Heimische Delegierte in Hamburg

Wird Ziemiak CDU-Generalsekretär?

Annegret Kramp-Karrenbauer, Jens Spahn und Friedrich März bei der Vorstellung in Sachsen.

Annegret Kramp-Karrenbauer, Jens Spahn und Friedrich März bei der Vorstellung in Sachsen.

Foto: Jan Woitas

Iserlohn.   Paul Ziemiak, Thorsten Schick und Prof. Dr. Otto Wulff verraten nicht, welchen Vorsitzenden-Kandidaten sie auf dem CDU-Parteitag in Hamburg wählen werden.

Morgen im Laufe des Tages werden wir wissen, wer künftig die Richtung in der Bundes-CDU vorgeben wird. Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz oder Jens Spahn. Aus Iserlohn werden zwei Delegierte am Bundesparteitag in Hamburg teilnehmen, der CDU-Stadtverbandsvorsitzende und JU-Bundesvorsitzende Paul Ziemiak, und der Vizebürgermeister und stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Thorsten Schick.

Und eigentlich sind es sogar drei Delegierte. Denn der Bundesvorsitzende der Senioren-Union, Prof. Dr. Otto Wulff, lebt zwar in Schwerte, ist aber weiterhin Mitglied der Ortsunion Hennen-Kalthof. Die Heimatzeitung hat gestern alle drei gefragt, wie sie sich positionieren werden, wen sie am Ende wählen werden.

Thorsten Schick möchte sich auch weiterhin nicht dazu äußern, wem er am morgigen Freitag seine Stimme geben wird. „Es herrscht Einvernehmen unter den Führungskräften der NRW-CDU, dass es nicht sinnvoll ist, wenn sich nun jeder öffentlich zu seinem persönlichen Favoriten positioniert.“ Schließlich müssten nach der Wahl ja alle wieder zusammenarbeiten, so Schick. Natürlich habe er eine klare Tendenz, in welche Richtung seine persönliche Entscheidung gehe. Zunächst möchte er aber auch die Statements der Kandidaten auf dem Bundesparteitag hören. Wegen einer zeitgleichen Plenumssitzung konnte Thorsten Schick nicht an der Regionalkonferenz in Düsseldorf teilnehmen. Er habe hinterher nur einige Ausschnitte gesehen.

Bereits heute ein Treffen in Hamburg

Thorsten Schick wird bereits heute nach Hamburg reisen. Denn am Abend steht ein gemeinsames Treffen aller NRW-Delegierten an. Das sei aber nicht nur der Vorsitzenden-Wahl geschuldet. Vielmehr gebe es ein solches Treffen generell vor den Bundesparteitagen, um gegebenenfalls wichtige Punkte abzustimmen.

Und wie geht es mit der CDU weiter, wenn sie einen neuen Vorsitzenden oder eine neue Vorsitzende hat? „Nach den jüngsten Wahlschlappen befindet sich die CDU wieder im Aufwind. Diese Überzeugung habe ich nicht nur durch Umfragen gewonnen, das ist auch das Resultat vieler Gespräche“, sagt Schick. Dass Angela Merkel nicht noch einmal für den Parteivorsitz antrete, habe dafür gesorgt, dass wieder viel mehr darüber diskutiert werde, wie es mit der Partei weitergehen soll und für welche Positionen die CDU eigentlich steht. Der Blick gehe in Zukunft und nicht in die Vergangenheit. Und das sei letztlich auch den drei Kandidaten um den Parteivorsitz zu verdanken.

Und Schick sieht auch Vorteile für Angela Merkel. Die wirke seit ihrer Entscheidung, nicht nochmals für den Vorsitz anzutreten, irgendwie gelöster. „Sie kann sich nun zu 100 Prozent auf ihre Kanzlerschaft und die Führung der großen Koalition konzentrieren.“ Durch die Trennung von Parteivorsitz und Kanzlerschaft habe die CDU nun zudem größere Chancen, als Partei Themen voranzubringen. „Das ist auch der Wunsch vieler Parteimitglieder.“

Und wen wählt Paul Ziemiak? Er berichtet zunächst einmal, dass alle drei Kandidaten bei der Jungen Union zu Gast gewesen seien. Im Bundesvorstand der JU sei natürlich über die Kandidatenfrage gesprochen worden, mit dem Ergebnis, dass die JU Deutschlands keine Wahlempfehlung abgeben werde. Daran fühle er sich auch persönlich gebunden.

Auf „Spiegel online“ ist darüber spekuliert worden, dass wenn Annegret Kramp-Karrenbauer CDU-Vorsitzende wird, der künftige Generalsekretär eher aus dem konservativeren Spektrum kommen könnte. Und in diesem Zusammenhang nannte „Spiegel-Online“ auch den Namen Paul Ziemiak. „Ich lese so etwas natürlich mit Interesse“, sagt Paul Ziemiak. Natürlich gebe es in der politischen Berichterstattung für manche nichts Interessanteres, als über Personen zu spekulieren. „Aber es sind eben nur Spekulationen. Und morgen werden wieder andere Namen diskutiert.“

Und wie geht es nach dem Parteitag weiter? „Egal, wer das Rennen macht, ich hoffe, dass die Diskussions- und Debattenkultur, die sich in den vergangenen Wochen entwickelt hat, auch nach dem Parteitag weiterlebt.

Auch Prof. Dr. Otto Wulff äußert sich im Vorfeld nicht dazu, wen er am Freitag wählen wird. „Beim Bundeskongress der Senioren-Union in Magdeburg haben wir eine klare Entscheidung getroffen, keine Wahl-Empfehlung abzugeben. Und daran halte ich mich als Vorsitzender natürlich als erster.“ Und im übrigen finde auf dem Bundesparteitag ja auch eine geheime Wahl statt, was er durchaus ernst nehme. „Was aber nicht ausschließt, dass ich mich nach der Wahl äußere.“

Austausch darf nicht nur über Talkshows stattfinden

Auch Wulff spricht von einer spürbaren Belebung der Partei durch die Kandidatendebatte und die Regionalkonferenzen. „Die Diskussionen sind lebendig, die Nähe der Politiker zu den Mitgliedern und Wählern nimmt wieder zu. Ich halte nicht viel davon, wenn der Austausch zwischen Politik und den Menschen nur noch über Talkshows stattfindet.“ Der Bundesvorsitzende der Seniorenunion wünscht sich eine lebendige Partei, die auch vor Ort aktiv ist. „Ich werde jedenfalls meinen Beitrag dazu leisten.“

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