Gesundheit

Touristin löst Corona-Alarm aus

Andreas Fuchs, Facharzt für Allgemeinmedizin, zeigt sich erleichtert, dass bei einer Patientin der Corona-Verdacht ausgeräumt werden konnte. In seiner Praxis konnte Entwarnung gegeben werden.

Andreas Fuchs, Facharzt für Allgemeinmedizin, zeigt sich erleichtert, dass bei einer Patientin der Corona-Verdacht ausgeräumt werden konnte. In seiner Praxis konnte Entwarnung gegeben werden.

Foto: Cornelia Merkel

Iserlohn.  Die Angst vor dem Corona-Virus legte eine Iserlohner Hausarztpraxis lahm. Patienten mussten im Wartezimmer bis zur Entwarnung ausharren.

Große Aufregung in der Arztpraxis, wo am Donnerstagnachmittag eine Patientin nach ihrer Rückkehr aus Asien mit Verdacht auf Corona-Virus erschienen war: „Die Frau war morgens in Frankfurt gelandet und klagte über grippale Symptome“, berichtet ihr Hausarzt Andreas Fuchs. „Sie war vorher in Thailand und zuletzt in Singapur gewesen, wo alle Menschen mit Masken herumliefen und Fieberuntersuchungen über sich ergehen lassen mussten. Sie fühlte sich schon beim Start in Singapur unsicher und hatte Angst, sich mit der Lungenkrankheit angesteckt zu haben.“

Bei ihrer Landung habe sie 38 Grad Fieber über Notruf gemeldet. Sie sei nur an ihren Hausarzt zuhause verwiesen worden, berichtet der Facharzt für Allgemeinmedizin. Als sie sich nachmittags mit Fieber, Hals- und Muskelschmerzen bei ihm vorstellte, habe er sofort den Rettungsdienst alarmiert.

Hygienemaßnahmen und Schutzausrüstung

Die Feuerwehr-Leitstelle schaltete das Gesundheitsamt des Märkischen Kreises, den ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes sowie einen Notarzt ein. Unterstützend zum Rettungsteam fuhren auch Streifenwagen der Polizei zur Praxis an der Bertha-von-Suttner-Straße, die sofort vorsorglich geschlossen wurde. Die Patientin wurde ins Labor gebracht. „Wir haben alle Sicherheitsmaßnahmen ergriffen und die Frau unter besonderen Hygienemaßnahmen in einem separaten Raum untersucht“, erzählt Andreas Fuchs. „Der Notarzt erschien wie ein Kosmonaut mit Schutzausrüstung. Er klärte im Gespräch mit der Patientin ab, dass sie nicht in dem Risikogebiet gewesen war und auch nicht mit erkrankten Menschen in Kontakt getreten war. Nach einer halben Stunde konnten wir unsere Patienten nach Hause schicken.“ Somit konnte schnell Entwarnung gegeben werden, weil sich keine Anhaltspunkte für einen begründeten Verdachtsfall finden ließen.

Aber für den Fall der Fälle notierten die Sprechstundenhilfen des Facharztes für Allgemeinmedizin die Telefonnummern, um die Patienten gegebenenfalls schnell kontaktieren zu können.

Wie sich durch die Befragung und die Untersuchung herausstellte, war es nur ein grippaler Infekt, hieß es auch von Seiten des Kreisgesundheitsamtes, wie Ursula Erkens, Sprecherin des Märkischen Kreises, auf Anfrage erklärte.

„Das war eine gute Übung für uns. Wir haben so gesehen, dass die Meldekette gut funktioniert. Wir haben gut mit dem Rettungsdienst und dem Gesundheitsamt zusammengearbeitet“, erklärt Andreas Fuchs. „Wir haben die Patienten sofort über alles informiert. Sie fanden die Sicherheitsmaßnahmen in Ordnung. Sie waren zufrieden, dass es Entwarnung gab“, gibt sich der Allgemeinmediziner, der im Wohnpark Buchenwäldchen seit 1998 seine Hausarztpraxis unterhält, mit seinem Team und den Patienten abschließend erleichtert. „Wir haben alle Vorschriften eingehalten. Es ist gut gelaufen.“

In der Grippezeit Händewaschen empfohlen

Der erfahrene Mediziner (67) empfiehlt seinen Patienten gerade in der aktuellen Grippe-Welle: „Ausgiebiges Händewaschen, gesunde Ernährung und viel trinken.“ Am Donnerstag waren 80 Patienten in seiner Praxis, viele mit grippalen Infekten.

Fuchs geht davon aus, dass besagte Thailand-Touristin auch bald wieder auf dem Damm ist, da sie aufgrund ihrer Konstitution und ihres Alters nicht zur Risikogruppe für die neue Lungenkrankheit gehöre.

Apropos: „Deutschland liegt im geringen Risikobereich“, erklärte Christian Ternette, Sachgebietsleiter Infektionsschutz beim Gesundheitsamt des Märkischen Kreises zur Angst in der Bevölkerung vor der Ansteckung mit dem Corona-Virus. „Man kann nicht verhindern, dass es erstmalig falsch eingeschätzt wird.“

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