Landschaftsverband Rheinland

HPH-Netze am Niederrhein sollen neu organisiert werden

Die Verwaltung des HPH-Netzes soll an einem Ort konzentriert werden.

Die Verwaltung des HPH-Netzes soll an einem Ort konzentriert werden.

Foto: Andreas Gebbink / NRZ

Kreis Kleve.  Die Verwaltung für Heilpädagogischen Hilfen soll in Langenfeld zentriert werden. Über 100 Mitarbeiter wären betroffen. Lange Fahrzeiten

Das Netzwerk für Heilpädagogische Hilfen des Landschaftsverbandes Rheinland steht vor einer Neuorganisation. Betroffen seien zahlreiche Mitarbeiter in Bedburg-Hau, Viersen, Düren, Langenfeld und Bonn, schreibt Monika Overkamp, Mitglied des Personalrates und LVR-Vertrauensfrau bei der Gewerkschaft Verdi. Ziel des LVRs ist es, die bisherigen Verwaltungsstandorte an einem Ort zu konzentrieren.

Entscheidung erst nach den Sommerferien

Thomas Ströbele, fachlicher Direktor des HPH-Netzes Niederrhein, bestätigt der NRZ, dass zurzeit der Standort Langenfeld als künftiger Hauptsitz für die Verwaltung geprüft werde. Er rechnet allerdings nicht mit einer Entscheidung vor den Sommerferien. Möglicherweise werden auch noch andere Standorte geprüft. Welche Entscheidung man auch treffen werde, es werde Unannehmlichkeiten für Mitarbeiter geben. Diese hängen aber auch von der Art der Umsetzung ab. So könne man über verschiedene Modelle nachdenken, etwa die Einführung von Home-Office-Arbeitsplätzen.

Betroffen sind über 100 Personen

In der Verwaltung des HPH-Netzes arbeiten im LVR-Gebiet über 100 Personen. Es gibt fünf Heilpädagogische Heime, unter anderem in Bedburg-Hau. Bereits 2006 wurden die Standorte zu drei Heilpädagogischen-Netzen zusammengeführt: Ost, West und Niederrhein. Nun solle ein großes Netzwerk entstehen, schreibt Monika Overkamp: „Dies bedeutet für die unterstützten Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung und die Mitarbeitenden im Assistenz- und Betreuungsdienst eine zunächst kaum spürbare Veränderung. Dagegen ändert sich für die Mitarbeitenden in den Verwaltungen der drei Netze vieles. Die Abteilungen werden zusammengelegt und ein starkes Team soll sich bilden. Die jetzigen Betriebsleitungen müssen sich einem Interessenbekundungsverfahren stellen, aus derzeit sechs Direktionsstellen werden drei“, so Overkamp.

Niederrheiner befürchten lange Fahrzeiten

Sie bemängelt, dass nun aus wirtschaftlichen Gründen die alten, denkmalgeschützten Häuser der LVR- Klinik in Langenfeld als möglicher neuer Standort geprüft werden. „Dies würde insbesondere für die Mitarbeitenden des LVR-HPH-Netz Niederrhein, die überwiegend in Kleve, Bedburg-Hau und Goch wohnen, eine erhebliche Mehrbelastung bedeuten“, so Overkamp. Eine Fahrtstrecke zum Arbeitsort könnte dann sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln als auch mit dem Auot bei ungünstigen Bedingungen bis zu zwei Stunden betragen.

„Sollte ein Standort mit solch weitem Anfahrtsweg favorisiert werden, müssen sich acht von zehn Mitarbeitenden einen neuen Arbeitsplatz suchen – ein unerträglicher Gedanke“, so Overkamp. Die ersten zwei Kündigungen seien bereits eingereicht worden.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben