Klimaschutz

Klimaschutz: Klever Verwaltung will verstärkt mit Holz bauen

In Nimwegen-Lent wurde 2018 ein dreistöckiges Mehrfamilienhaus aus Holz und Lehm errichtet.

In Nimwegen-Lent wurde 2018 ein dreistöckiges Mehrfamilienhaus aus Holz und Lehm errichtet.

Foto: Andreas Gebbink / nRZ

Kleve.  Die Klever Politik ist über einen FDP-Antrag begeistert. Die Verwaltung soll bei öffentlichen Gebäuden verstärkt auf den Baustoff Holz setzen.

Die Klever Politik denkt darüber nach, künftig bei öffentlichen Gebäuden verstärkt auf den Baustoff Holz zu setzen. Die Klever FDP hatte einen entsprechenden Antrag gestellt: „Mit Beton agieren wir zurzeit sehr klimaschädlich. Die Vorkommen von Sand und Kies sind endlich, Holz wächst nach“, sagte Rütter. Es sei zudem immer besser Holz zu verbauen als zu verbrennen. In Süddeutschland gebe es bereits viele Beispiele, die zeigen, dass öffentliche Gebäude auch mit Holz errichtet werden können: „Vielleicht sollten wir das auch schon für den Neubau des Konrad-Adenauer-Gymnasiums berücksichtigen“, so Rütter. Dies hätte auch eine Vorbild- und Anreizfunktion für den privaten Wohnungsbau.

Bauen mit Holz

Die Landesbauordnung habe viele juristische Hürden für den Baustoff Holz genommen. „Der Bau von mehrgeschossigen Gebäuden ist deshalb heute andernorts schon an der Tagesordnung“, schreibt Rütter in seinem Antrag.

Baudezernent Jürgen Rauer sagte, dass man das Thema in der Verwaltung bereits verinnerlicht habe. Bei den Planungen des KAG sei die Verwendung von nachhaltigen Baustoffen ein Dauerthema. Auch überlege man Holz in Teilsegmenten zu verwenden. „Wir begrüßen den Antrag sehr und freuen uns, dass dies unterstützt wird.“ Gleichwohl müsse man auch die Kosten im Blick haben.

Kämmerer Willibrord Haas warnt eindringlich davor, bereits das KAG in einer Holzbauweise zu realisieren. Die Planungen liefen auf vollen Touren und man habe ein verbindliches Zeitschema, welches man nicht in Gefahr bringen wolle. Haas äußerte die Befürchtung, dass sich durch die Erarbeitung alternativer Planungen die Umsetzung des KAG in die Länge ziehen könnte und auch teurer werde. Grundsätzlich könne er aber die Zielsetzung des Antrags begrüßen sagte er.

Michael Bay (Grüne) sagte, dass kein Ratsmitglied die Umsetzung des KAG in Gefahr bringen wolle. Gleichwohl möchte man für die Zukunft, dass verstärkt auf den Baustoff Holz zurückgegriffen werde.

Gut Isoliereigenschaften

Daniel Rütter führt in seinem Antrag aus, dass Holz ausgezeichnete Dämm- und Isoliereigenschaften habe. Bereits heute seien Null-Energie- oder Passiv-Häuser mit Holz problemlos umsetzbar. Der Umweltausschuss möchte Anfang 2020 ausführlich darüber diskutieren und einen Experten zu diesem Thema hören, bevor man einen bindenden Beschluss für die Verwaltung fasst.

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