Wohnen

Viele Projekte und ein höherer Überschuss

Nicht nur mit den neuen E-Bikes läuft es rund: IGW-Geschäftsführer Olaf Pestl (li.), Prokuristin Julia Anneke Kunz, Aufsichtsratsvorsitzender Michael Schmitt (re.) und sein Stellvertreter Volker Keitmann.

Nicht nur mit den neuen E-Bikes läuft es rund: IGW-Geschäftsführer Olaf Pestl (li.), Prokuristin Julia Anneke Kunz, Aufsichtsratsvorsitzender Michael Schmitt (re.) und sein Stellvertreter Volker Keitmann.

Foto: Andreas Drees / IKZ

Iserlohn.  Die IGW schließt das Jahr 2018 mit einem höheren Überschuss ab. Rund 4,2 Millionen Euro sind in die Bestandswohnungen geflossen.

Als IGW-Geschäftsführer Olaf Pestl am Ende der Bilanzpressekonferenz die beiden neuen Dienst-E-Bikes im Hof des Verwaltungsgebäudes vorstellt, wird die Stimmung noch heiterer als zuvor. Michael Schmitt, der Aufsichtsratsvorsitzende, dreht eine Proberunde auf einem der Räder, die gerade angeschafft wurden, damit die IGW-Mitarbeiter die rund 700 Wohnungen im Innenstadtbereich klimafreundlich, schnell und bequem erreichen können. Die vier E-Autos der IGW werden gerade erneuert. Weil es Lieferschwierigkeiten gibt, sind Ersatzwagen im Einsatz – ohne Beschriftung, aber trotzdem mit E-Antrieb.

Was die Bilanz des Jahres 2018 angeht, konnte Geschäftsführer Pestl gute Nachrichten verkünden. „Wir haben im letzten Jahr ein aus meiner Sicht gutes Ergebnis erzielt“, sagt er. Das dritte Jahr in Folge schreibt die Iserlohner Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft GmbH schwarze Zahlen, für 2018 steht ein Jahresüberschuss von 377.000 Euro unter dem Strich, eine Steigerung um 160.000 Euro gegenüber dem Vorjahr. Aufgrund der Neubauprojekte der vergangenen Jahre ist die Eigenkapitalquote von 38,7 Prozent im Jahr 2015 auf 27,4 Prozent im Jahr 2018 gesunken. „Alles im grünen Bereich“, lautet Pestls Einschätzung. Durch Tilgungseffekte werde der Wert mit der Zeit wieder ansteigen. Die Fluktuationsquote betrug im Jahr 2018 9,2 Prozent, minimal besser als im Vorjahr, minimal schlechter als 2016, aber, wie Pestl betont, ein „absoluter Durchschnittswert in der Branche“. Über alle Wohnungen hinweg, Alt- und Neubauten gleichermaßen berücksichtigt, zahlen IGW-Mieter derzeit 4,72 Euro Monatsmiete pro Quadratmeter.

Steigende Baukosten machen der Gesellschaft zu schaffen

Pestl unternimmt bei der Bilanzvorstellung einen Ausflug in die Problematik der fehlenden Sozialwohnungen aus Iserlohner Sicht. „Wie viele geförderte Wohnungen vorhanden sind, ist nur ein Teil der Wahrheit“, sagt er. Es komme auf den absoluten Preis an, und der sei bei vielen frei finanzierten Wohnungen im IGW-Bestand auf dem gleichen Niveau wie bei gefördertem Wohnraum.

Durch die Neubauaktivitäten umfasst der Bestand nun 330 Häuser mit 2203 Wohnungen, 22 Ladenlokalen, 402 Garagen oder Stellplätzen und zwölf sonstigen Einheiten – zusammengefasst 137.438 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche, bei den Wohnungen ein Plus von 37 Einheiten zum Jahresende 2018.

Zu schaffen machen der IGW laut Pestl die gestiegenen Baukosten. Sowohl bei der Instandhaltung als auch beim Neubau liegen die Kosten 11 Prozent über den Werten von 2015. Das werde nicht nur durch die gute Konjunktur im Handwerk verursacht, sondern zum Teil auch durch verschärfte Bauvorschriften. „Das kriegen Sie durch Miete nicht aufgeholt“, stellt Pestl fest. Für Instandhaltung und Modernisierung hat die Gesellschaft 2018 rund 4,2 Millionen Euro in ihre Objekte investiert, umgerechnet 30,43 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

Auch wenn sich die einzelnen Projekte zumeist über mehrere Jahre hinziehen, gab es solche, die das Jahr 2018 bei der IGW maßgeblich prägten. Den Umbau des Hauses Hans-Böckler-Straße 65, das frühere Hotel Brauer, zu teilmöblierten Appartements, die mittlerweile vollständig vermietet sind, nennt Pestl „ein absolutes Erfolgsprojekt“. Bei der Bauhaussiedlung Schlieper war 2018 das Jahr, in dem die Ausbauhäuser verkauft wurden (das letzte erst 2019) und die zwölf eigenen Mietwohnungen fertiggestellt und bezogen wurden. Auch das Neubauobjekt Wallstraße/Gerichtstraße wurde fertiggestellt und bezogen, einschließlich der DRK-Kita im Erdgeschoss. Dauerbrenner war schon damals der Bereich Am Südengraben/Zeughaus. Für das Café Am Zeughaus 14 wurde mit Planung und Abrissarbeiten begonnen. Beim Projekt Servicewohnen in Kalthof begannen 2018 die Vorarbeiten.

Weichenstellungen mit zwei Tochtergesellschaften

Erst mit dem Geschäftsjahr 2019 werden zwei Themen größeren Raum in der IGW-Bilanz einnehmen, für die 2018 die Weichen gestellt wurden. Für die Immobilie Kissing und Möllmann in der Oberen Mühle wurde 2018 die neue Gesellschaft IGW-Spezialimmobilien gegründet und der Kaufvertrag unterzeichnet. Außerdem wurde 2018 beschlossen, die bisherige Sparkassentochter S-Probis als Projektentwicklungsgesellschaft unter dem Namen „STADTProjekt GmbH“ als Tochter unter das Dach der IGW zu holen.

Neben den bekannten Projekten sollen die Investitionen in den Bestand fortgesetzt werden, wie Prokuristin Julia Anneke Kunz berichtet. Ein Quartier mit 100 Wohnungen ist in der Vorauswahl, allerdings steht die Entscheidung des Aufsichtsrates noch aus.

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