem Speziallack soll weiterhin regelmäßig gelüftet und gewischt werden.

Daniel Rütter (FDP) wünscht sich eine vollständige Entfernung der Böden. Die PAKs blieben auch nach einer Versiegelung in den Böden. Dies könne einen schweren Imageschaden für die Grundschule nach sich ziehen. Andere Städte hätten in ähnlichen Fällen einen Austausch der Böden vorgenommen, sagte Rütter im Hauptausschuss: „Es ist schwer zu erklären, dass solche Stoffe nach einer Sanierung noch zu finden sind. Wir sollten die Ferien nutzen, um die vorhandenen Böden zu beseitigen. Dies wäre im Sinne der Schule.“ Schließlich könne die Versiegelung des Bodens im Laufe der Zeit auch mal beschädigt werden.

Tägliches Wischen wäre nötig

Auch die Grünen bleiben skeptisch. Wenn das tägliche Wischen zur Prophylaxe gehöre, dann sei dies problematisch, so Hedwig Meyer-Wilmes.

Josef Gietemann (SPD) meinte, dass man „den Ball flach halten“ sollte. Die vorgeschlagene Maßnahme sei ausreichend, um das Problem zu beheben.

  • WAS SIND PAKs?
  • Die Probleme treten vor allem in den Räumen mit neuem Parkettboden auf. Hier wurden flüchtige PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) verarbeitet.
  • Laut Umweltbundesamt stehen diese Stoffe seit Jahrzehnten wegen ihrer problematischen Eigenschaften für den Menschen im Fokus der Öffentlichkeit.
  • PAKs bestehen aus mehrgliedrigen Ringen aus Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen (meist Benzolringen), die etwa 10.000 Verbindungen eingehen können.


  • Laut Umweltbundesamt lassen sie sich nur schlecht oder gar nicht in der Umwelt abbauen, sie reichern sich in Organismen an und sind giftig. Diese Eigenschaften werden besonders kritisch betrachtet.


  • Weiterführende Informationen: https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/warum-sind-pak-fuer-den-menschen-die-umwelt

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