Niersexpress

Kreis Kleve: Erste Maßnahmen sollen RE 10 pünktlicher machen

In den Haltestellen wie hier in Bedburg-Hau sammelt der Niersexpress Verspätungsminuten.

In den Haltestellen wie hier in Bedburg-Hau sammelt der Niersexpress Verspätungsminuten.

Foto: Andreas Gebbink

Kreis Kleve.  Eine Betriebsanalyse zeigt die Schwächen der RE-10-Verbindung auf. Kurzfristige Maßnahmen sollen nun für mehr Pünktlichkeit sorgen.

Kleinere, kurzfristige Maßnahmen sollen die Pünktlichkeit des seit Jahren in der Kritik stehenden Niersexpresses verbessern. Das geht aus einer Betriebsqualitätsanalyse der RE-10-Verbindung hervor, auf die der CDU-Bundestagsabgeordnete Stefan Rouenhoff und die CDU-Landtagsabgeordnete Margret Voßeler-Deppe aus dem Kreis Kleve in einer gemeinsamen Pressemitteilung verweisen.

Die Analyse komme zu dem Ergebnis, dass insbesondere im Raum Krefeld sowie im Zulauf auf Düsseldorf Störungen auftreten, die zu Verspätungen des Zugverkehrs zwischen Krefeld und Kleve führen, unter anderem durch Verspätungen anderer Bahnverbindungen. Im Kreis Kleve ist demnach vor allem der Abschnitt Kevelaer-Weeze störungsanfällig. Weitere Verspätungen werden in den Haltestellen aufgebaut.

Vorfahrt der Züge soll neu geregelt werden

„Als Verbesserungsmaßnahme auf betrieblicher Seite ist die Haltezeitproblematik bereits in Angriff genommen worden“, so die Politiker. Auch sollen die Dispositionsrichtlinien angegangen werden. Sie regeln, welche Züge Vorfahrt vor anderen haben. „Bei beiden Punkten sind laut Angaben des VRR kurzfristig Verbesserungen erreichbar. Mittelfristig wird auf betrieblicher Seite eine Anpassung der Gleisbelegung in Krefeld und Kevelaer vorgeschlagen“, zitieren Rouenhoff und Voßeler-Deppe aus der Analyse, die die politischen Vertreter eingefordert hatten. Die größte Wirkung für einen reibungslosen Betriebsablauf würde laut Studie jedoch die Modernisierung der Infrastruktur entfalten.

„Die kurzfristigen Maßnahmen zur Verbesserung der Betriebsqualität sollten nun schnellstmöglich realisiert werden. Wir brauchen endlich auch ein klares Bekenntnis der Deutschen Bahn zur RE-10-Strecke Kleve-Düsseldorf und umfassende Investitionszusagen für die Schieneninfrastruktur, damit die bereits angelaufenen Planungen auch umgesetzt werden können“, so die beiden Abgeordneten.

Vier Millionen Euro für Modernisierungsplanungen

Bereits seit Ende 2018 werden parteiübergreifende Gespräche zur Verbesserung des Betriebs und der Modernisierung der RE-10-Bahntrasse geführt. An den Gesprächen nehmen die Bundes- und Landtagsabgeordneten aus den Kreisen Kleve und Viersen, der Landrat des Kreises Kleve sowie weitere Vertreter, unter anderem der Deutschen Bahn AG, des NRW-Landesverkehrsministeriums, des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) und der Nordwestbahn, teil.

Bislang konnte erreicht werden, dass für die Planungskosten zur Modernisierung der Bahnstrecke vier Millionen Euro bereitgestellt werden. Die Deutsche Bahn habe beim vergangenen Treffen zudem in Aussicht gestellt, dass die baurechtlichen Genehmigungsverfahren nach Abschluss der Planungsphase ab 2023 beginnen können, sofern die Finanzierung gesichert sei, heißt in der gemeinsamen Pressemitteilung.

Seitenhieb auf Landratskandidat Peter Driessen

„Wir freuen uns, dass durch die parteiübergreifenden Gespräche wichtige Fortschritte erzielt werden konnten. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Im Interesse der Bürgerinnen und Bürger des Kreises Kleve sollten auch weiterhin alle Kraftanstrengungen unternommen werden, parteiübergreifend auf eine Verbesserung der aktuellen Situation beim RE 10 hinzuwirken“, so die beiden Kreis Klever CDU-Abgeordneten Margret Voßeler-Deppe und Stefan Rouenhoff.

Sie erlauben sich auch einen Seitenhieb auf den Landratskandidaten Peter Driessen, der von SPD, Grünen, FDP und den Vereinigten Wählergemeinschaften unterstützt wird: „Das neuerliche, wohl dem Wahlkampf geschuldete Interesse von Herrn Driessen am RE 10 nehmen wir zur Kenntnis.“ Der aktuelle Bürgermeister von Bedburg-Hau, eine der Anrainerkommunen der Bahnstrecke, hatte zuletzt angekündigt, sich als Chef der Kreisverwaltung aktiv für die Verbesserung des ÖPNV einsetzen und in die Infrastruktur investieren zu wollen.

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