Coronakrise

Arbeitsmarkt Kreis Kleve: Kurzarbeit ist das Mittel der Wahl

Die Arbeitsagentur in Kleve hat jetzt viel zu tun.

Die Arbeitsagentur in Kleve hat jetzt viel zu tun.

Foto: AG / NRZ

Kreis Kleve.  Die Coronakrise wird tiefe Spuren auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Kleve hinterlassen. 4200 Anzeigen im März auf Kurzarbeit gestellt.

Der Arbeitsmarktbericht für den Monat April wird vermutlich ein Desaster. Die Arbeitsagentur in Wesel präsentiert zwar jetzt einen „neuen“ Arbeitsmarktbericht für den Monat März, aber diese Zahlen, die nur bis zum 12. März erhoben worden sind, erscheinen vor dem Hintergrund der Krise nur als Makulatur.

Die Arbeitsagentur teilt dafür mit, dass im März über 2200 Beratungsanfragen in den Agenturen am Niederrhein eingegangen sind und rund 4200 Anzeigen auf Kurzarbeit gestellt wurden. Dies sei allerdings noch keine abschließende Zahl, sondern nur ein großer Anhaltspunkt, so die Agentur. Die zügige Bearbeitung dieser Anträge habe jetzt absolute Priorität. „Die wirtschaftlichen Einschränkungen im Zuge der Pandemie stellen die Unternehmen in den Kreisen Wesel und Kleve vor eine sehr schwierige Situation. Zahlreiche Betriebe jeder Größe versuchen, ihre Beschäftigten mit Kurzarbeit zu halten“, so Barbara Ossyra von der Agentur in Wesel, die auch für den Kreis Kleve zuständig ist.

Das Personal bei der Arbeitsagentur wurde aufgestockt

Das Personal sei nun aufgestockt worden und es seien viele Mitarbeiter aus anderen Fachbereichen hinzugerufen worden, damit Anträge möglichst zügig aufgenommen und abgearbeitet werden. „Das gilt natürlich auch für Menschen, die sich derzeit arbeitsuchend oder arbeitslos melden müssen. Im März haben sich bereits doppelt so viele Menschen wie im Februar bei der Arbeitsagentur arbeitsuchend gemeldet. Für diese Beratungen haben wir eine extra Hotline unter 0281 9620 141 eingerichtet, die gut erreichbar ist“, so Ossyra.

Arbeitszeiten wurden erweitert

Damit die Bearbeitung zügig verläuft, wurden der Arbeitszeitrahmen von 6 bis 20 Uhr bzw. im Homeoffice bis 22 Uhr erweitert. „Wir arbeiten mit allen Kräften dafür, die Menschen und die Unternehmen in der Region in dieser existenziellen Phase zu unterstützen“.

Die Belastungen für den Arbeitsmarkt könne erst der Bericht April abbilden. Im März 2020 setzte noch die Frühjahrsbelebung ein. Demnach waren im Kreis Kleve 8.118 Menschen arbeitslos gemeldet. Das ist ein Rückgang um 190 Personen oder 2,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat.

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