Sport

Dörfer rund um Kleve wollen ihre Sportplätze bewahren

Ein Konzept der Stadt Kleve sah vor, die Sportplätze in Keeken, Düffelward, Donsbrüggen und Tiergartenstraße zu einem Sportzentrum zusammenzulegen. Mittlerweile rückt man von diesem Gedanken ab.

Ein Konzept der Stadt Kleve sah vor, die Sportplätze in Keeken, Düffelward, Donsbrüggen und Tiergartenstraße zu einem Sportzentrum zusammenzulegen. Mittlerweile rückt man von diesem Gedanken ab.

Foto: Andreas Gebbink

Kleve.  Die Sportstätten in Keeken, Düffelward und Donsbrüggen sind wichtiger Bestandteil der dörflichen Identität. Kritik an „Sportzentrum Düffel“.

Bislang hat noch niemand laut Hurra! gerufen. Die Idee, die Sportplätze von Keeken, Düffelward, Donsbrüggen und DJK Kleve zu einem „Sportzentrum Düffel“ zusammenzulegen, mag eine nette Gedankenspielerei im Klever Sportentwicklungsplan gewesen sein, aber bei den Vereinen und Dorfvertretungen treffen die Überlegungen auf wenig Gegenliebe: „In allen Gesprächen mit den Vereinen wurde klar, dass die Identität des Dorfes ein wichtiges Thema ist“, sagte Kleves Erster Beigeordneter Willibrord Haas im Sportausschuss.

Sonst ginge auch ein Stück Dorfkultur verloren

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und der geringer werdenden Mitgliederzahlen in Sportvereinen schien die Lösung eines Sportzentrums Düffel – analog zu den Sportzentren Oberstadt (Materborn/Reichswalde) und Unterstadt (Kellen) – interessant zu sein. Doch mit der Aufgabe eines Sportplatzes geht auch ein Stück Dorfkultur verloren. Denn außer der Feuerwehr und dem Schützenverein gibt es nur wenige übergreifend identitätsstiftende Aktivitäten in einem Dorf wie Keeken, Donsbrüggen oder Düffelward.

In einer Ausarbeitung zeigt die Stadt Kleve, dass die Mitgliederzahlen bei den vier Vereinen stabil sind. Lediglich die Zahlen von FC Vorwärts Schenkenschanz/Düffelward sind so niedrig, dass hier ein Ausbau nicht verhältnismäßig erscheint. Insgesamt verfügen die vier Vereine über 1066 Mitglieder.

Nach Auffassung des Kämmerers soll die Sporthochschule Köln noch einmal eine Einschätzung geben, wie eine weitere Entwicklung aussehen kann. Konkret soll die Verwaltung nun Standorte benennen, wo eine Erweiterung zu einem Sportzentrum überhaupt möglich ist und ob es generell ein zentraler Standort sein muss. Möglicherweise seien auch zwei Standorte von Vorteil, sagte Haas.

Zeitnahe Entscheidung gewünscht – „So, wie es jetzt ist, funktioniert es“

Niklas Lichtenberger (SPD) betonte, dass die Sportplätze meist das Zentrum des Dorfes sind. So müsse zum Beispiel die Anlage in Keeken erhalten und ausgebaut werden. Alle Vereine hätten in der Vergangenheit ihre Nischen gesucht: In Donsbrüggen sei es der Radsport, in Düffelward der Laufsport. „Wir sehen keinen dringenden Handlungsbedarf“, sagte Lichtenberger. „So, wie es jetzt ist, funktioniert es. Zudem haben wir mit dem Sportzentrum Ober- und Unterstadt noch einiges zu tun.“

Werner Liffers (CDU) möchte sich hingegen noch nicht entspannt zurücklehnen: „Es ist richtig, dass wir noch Zeit haben, aber auch nicht ewig. Ich wünsche mir eine zeitnahe Rückmeldung, damit auch die Vereine wissen, woran sie sind.“

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