Verkehrsprojekt

Die Bauarbeiten zum Ringschluss in Goch haben begonnen

Blick aus der Luft Richtung Pfalzdorfer Straße: Kreisverkehr und Straßentrasse des ersten Ringschluss-Teils sind bereits gut erkennbar.

Blick aus der Luft Richtung Pfalzdorfer Straße: Kreisverkehr und Straßentrasse des ersten Ringschluss-Teils sind bereits gut erkennbar.

Foto: Stadt Goch/Torsten Matenaers

Goch.   Bürgermeister Ulrich Knickrehm nennt es ein „Halbjahrhundert-Bauwerk“: Der erste Teil des Gocher Ringschlusses soll im Sommer fertig sein.

Die ersten Pläne zum Gocher Ringschluss stammen aus den 1970er Jahren, und so alt sind auch die Diskussionen über das fehlende Stück Straße. „Es ist ein Halbjahrhundert-Bauwerk. Die Gocher warten seit Jahrzehnten darauf, dass sich ihr Ring schließt“, sagte Bürgermeister Ulrich Knickrehm am Montagnachmittag. „Jetzt ist es endlich so weit.“ Die Bauarbeiten für eines der bedeutsamsten Verkehrsprojekte der Stadt haben begonnen.

In den nächsten Monaten entsteht der erste Teil des Ringschlusses, der in einigen Jahren den bestehenden Kreisverkehr Nordring/Klever Straße nahe der Stadtwerke mit dem Knotenpunkt Ostring/Pfalzdorfer Straße verbinden wird. Der dann geschlossene Ring soll die Innenstadt vom Verkehr entlasten und Gochs größtes Neubaugebiet Neu-See-Land besser ans Zentrum anbinden. „Das ist eine drastische Umwälzung, die nicht nur die Verkehrsführung und Optik, sondern die Stadt verändern wird“, stellte Knickrehm fest.

Erstes Teilstück ist rund 250 Meter lang

Von der Pfalzdorfer Straße aus arbeiten sich die Angestellten der Gocher Tiefbaufirma Siebers, die die Ausschreibung gewonnen hat, mit schwerem Gerät nach Westen auf das ehemalige Gelände der Reichswaldkaserne vor. Die Trassenführung des rund 250 Meter langen ersten Stücks ist bereits gut sichtbar. Zwei Kreisverkehre werden angelegt, die ungefähr die Ausmaße des Kreisverkehrs am Bahnhof haben werden. „Wir hoffen, dass der Endausbau bis Juni oder Juli abgeschlossen sein wird“, sagte Wolfgang Jansen, Geschäftsführer der Gocher Stadtentwicklungsgesellschaft GO!.

Die Stadtverwaltung rechnet für den jetzt begonnenen Abschnitt mit Kosten in Höhe von circa 850.000 Euro, von denen das Land NRW einen erheblichen Anteil übernimmt. „Die Förderquote beträgt 60 bis 70 Prozent“, so Jansen.

Zwei Bushaltestellen sind geplant

Zum ersten Teilstück des Ringschlusses gehören auch beidseitige Fußgänger- und Radwege, eine Querungshilfe und jeweils eine Bushaltestelle auf beiden Seiten. Nach Fertigstellung wird die Straße zunächst nur für den Baustellenverkehr des dritten Abschnitts von Neu-See-Land freigegeben, der bald vom Kampfmittelräumdienst untersucht und ab Herbst vermarktet werden soll. In den ersten beiden Bauabschnitten wurden bislang 60 Grundstücke verkauft. Das entspricht circa 80 Prozent des Angebots.

Zu den ergänzenden Baumaßnahmen des Ringschlusses gehören neben der Errichtung von zwei Versickerungsbecken und Fahrbahnarbeiten auf dem Ostring auch das Aufstellen einer zweiteiligen Lärmschutzwand. Der 3,30 Meter hohe und insgesamt 127 Meter lange Wall wird die neue Verbindungsstraße vom Jugendzentrum Astra und der Awo-Kita Nierspiraten trennen.

Architekt erstellt Entwurf für Lärmschutzwand

Der Wandteil entlang des Kindergartens ist 83 Meter lang und wird zuerst errichtet. „Wir haben einen Architekten beauftragt, der einen Entwurf erarbeitet. Diesen stellen wir dann dem Bau- und Planungsausschuss vor“, kündigte Wolfgang Jansen an. Eine Kombinationsbauweise aus Beton, Glas, Gabionen und Holz soll die Aufenthaltsqualität im Kita-Außenbereich so gut wie möglich erhalten. Auf der anderen Seite der entstehenden Straße plant der Discounter Aldi eine Ansiedlung.

Für die Fortführung der Verbindung Richtung Nordring/Klever Straße, den endgültigen Ringschluss, laufe die Abstimmung mit der Deutschen Bahn und dem Bund kontinuierlich weiter. Ein externer Planer ist mittlerweile zwischengeschaltet, der die verschiedenen Interessen der Beteiligten zusammenbringen soll.

Wolfgang Jansen betonte noch einmal, dass die Planung weiterhin eine Unterführung der Bahnstrecke vorsehe. „Wir wollen eine weitere städtebauliche Zäsur verhindern.“ Für die Deutsche Bahn entfalle zudem mit dem höhengleichen Bahnübergang an der Kalkarer Straße eine Risikostelle. „Es ist ein Gemeinschaftsprojekt“, sagte Jansen. Deswegen wird die Stadt Goch auch nur ein Drittel der Kosten schultern müssen und erhofft sich dafür erneut eine 60- bis 70-prozentige Förderung. „Ich halte eine Fertigstellung des Ringschlusses 2025 für realistisch“, so Jansen.

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