Feuerwehr

Verletzte und Millionenschaden bei Wohnhausbrand in Iserlohn

Großbrand in Iserlohn

Neun Verletzte und ein Schaden in Millionenhöhe sind die vorläufige Bilanz eines Brandes in einem Wohn- und Geschäftshaus in Iserlohn.

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Iserlohn.  Neun Verletzte und ein Schaden in Millionenhöhe sind die vorläufige Bilanz des Brandes in einem Wohn- und Geschäftshaus in Iserlohn.

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Bei einem Brand in einem Wohn- und Geschäftshaus am Kurt-Schumacher-Ring in Iserlohn hat in der Nacht zu Montag ein Mann schwerste Verletzungen erlitten. Außerdem sind acht weitere Verletzte, darunter zwei Feuerwehrleute, zu beklagen. Der Schaden dürfte nach ersten Schätzungen in die Millionen gehen. Das Feuer, das von 200 Einsatzkräften bekämpft wurde, war auch am frühen Morgen noch nicht vollständig unter Kontrolle.

Eine knappe halbe Stunde vor Mitternacht war zunächst der Polizei ein Brand in dem um 1900 errichteten, denkmalgeschützten Haus mit insgesamt sechs Wohnungen und einer Kunstgalerie im Erdgeschoss über den Notruf gemeldet worden. Dem Vernehmen nach soll es beim Anzünden einer Zigarette in einer Wohnung im ersten Stock aus noch unbekannter Ursache zu einer Verpuffung gekommen sein. Der betroffene Bewohner konnte das Haus noch selber verlassen und wurde kurz darauf vom Rettungsdienst in die Unfallklinik Dortmund-Nord gebracht.

Flammen schlugen aus den Fenstern

Der „Zimmerbrand nach Explosion“, von dem die Feuerwehr nach der Meldung zunächst ausgegangen war, hatte sich bei ihrem Eintreffen schon deutlich ausgedehnt, die Flammen schlugen aus drei Fenstern im ersten Stock. Zehn Feuerwehrleute unter Atemschutz durchsuchten das insgesamt viergeschossige Gebäude und retteten dabei einen älteren Herrn aus dem ersten Stock über ein Vordach und eine tragbare Leiter im Hinterhof des verwinkelten Gebäudes.

Neben den 16 Bewohnern des direkt betroffenen Hauses Nr. 20 mussten auch die rund 30 Bewohner aus den beiden Nachbarhäusern Nr. 18 und 16 und später dann auch noch auf der anderen Seite aus dem Haus Nr. 22 sowie aus den rückwärtigen Gebäuden am Südengraben 5 und 7 evakuiert werden und kamen zeitweise in einem Bus der Märkischen Verkehrsgesellschaft unter. Sechs Menschen mussten mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins St.-Elisabeth-Hospital und ins Bethanien-Krankenhaus gebracht werden.

Die Bekämpfung des Brandes im gesamten ersten Stock musste indes bald darauf im Inneren eingestellt werden, als sich abzeichnete, dass die hölzerne Zwischendecke des zweiten Geschosses nicht mehr lange halten würde und auch das ebenfalls hölzerne Treppenhaus ein Raub der Flammen werden würde. Von außen wurde von mehreren Seiten, und auch von der Drehleiter aus, versucht, das Feuer zu bekämpfen, in der Spitze mit bis zu 4500 Litern Wasser pro Minute. Trotz aller Bemühungen kam es jedoch laut Iserlohns Feuerwehr-Chef Jörg Döring zu einer Rauchgas-Durchzündung, in dessen Folge das dritte Obergeschoss und vor allem der Dachstuhl in voller Ausdehnung brannten.

Anwohner sollten Türen und Fenster schließen

Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurde die Bevölkerung über die Warn-App NINA gebeten, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Erst um kurz vor 9 Uhr wurde die Warnung wieder aufgehoben. Zwischenzeitig waren sämtliche verfügbaren Kräfte aus Iserlohn alarmiert worden, weitere Löschzüge aus Hemer und Menden waren ebenfalls vor Ort, ebenso wie die Lüdenscheider Feuerwehr mit frischen Atemschutzgeräten, nachdem der Iserlohner Vorrat restlos aufgebraucht war. Zudem wurde auch noch die Drehleiter aus Hagen angefordert, die aufgrund ihrer Hinterachslenkung in einen engen Nachbarhof fahren konnte, um das Feuer auch von dort aus zu bekämpfen.

Zwar konnten die Flammen dadurch etwas niedriger gehalten werden, und auch das Übergreifen des Feuers auf die glücklicherweise nicht ganz so hohen Nachbarhäuser konnte verhindert werden. Endgültig löschen ließ sich der Brand aufgrund der Größe des Daches jedoch nicht, so dass am frühen Morgen auch noch die Dortmunder Feuerwehr mit 54 Meter langen Teleskopmast anrückte, um auch im hinteren Bereich des Daches die Flammen zu bekämpfen.

Der Kurt-Schumacher-Ring bleibt zunächst auf jeden Fall bis zum Mittag gesperrt. Aktuell überprüft parallel zur Brandbekämpfung bereits eine Baustatikerin des Märkischen Kreises, inwieweit das Gebäude bzw. die Fassade einsturzgefährdet sind.

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