Schule

Haus der Lehrerausbildung in Kleve bekam Anbau mit 11 Räumen

Diesen Blick ins Grüne haben Lehramtsanwärter im Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung, zeigt Leiterin Dr. Micaela Krone.

Diesen Blick ins Grüne haben Lehramtsanwärter im Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung, zeigt Leiterin Dr. Micaela Krone.

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Kleve.   „Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung“ in Kleve ist für die Kreise Kleve, Wesel, auch Duisburg-Essen zuständig. Lehren braucht Raum.

Die anderen Ausbildungsstätten für Lehrer im Lande sind ganz schön neidisch. Kleves „Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung“ hat einen sehr schicken Anbau bekommen, der modernen Vorstellungen von Schule und Lehre entspricht. Nicht nur bei den Kindern setzt die Pädagogik immer mehr auf Lerninseln für kleine Gruppen, das gilt hier auch für die angehenden Lehrkräfte. „Lernräume sind nicht unbedingt Seminarräume“, sagt Micaela Krone, sondern können auch Sitzecken in den hellen Fluren mit bodentiefer Fensterfront sein. Dort kann man daran arbeiten, sich selbst zu organisieren.

Dem Lernen und Lehren Raum geben mit Perspektiven

„Lehrausbildung in Kleve in neuen Dimensionen mit neuen Perspektiven“ nennt das Micaela Krone.

„Wir müssen dem Lernen und Lehren neuen Raum geben." Sie freut sich: „Wir haben unsere bisherigen Seminar- und Gruppenräume im Altbau nun im Neubau mit weiteren elf verdoppelt.“ Die Raumnot ist damit fast behoben.

Im Altbau sind es 1100 Quadratmeter inklusive der Verwaltung, im Neubau kamen 915 reiner Seminartrakt hinzu. Dabei sind auch rundum verglaste kleine Arbeits- oder Beratungs-Nischen, die man aber mit Lamellenvorhängen auch ungestört abschotten kann. Das Draußen kommt nach drinnen. Licht flutet überall. Und wenn es elektrisch ist, dann intelligent: Es schaltet stromsparend ab, wenn sich nichts bewegt.

Dazu fügte Architekt Philipp von der Linde eine ebenfalls eingeglaste Küche und ein repräsentatives Foyer in Glas und Granit, das mulifunktional als Versammlungsraum oder zu kleinen Lernbereiche benutzt werden kann.

Die sinnvolle Möblierung liegt Micaela Krone am Herzen, weil man damit auch pädagogisch viel erreichen kann – weg vom rechteckigen Tisch, hin zu dreieckigen oder trapezförmigen, die sich als Rondell oder Sechssitzer stellen lassen, hin zum Manegen-Rund im Klassenzimmer und zu partnerschaftlichen Viererblocks.

Das Konzept der langen Flure bewähre sich als Ausstellungsfläche, zurzeit sind Exponate der Schüler-Ausstellung „Schule, Kunst, Museum“ zu sehen. Und auch Ergebnisse eigener Projekte könnten angehende Lehrer*innen als Anregung für Kollegen zeigen.

Sowohl die Stadt Kleve als auch das Land finanzieren Teile des Gebäudes und der Einrichtung, das Land darüber hinaus die digitalen Medien. „Wir haben ein stabiles Wlan, nur das Breitband fehlt noch“, so Krone.

Neue Dimension nehmen auch die Zahlen der Nutzer an. Sie kommen aus den Kreisen Kleve, Wesel, Viersen, von Krefeld bis Essen. Nach der Änderung des Lehrerausbildungsgesetzes (LABG) mit Anhebung für alle Schulformen von acht auf zehn Semester (Master) stabilisiert sich nun die Zahl im ZsfL an der Willibrordstraße auf 530 Lehramtsanwärter. Sie kommen zu verschiedenen Wochentagen und werden von 83 Ausbilder*innen unterrichtet.

Ganztägig genutzt

Alt- und Neubau sind nun fast jeden Tag von morgens bis abends voll. Denn neben den Lehramtsanwärter*innen im Vorbereitungsdienst, im Lehramt für Grundschulen, für Haupt-, Real- und Gesamtschulen sowie für Gymnasien / Gesamtschulen und für sonderpädagogische Förderung begleitet das Ausbilderteam auch Seiteneinsteiger auf dem Weg in den Schuldienst sowie Studierende im Rahmen ihres Praxissemesters an der Universität Duisburg- Essen.

Gesetz änderte den Ausbildungsaufbau

Die Umstellung der Lehrerausbildung durch Gesetzesänderung bringt in der Ausbildung zwar Vorteile, für die Absolvent*innen aber durch den jetzt jährlichen Abschlussrhythmus ein Problem: Sie laufen am Bedarf der Schulen vorbei, wenn dort im halbjährigen Abstand Lehrer in Rente gehen.

Zuvor blieben 40 Prozent der frisch ausgebildeten Lehrer*innen hier, die durch den ZsfL den Kreis Kleve und Niederrhein schätzen gelernt hatten. Nun sind es weniger, einfach weil zur Abschluss-Zeit ein Überangebot an Absolventen entsteht und nicht doppelt so viel Platz in den Kollegien frei wird – sondern mancherorts eben erst sechs Monate später.

Anfangs stand ein Baum der Neubauplanung im Weg

Eine leise Bitte für einen Anbau am „Lehrerseminar“, heute „Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung“, wurde erstmals 2005 an die Stadt Kleve heran getragen.

Es gab Pläne eines Anbau-Riegels ungefähr an der heutigen Stelle. Doch da stand eine sehr alte Trauerweide, die es zu erhalten galt. Der Plan wurde verworfen. Die Raumnot wuchs.

Ein neuer Plan schlug einen teureren, U-förmigen Neubau rund um die Trauerweide vor. Dann blies der Sturm und legte den Baum quer über den Parkplatz.

Daraufhin wurde Architekt Philipp von der Linde mit dem heutigen Neubau, einem Riegel, beauftragt.

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