Minoritenplatz

Dem Klever Rathaus wird es eng

Auf der Wallgrabenzone am Minoritenplatz wurden Wildblumenmischungen ausgesät. Wann daneben gebaut wird, entscheidet die Politik.

Auf der Wallgrabenzone am Minoritenplatz wurden Wildblumenmischungen ausgesät. Wann daneben gebaut wird, entscheidet die Politik.

Foto: Andreas Gebbink

Kleve.  Beim Minoritenplatz wartet Kämmerer Haas ab: Die Verwaltung werde die Grundstücksvermarktung nicht ohne Auftrag von der Politik angehen.

Kämmerer Willibrord Haas freut sich, dass die Unterstadt Kleve durch das neue Welcome-Center der Hochschule eine „städtebauliche Aufwertung erfahren hat“. Das erhoffe er sich jetzt auch „für das Gegenüber", sprich: den Rathaus-Parkplatz, der im Volksmund Minoritenplatz genannt wird. „Die Grundsatzentscheidung hat der Rat gefällt“, so Haas. Der Bebauungsplan wurde im Mai beschlossen. Doch es mangelt an der Umsetzung.

„Ich brauche eine Positionierung, dass wir loslegen sollen“

„Wir werden die Entwicklung der Grundstücksvermarktung nicht angehen, so lange wir nicht von der Politik den Auftrag haben“, erklärt Haas, der auch stellvertretender Verwaltungschef ist. „Ich brauche eine Positionierung, dass wir loslegen sollen.“ Ob es bereits Interessenten gebe, sagt er nicht. Inhaltlich aber müsse ohnehin erst die Politik in den Fachausschüssen – was Bauausschuss sowie Steuer- und Liegenschaftsausschuss sind – festlegen, was auf dem seit Jahrzehnten durchdiskutierten Schotterplatz zum Objekt in 1a-Lage aufsteigen darf.

Auch am Rathaus sind weitere Ausbauten allmählich nötig. „Das Raumkonzept ist mittlerweile zehn Jahre alt“, sagt Baudezernent Jürgen Rauer. Neue Kollegen vor allem für das Baudezernat und das Gebäudemanagement der Stadt kamen hinzu. Das Dachgeschoss war bereits beim Einzug 2016 als Reserve vorgesehen.

Aufträge können vergeben werden

„Das Geld dazu steht im Nachtragshaushalt bereit“, sagt Kämmerer Willibrord Haas. „Es sind 230.000 Euro als Verpflichtungsermächtigung“, um sie 2020 zu investieren. „Wir können aber jetzt schon Planungsaufträge vergeben“, so Haas. Der Ausbau der Rathaus-Reserve betrifft den „Kopfbau“. Dort wird die vierte Etage unterm Dach hergerichtet für Büros.

Denkmalgeschützten Bereich zwischen Kirchenbau und Rathaus anmieten

Willibrord Haas begrüßt auch, dass die Stadt den denkmalgeschützte Bereich zwischen Kirchenbau und Rathaus erneut – wie vor dem Rathausumbau – langfristig anmieten kann. „Es ist unsere Aufgabe, es wieder in den ursprünglichen Zustand zurück zu führen.“ Den Zustand, bevor man Fußböden aufgemacht, Putz von Wänden geschlagen, die Konstruktion freigelegt hatte, um überhaupt sehen zu können, wie das statische System aufgebaut ist. Und es dann zu sanieren. Für die Wiederherstellung sind 300.000 Euro im Nachtrags-Etat vorgesehen, so Haas. Der Teil zwischen städtischem Rathaus und Minoritenpfarre gehört der Kirche.

Der Innenausbau soll in 2020 abgeschlossen werden

Der Innenausbau soll in 2020 abgeschlossen werden. Heute sieht man bereits außen die Eigentumsgrenze – gestrichen ist schon der städtische Teil. Auch dazu hatte sich die Stadt verpflichtet.

Mit der Sanierung des kirchlichen Abschnitts werden dann die Baustützen weichen und die schöne Fassade mit gotischen Fenstern in der Sakristei wirkungsvoll sichtbar. Übrigens laufen auch gegenüber die Bauarbeiten am künftigen Drogeriemarkt, dort, wo früher Kleves Kino „Scala“ stand.

Neues für die „Junge Mitte“

Wird auch das Umfeld in der Unterstadt noch weiter aufgewertet, fragte die NRZ nach. Wenn die Hochschule mit dem Welcome-Center näher an die Stadt rückt (siehe Bericht Lokalseite 2), ist es doch auch an der Zeit, junge Leute mit in die City zu ziehen? Wegen der Hochschule sind ein Fünftel der Klever Einwohner jugendlich oder junge Erwachsene, was sich im öffentlichen Bild der Innenstadt aber nicht zeigt. Bisher bleiben sie in ihrer Oase am Spoykanal.

Was wurde aus dem Konzept, das die Landschafts-/Architekten „studio urbane landschaften“ aus Hamburg nach intensiver Zusammenarbeit mit jungen Leuten in Kleve sehr konkret anregten: Sitzwürfel und andere bequeme Sitze in der City, Skatebahn auf leeren Parkplätzen, Urban-Gardening auf dem Parkhausdach, Grillplätze am Ufer? „Das gehört zum Konzept ,Junge Mitte Kleve’. Im Etat 2020 werden sich bestimmte Dinge davon wieder finden“, verspricht Kämmerer Haas. Teile der Konzepte würden umgesetzt, um „die Aufenthaltsqualität zu verbessern“.

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