Projektraum Bahnhof25

Klever Projektraum Bahnhof25 zeigt drei Künstler

Hans Uwe Schmidt malt expressionistische Bilder.

Foto: Claudia Gronewald

Hans Uwe Schmidt malt expressionistische Bilder. Foto: Claudia Gronewald

Kleve.   Im Projektraum Bahnhof25 stellen der Klever Hans Uwe Schmidt, Reinhold Engberding aus Herten und die Koreanerin Gisoo Kim aus.

„Die Unbehausten“ nennt Hans Uwe Schmidt seine Gestalten, die wie in die Enge getrieben oder eingesperrt scheinen. In einem Kraftakt suchen sie aus ihrer Lage zu entkommen. Schmidt, der viele Jahre am damaligen Johanna Sebus-Gymnasium als Kunsterzieher tätig war, ist einer von drei Künstlern, die ab morgen im Projektraum Bahnhof25 ihre Werke ausstellen. Zur Eröffnung um 16 Uhr spricht Kunsthistoriker Ron Manheim.

Es sind plastische, skulpturale Bilder, expressionistisch und experimentell, abstrakt bis gegenständlich, die sich alle mit einem einzigen Thema auseinandersetzen. Mit dem Bild vom leeren kastenähnlichen Käfig führt Schmidt, der 1961 Meisterschüler bei Prof. Bruno Goller an der Kunstakademie Düsseldorf war, die Kraftakte seiner Figuren ad absurdum.

Knödelähnliche Formen an der Wand

Der im westfälischen Herten geborene Bildhauer Reinhold Engberding beschäftigt sich in den beiden Arbeiten, die er zur Klever Ausstellung beisteuert mit gefundenen Kleidungsstücken. Aus Fundstücken wie Unterwäsche, Hemden oder Schals schuf er seltsame knödelähnliche Formen an der Wand. Dafür wickelt der 63-Jährige den Stoff zu Knäueln zusammen, näht oder steckt die entstandene Form ineinander. Es geht ihm darum, die Nutzungsspuren wie etwa einen Fleck oder eine verblichene Stelle an der Kleidung sichtbar zu machen. Sein selbst genähtes Bettlaken kann der Besucher schon durch das große Fenster von der Straße aus betrachten. „Hierfür legte Engberding Schnittmuster zugrunde“, erklärt Elisabeth Schink vom Projektraum-Team. Verwendet habe er für seine Arbeit dann aber die Negative, also das, was bei einem ‘normalen’ Werkstück weggeschnitten wird. „Es geht ihm in seinen Arbeiten um Privatheit, um Identität und um Intimität“, sagt Schink. Die Wirkung auf den Betrachter allerdings ist mindestens verwirrend.

Neue, fremdartige Landschaft

Die 1971 geborene Koreanerin Gisoo Kim schließlich fertigt faszinierende Fotocollagen, die sie mit zarten Fäden bearbeitet. „Sie verleiht den Bildern damit ein ganz besonderes Strahlen“, findet Schink. So fotografiert die Künstlerin zumeist Gegenständliches wie Bäume oder Landschaften oder bildet Menschen ab und verbindet in ihren Motiven Orte, die eigentlich nicht zusammengehören. Was entsteht ist eine neue, fremdartige Landschaft von großer Ästhetik, von Leichtigkeit, bisweilen fast Schwerelosigkeit.

Die Ausstellung kann bis 3. Dezember samstags und sonntags, 13 bis 17 Uhr, oder nach Vereinbarung unter www.bh25.de besucht werden.

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