Haushalt 2020

Kranenburgs Bürgermeister hält am Windpark fest

Wo soll der Strom für die Elektromobilität herkommen? Günter Steins setzt auf die Energie aus Wind und Sonne.

Wo soll der Strom für die Elektromobilität herkommen? Günter Steins setzt auf die Energie aus Wind und Sonne.

Foto: Andreas Gebbink / NRZ

Kranenburg.  Günter Steins macht in seiner Haushaltsrede einen erneuten Vorstoß für die Realisierung eines Windparks. Es müsse eine neue Diskussion erfolgen.

In seiner letzten Haushaltsrede als Bürgermeister der Gemeinde Kranenburg bringt Günter Steins erneut sein Unverständnis zur Ablehnung eines Windparks im Reichswald zum Ausdruck. Steins sagte, dass fast jedem Bürger klar sei, dass das Ziel der CO2-Reduktion nur mit der Nutzung von regenerativer Windenergie zu erreichen ist.

Offene Diskussion sei überfällig

Der Kranenburger Stadtrat habe dies 2016 in weiser Voraussicht auf die bevorstehende Dramatik des Klimawandels bereits so gesehen und für einen Windenergiepark gestimmt: „Der Kreistag sowie der Regionalrat in Düsseldorf haben das Projekt bisher erfolgreich verhindern können ohne eine Antwort darauf zu haben, woher denn der Strom für die Elektromobilität und die zahlreichen Wärmepumpen in unserer Gemeinde kommen soll“, so Steins. „Sie weigern sich nach wie vor, sich mit den Fragen der Energiewende auf lokaler Ebene sach- und themengerecht zu beschäftigen.“ Ein offener Diskussionsprozess sei mehr als überfällig, betonte Steins.

Er könne auch nicht nachvollziehen, warum einige Ratsfraktionen in Kranenburg angesichts der geringen Steuerquote der Gemeinde eine ablehnende Haltung zu einer Gewerbegebietserweiterung oder zusätzlichen Wohnbauflächen einnehmen würden. „Es gibt offensichtlich deutliche Unterschiede in der Vorstellung darüber, wie eine positive Entwicklung unserer Gemeinde gestaltet werden kann“, so Steins. Für ihn sei es wichtig, dass die Bürger nicht weiter belastet werden: „Dieses Ziel lässt sich mit einer auffällig zu Tage tretenden Verweigerungshaltung bezüglich strategischer Grundausrichtungen – aus welchen Gründen auch immer – nicht erreichen“, so Steins.

Für das kommende Jahr vermeldet er einen deutlichen Anstieg der Investitionen auf 12,77 Millionen Euro. Davon muss die Gemeinde 7,435 Millionen mit eigenen Mitteln stemmen. Das Geld soll unter anderem für den Erwerb von Grundstücken ausgegeben werden (3,5 Millionen Euro), um weitere Gewerbegebiete und Wohnbauflächen ermöglichen zu können.

Kranenburg seit 2015 schuldenfrei

Viel Geld fließt auch in die Erneuerung von Straßen, Plätzen und Brücken. Insgesamt sieht der Haushalt hier eine Summe von 3,2 Millionen Euro vor, davon müssen 2,3 Millionen selbst erbracht werden. „Die Investitionssumme wird zusätzlich durch den flächendeckenden Ausbau des geförderten und eigenwirtschaftlich betriebenen Glasfasernetzausbaus der Deutschen Glasfaser in einer Größenordnung von mehreren Millionen Euro sowie die fortgesetzte Ertüchtigung des Energie- und Wassernetzes erhöht“, betonte Steins. Für die Investitionen müsse man keine Kredite aufnehmen, sondern man könne das Geld aus der Liquiditätsreserve entnehmen. Steins sagte, dass Kranenburg seit 2015 schuldenfrei ist und dies sollte auch in Zukunft so bleiben.

Die Belastung der Bürger hält sich in Grenzen. Ein Vier-Personen-Haushalt müsse anno 2020 für Abfall, Schmutzwasser, Regenwasser, Straßenreinigung und Grundsteuer B 1053,85 Euro aufbringen. Das ist etwas mehr als im vergangenen Jahr, aber immer noch weniger als im Jahr 2015. Damals lag die Belastung bei 1158,95 Euro.

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