Kinder- und Jugendtheater Mini Art

Kinder- und Jugendtheater Mini Art mit neuem Stück

Das neue Stück von Theater Mini Art: Sjef van der Linden spielt Bruno der Briefträger.

Foto: Claudia Gronewald

Das neue Stück von Theater Mini Art: Sjef van der Linden spielt Bruno der Briefträger. Foto: Claudia Gronewald

Bedburg-Hau.   Das Kinder- und Jugendtheater Mini Art Bedburg-Hau spielt das nostalgische Solostück „Bruno, der Briefträger“. Premieren sind am 1. bis 3. Dezember.

Auf der Bühne steht ein riesiges Paket. Eilzustellung steht darauf und die Adresse Brückenweg 5. Von drinnen ist Musik zu hören, dann das altmodische Klingeln eines Weckers. Schließlich wird das Paket von innen geöffnet. Der Zuschauer blickt auf ein Paar mit Rautensocken bestrumpfte Männerbeine, denen eine zu kurze Hose übergestreift wird. Nach und nach öffnet sich das große Paket, gibt Einblick in sein Innenleben als winzige Einzimmerwohnung. Hier lebt Bruno, der Briefträger. So heißt auch das neue Stück des Kinder- und Jugendtheaters mini art, das am Freitag, 1. Dezember, 10 Uhr, Schulpremiere hat. Weitere Premierentermine sind Samstag, 2. Dezember, 18 Uhr, und Sonntag, 3. Dezember, 16 Uhr. Das Stück ist ein Solo für einen Schauspieler. Die Rolle spielt Sjef van der Linden unter der Regie von Rinus Knobel.

Einsatz für die erkrankte Kollegin

Er ist ein liebenswert verschrobener Mensch, dieser Bruno, der von seinen „Reisen“ in seiner Paketwohnung erzählt, der vor allem aber seine Arbeit als Briefzusteller ungeheuer ernst nimmt. Schließlich nimmt er einiges auf sich, damit ein Brief an den richtigen Ort gelangt oder übernimmt für seine erkrankte Kollegin Irene den Tagdienst nach der gerade absolvierten Nachtschicht.

Was die Theatermacher Crischa Ohler und Sjef van der Linden in ihrem neuen Stück erzählen ist vor allem eines: eine Liebeserklärung an das Erzähltheater. „Wir wollten ein Gegenmodell zum heutigen Schneller, Lauter, Mehr“, sagt Ohler. Auch wenn die Zustellung eines Briefes im Verlauf des gut einstündigen Stücks für Kinder ab fünf Jahren durchaus abenteuerliche Züge annimmt. Bruno entwickelt sein kleines Universum langsam und bedächtig. Und mit einer gehörigen Prise Nostalgie. „Als das Stück geschrieben wurde“, sagt Ohler, „gab es noch Briefkästen und Telefone mit Schnur.“ Ausgedacht hat sich die Geschichte 1999 das Schweizer Autorenduo Jörg Bohn und Paul Steinmann.

Die Zuschauer sollen Bruno helfen

„Wir haben lange nach einem Solostück gesucht“, verrät Crischa Ohler. Gefunden haben sie eine kleine Geschichte, die Nähe zum Publikum will und diese für den Verlauf der Erzählung auch braucht.

Schließlich sollen die Zuschauer Bruno unter anderem dabei helfen, einen Liebesbrief zu verfassen. „Letztlich wollen wir den Kindern und auch den erwachsenen Zuschauern vermitteln, was Theater eigentlich ist, indem wir das Fiktive wahr werden lassen“, erklärt Sjef van der Linden. Das Stück zu spielen, sei für ihn ein spannendes Experiment. „Ich hoffe auf ein offenes Hin und Her mit dem Publikum“, so der Bruno-Darsteller.

„Es war diesmal unser Wunsch ein Stück für kleinere Kinder zu machen“, so Ohler. „Wir können eben auch leicht“, ergänzt sie mit Blick auf schwerere Kost der vergangenen Zeit wie etwa „Oskar und die Dame in Rosa“ oder das „Schutzengelhaus“, wo es um Sterben und Kinder-Euthanasie ging.

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