Namensgebung

Kein Friede mit Frede in Kleve

Die Klever Volkshochschule soll den Namen Wilhelm Fredes tragen.

Foto: Andreas Gebbink

Die Klever Volkshochschule soll den Namen Wilhelm Fredes tragen. Foto: Andreas Gebbink

Kleve.   Ärger ohne Ende: Jetzt soll die Klever Volkshochschule nach Wilhelm Frede benannt werden, um die katholische Kirche in Kleve ruhig zu stellen

Man mag schon gar nicht mehr hinhören: Die Diskussion um die Namensgebung der Gesamtschule in Rindern nimmt groteske Züge an. Nach zahlreichen Sitzungen über die Frage, ob die Schule nun „Am Forstgarten“ heißen oder doch den Namen „Wilhelm Frede“ tragen soll, geht es nun in eine weitere Runde. Der Rat der Stadt Kleve bestimmte am Mittwochabend, dass der Schulausschuss erneut darüber debattiert. Jetzt liegt ein Kompromissvorschlag der Grünen vor, der vorsieht, die Volkshochschule nach Wilhelm Frede zu benennen. Damit könne man die katholische Kirche ruhig stellen und hätte Frieden für die Gesamtschule.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Gebing sagte, dass der Name Fredes nicht aus dem Gedächtnis der Stadt verschwinden dürfe. Er zweifelte zudem die demokratische Legitimität der Schulkonferenz an. In diesem Gremium würden „uns zugewiesene Lehrer sitzen, die mit Schülern kooperieren“, so Gebing. Die Autonomie des Rates dürfe nicht unterwandert werden.

FDP-Fraktionschef Daniel Rütter sieht es ähnlich: „Bei Namensgebungen sollten wir Schulkonferenzen künftig nicht mehr entscheiden lassen. Das ist die Aufgabe des Rates.“ Er kann dem Namen „Am Forstgarten“ wenig abgewinnen: „Das ist völlig nichtssagend. Dann hätte man die Schule auch „An der B 9“ nennen können. Das ist das Gleiche.“

Hedwig Meyer-Wilmes, Fraktionsvorsitzende der Grünen, bedauert, dass auch nach einem halben Jahr der Diskussion kein Fortschritt zu erkennen ist. Sowohl die katholische Kirche als auch die Schule bewegen sich nicht aufeinander zu. Der Vorschlag, die Volkshochschule nach Wilhelm Frede zu benennen, soll jetzt Druck vom Kessel nehmen. „Wilhelm Frede ist unverzichtbar für das deutsch-niederländische Verhältnis“, sagte Meyer-Wilmes.

Die VHS ist für die Grünen eine geeignete Institution: „So finden zum Beispiel in der VHS viele Veranstaltungen und Kurse statt, die den BürgerInnen der Stadt Geschichte und Aktualität dieses für Kleve so wichtigen Verhältnisses darlegen. Insofern kann man die VHS als geeigneten Ort sehen, die Erinnerung an Frede wachzuhalten.“ Alternativ könne man auch darüber nachdenken, ob nicht eine kirchliche Einrichtung (Jugendheim, Kindergarten oder Begegnungsstätte) nach Wilhelm Frede benannt werden könnte.

Wolfgang Gebing (CDU) drängte darauf, dass man jetzt kurzfristig eine Entscheidung in dieser Sache treffen sollte, um dieses Kapitel zu schließen.

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