Heimatkunde in Goch

Kessels Geschichte wird auf 17 Tafeln erzählt

Sehr begehrt war die Broschüre zu den historischen Wegen in zwei Sprachen.

Sehr begehrt war die Broschüre zu den historischen Wegen in zwei Sprachen.

Foto: gottfried Evers

Goch.  Der Kesseler Verkehrs- und Heimatverein hat 17 Hinweistafeln im Ortsteil aufgestellt. Darunter ist auch die alte Ritterburg Haus Driesberg.

In einem Kupferstich verewigte der niederländische Zeichner Jan de Beijer 1744 eine Wasserburg bei Kessel. Das Haus Driesberg, früher auch Druisburg oder schlicht Ritterburg genannt, war eine zweigeschossige Anlage mit vier Flügeln, umgeben von Ecktürmen mit Zwiebelhauben. Der Burggraben, der das Haupthaus auf de Beijers Kupferstich malerisch umrahmt, wurde aus der Niers gespeist.

Heute zeugen nur noch umliegende Wirtschaftsgebäude von dem Standort der einst prächtigen Wasserburg bei Kessel. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Haus Driesberg abgerissen. Einige Reste – darunter ein marmorierter Rokoko-Kamin – sind im Gocher Museum zu sehen.

Zwei Jahre Vorbereitung

In Vergessenheit geraten ist das Haus Driesberg in Kessel nicht. Seit Kurzem erinnert auch eine Hinweistafel an die alte Wasserburg. Die Tafel zeigt den Kupferstich und gibt einen Überblick über die Geschichte des Gebäudes von seiner ersten Erwähnung Ende des 14. Jahrhunderts bis zum Abriss. Aufgestellt hat die Tafel der Verkehrs- und Heimatverein (VHV) Kessel, genauso wie 16 weitere Tafeln, die nun einen historischen Weg durch Kessel und Umgebung bilden. Eingeweiht wurde der Weg am Sonntag, Tag der Kommunalwahl und Tag des Denkmals. Zwei Jahre lang hat der VHV Kessel an dem Projekt gearbeitet, umfangreiche Recherchen angestellt und Wissenswertes über die Kesseler Geschichte zusammengetragen. Das Ergebnis: 17 Hinweistafeln an 17 Standorten, die einen 16 Kilometer langen Rundweg durch das Dorf und dessen Geschichte bilden.

Nach aufwendiger Vorbereitung, die den VHV auch in Archive und Museen zog, wurden die Hinweistafeln mit Texten und Bildern an zwei Nachmittagen aufgestellt. Zur Einweihung im Kesseler Haus am See begrüßte der Vereinsvorsitzende Bernd Thönnesen am Sonntag zahlreiche Ehrengäste, darunter Vertreter befreundeter Heimatvereine, Förderer, Sponsoren – sogar Bürgermeister Ulrich Knickrehm, der sich die Teilnahme trotz laufender Kommunalwahl nicht nehmen ließ.

Thönnesen dankte den Mitwirkenden des VHV und allen Unterstützern und konnte auch schon ein erstes positives Fazit ziehen: „Ich habe bisher nur positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung bekommen“, sagte der Vorsitzende – insbesondere auch jüngere Menschen hätten großes Interesse an der Geschichte des Dorfes gezeigt, seien den Weg schon vor der offiziellen Einweihung abgelaufen, um die Hinweistafeln zu lesen.

Lob gab es natürlich auch vom ersten Bürger: „Wenn man als Bürgermeister zu einer solchen Veranstaltung eingeladen wird, freut einen das. Weil sich hier Ehrenamtler um das bemühen, wo wir unsere Wurzeln haben – nämlich unsere Heimat“, so Knickrehm.

Die Hinweistafeln stehen an Kirche, Gut Overbruch, Friedhof, Gut Keldonk, Kloster Graefenthal, Kesseler Mühle, Hof int Schaer, Haus Driesberg, Viller Mühle, Antonius-Kapelle, einem Kesseler Hof, Schloss Hamm, Schloss Nergenaer, Aloisius-Bildstock, St. Stephanus-Bildstock und Kaiser Otto-Platz. Eine allgemeine Tafel zur Kesseler Geschichte findet sich zudem am Altsteeg.

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