Gottes-Geschenk

Versprechen eingelöst: Heinz Artz baute Gott eine Kapelle

Helene und Heinz Artz in der Pfalzdorfer Christus-König-Kapelle.

Helene und Heinz Artz in der Pfalzdorfer Christus-König-Kapelle.

Foto: Anke Gellert-Helpenstein

Goch-Pfalzdorf.   Heinz Artz gab Gott sein Wort. Und hielt es: Nach eigenen Ideen, mit eigenen Händen und eisernem Willen baute er in Goch-Pfalzdorf eine Kapelle.

Der tiefe Glauben steht ihm nicht ins Gesicht geschrieben, aber er ist in jeder Äußerung zu spüren, die der Pfalzdorfer Heinz Artz macht. Ehrliche Freude über das Geschaffte und ein strahlendes Lächeln sprechen für ihn, wenn er seine unglaubliche Geschichte erzählt: Artz, der am 16. April seinen 83-jährigen Geburtstag feierte, ist immer noch erfüllt vom Tag der Einsegnung eines ganz besonderen Bauwerks, seines Bauwerks: Die Pfalzdorfer Christus-König-Kapelle an der Kirchstraße wurde am Wochenende von Weihbischof Rolf Lohmann gesegnet. Gebaut hat sie Heinz Artz nach eigenen Ideen, mit eigenen Händen und eisernem Willen. In Eigenarbeit. Fünf Jahre lang. „Er ist ein Widder“, verrät seine Frau Helene (85), „er geht mit dem Kopf durch die Wand, wo keine Türen sind.“

Warum baut ein Privatmann eine Kapelle?

Warum, fragt sich da so mancher, der von dem Mammutprojekt erfährt, baut ein Privatmann eine Kapelle, besser gesagt eine sehr große Kapelle? Mit einer Fläche von 15 mal 15 Metern und einer Höhe von zwölf Metern ist ein lichtdurchflutetes, modernes Gotteshaus entstanden, das bis zu 100 Besuchern Platz bietet. Die Antwort auf das „Warum“ ist in den Augen des Kapellenbauers einfach: „Alles, wirklich alles, was wir haben, verwalten wir nur eine kurze Zeit. Denn alles gehört Gott.” Dann lacht der rüstige 83-Jährige: „Das sollten wir dann auch vernünftig tun, oder?”

Am Anfang stand ein Versprechen

Am Anfang stand übrigens das Versprechen an Gott ihm eine Kapelle zu errichten, wenn er das dazugehörige große Grundstück in Pfalzdorf gegen die anderen Bieter erwerben könnte. „Hier sollte unser Altersruhesitz entstehen“, erzählt das Ehepaar Artz, das einst von Materborn aufs Pfalzdorfer Land zog. Heinz Artz hatte übrigens in Kleve mehr als 40 Jahre bei Elefanten-Schuh als Sicherheitsmeister, Abteilungs- und Ausbildungsleiter gearbeitet.

Für Jugendherberge gab’s keine Genehmigung

„Mit Aussprache meines Versprechens an Gott stoppten die anderen Bieter ihren Einsatz – und ich bekam das Land“, freut sich Artz noch heute über den „Deal“ 1989. Es dauerte dann eine Weile, bis das Wohnhaus soweit hergerichtet war, dass Artz an den Kapellenbau gehen konnte. „Der Plan war, die Kapelle mit einer Jugendherberge zu errichten. Doch dafür gab es keine Baugenehmigung.“ Für eine „kleine“ Kapelle schon. Über fünf Jahre hat der Bauherr dann alles in Eigenarbeit errichtet, war täglich auf der Baustelle.

Es gab zu Hause Krieg und Frieden

„Es gab da manches Mal Krieg und Frieden“, verrät seine Frau, freut sich aber sichtlich mit ihrem fleißigen Mann über das vollbrachte Projekt Kapelle. Mit ihrem Nachwuchs (drei Kinder, fünf Enkel, sechs Urenkel und ein Ururenkel) hat sie ihm immer den Rücken frei gehalten. Auch aktiv mit geholfen - so hatte sie zum Beispiel die Idee mit der freundlichen bunten Bestuhlung, töpferte mit Tochter Brigitte auch die prachtvollen Krippenfiguren im Eingangsbereich. Und kochte Tag für Tag „wirklich sehr gut“ (Heinz Artz), um ihren Mann bei Kräften zu halten.

Kapellenprojekt hat das Ehepaar Artz jung gehalten

Hilfe gab’s auch von den Schönstatt-Schwestern vom Oermter Berg. Altar, Kerzenständer, mehrere Sitzgelegenheiten und ein Tabernakel kommen von dort. Auch das große Holzkreuz. Offensichtlich war das Kapellenprojekt eines, das beide wirklich jung hielt – und hält.

Denn es wird nicht das letzte sein. „Ich plane auf einem Grundstück neben der Kapelle schon wieder zwei Projekte: Doppelhäuser“, so der Baumeister. Natürlich wird wieder viel in Eigenbau geschehen. Helene Artz: „Das ist auch gut so, denn wenn er damit aufhört, dann ist es vorbei“, fürchtet sie.

Den Namen bekam die Kapelle übrigens, weil Heinz Artz in der Klever Christus-König-Kirche getauft wurde und dort auch geheiratet hat.

Für kirchliche Feiern steht die Kapelle Nutzern offen

Die Pfalzdorfer Kapelle hat bereits familiäre Ereignisse erlebt und steht allen Menschen offen, die sie sehen, eine Kerze anzünden oder sogar hier ihre Hochzeit, eine Beerdigung oder Taufe feiern wollen. Unter der Kapellenhalle befindet sich im sehenswerten Keller auch genügend Gelegenheit, um im Anschluss an die Feier in der Kapelle noch gemütlich zusammen zu sitzen, zu essen und zu trinken. Allerdings müssen sich die Gäste selbst um ein eventuelles Catering bemühen. Lediglich ein Termin muss vorab telefonisch vereinbart werden.

Weitere Infos gibt’s nach 18 Uhr telefonisch unter der Rufnummer 02823/418460

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