Sozialeinrichtung

Awo-Frauenhaus in Kleve möchte mehr Plätze anbieten

Awo-Geschäftsführerin Marion Kurth (links) und Andrea Hermanns, die Leiterin des Frauenhauses, zogen eine Bilanz des Jahres 2018.

Awo-Geschäftsführerin Marion Kurth (links) und Andrea Hermanns, die Leiterin des Frauenhauses, zogen eine Bilanz des Jahres 2018.

Foto: Niklas Preuten

Kreis Kleve.   Das Frauenhaus des Awo-Kreisverbands Kleve hat weiteren Bedarf an Plätzen angemeldet. 2018 wurden 36 Frauen und 28 Kinder aufgenommen.

Das Frauenhaus der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Kleve möchte sich vergrößern, um noch mehr von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen mit ihren Kindern Schutz, Beratung und Unterkunft bieten zu können. „Wir haben unseren Bedarf angemeldet und weitere Plätze beantragt“, sagte Marion Kurth, Geschäftsführerin des Awo-Kreisverbands Kleve.

50 zusätzliche Plätze in NRW geplant

Bis 2022 möchte das Land NRW in den geförderten 62 Frauenhäusern 50 zusätzliche Plätze schaffen. Das geht aus einer Zielvereinbarung des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung mit der Landesarbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege und der Landesarbeitsgemeinschaft Autonomer Frauenhäuser aus dem vergangenen Herbst hervor.

„Wir müssten dann neue Räumlichkeiten finden“, stellte Kurth fest. Die 1982 eröffnete Einrichtung in Kleve bietet bislang Raum für acht Frauen und zwölf Kinder gleichzeitig.

83 Prozent Auslastung im Klever Frauenhaus

2018 lag die Auslastung bei 83 Prozent. „Wir mussten insgesamt 56 Frauen abweisen, weil zum Zeitpunkt der telefonischen Anfrage kein Platz frei war. Das ist ein Dilemma“, sagte Andrea Hermanns, die das Frauenhaus seit 2007 leitet.

36 Frauen und 28 Kinder wurden aufgenommen

Im vergangenen Jahr nahm das Klever Frauenhaus – das einzige im gesamten Kreis – insgesamt 36 Frauen und 28 Kinder auf. Vor zwölf Jahren seien es noch doppelt so viele Frauen gewesen, so Hermanns. „Damals blieben die Frauen aber auch kürzer und es gab mehr Wechsel.“ Die meisten der Frauen waren 2018 zwischen 26 und 40 Jahre alt (18) bzw. im Alter zwischen 19 und 25 Jahren (16). Sie suchten insbesondere wegen Misshandlungen durch den Ehemann (20) oder Partner (12) Schutz.

Erstmals verzeichnete das Frauenhaus mehr Frauen mit einer anderen Staatsangehörigkeit (24) als der deutschen (18). „Die Arbeit mit Dolmetscherinnen nimmt viel Zeit in Anspruch“, stellte Hermanns fest.

320.000 Euro Kosten

Seit Jahren ist die Finanzierung der Frauenhäuser ein politisches Thema. „Es gibt keine grundlegend absichernde Förderung“, sagte Marion Kurth. In den vergangenen 20 Jahren wurde die Unterstützung gerade einmal um rund 6000 Euro auf derzeit 129.000 Euro angehoben. Hinzu kommt eine nun flexibel einsetzbare Sachkostenpauschale, die für die Klever Einrichtung seit Jahresbeginn bei 7500 Euro liegt. Demgegenüber stehen laut Awo-Geschäftsführerin Kurth Gesamtkosten von 320.000 Euro.

20.000 Euro an Spenden

Spenden und Einnahmen aus Geldbußen, die im vergangenen Jahr bei rund 20.000 Euro lagen, helfen beim Schließen der Lücke. Die Zielvereinbarung über die Zukunftssicherung der NRW-Frauenhäuser soll jedoch eine tragfähige Finanzierung langfristig sichern.

13 Ehrenamtliche helfen mit

Die vier hauptamtlichen Stellen – zwei Sozialpädagoginnen, eine Erzieherin, je eine halbe Verwaltungskraft und Hauswirtschafterin – werden von 13 Ehrenamtlichen unterstützt, die unter anderem eine telefonische Erreichbarkeit rund um die Uhr sicherstellen. Marion Kurth: „Wir freuen uns über dieses sehr zuverlässige ehrenamtliche Engagement, das über die Jahre gewachsen ist.“

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