Rathaus

Technisch ist ein Gerüst-Treppenhaus machbar

Brandschutz Rathaus

Brandschutz Rathaus

Foto: Stefan Drees / IKZ

Iserlohn.  Es wird weiterhin daran gearbeitet, das Brandschutzproblem im Rathaus durch ein Treppenhaus in Gerüstbauweise zu lösen.

Seit Anfang Juni sind die 5. und 6. Etage des Rathauses am Schillerplatz gesperrt, sowohl für den Publikumsverkehr als auch für die eigentlich dort ansässigen Mitarbeiter. Im Zuge der Überprüfung des Brandschutzkonzeptes für das Rathaus hatte sich gezeigt, dass ein zweiter Fluchtweg für die beiden obersten Etagen, wie er im Brandfall vorhanden sein muss, nicht sicher nachgewiesen werden kann.

Das „Anleitern“ mit der Drehleiter der Feuerwehr ist nur bis zum vierten Obergeschoss möglich. Seitdem wird überlegt, wie über eine provisorische Lösung ein zweiter Fluchtweg dargestellt werden könnte (wir berichteten). Erste Wahl ist es weiterhin, außen an der Fassade ein Treppenhaus in Gerüstbauweise anzudocken. An der Lösungssuche werde intensiv gearbeitet, berichtete die Betriebsleiterin des städtischen Immobilienmanagements, Claudia Zawada.

Was ist inzwischen geschehen? Nahezu täglich werde über das Thema gesprochen, berichtet Claudia Zawada, einmal die Woche sitze auch die Brandschutzbeauftragte des Rathauses mit am Tisch. Verwaltungsintern gebe es inzwischen einen favorisierten Lösungsansatz.

Der sieht vor, dass im Bereich der Gebäudeecke Rathausstraße/Lange Straße ein solches Treppenhaus angesetzt wird. Zunächst, so Zawada, würde dieses Treppenhaus in einem Rutsch von der sechsten Etage auf das vorstehende Dach der Stadtkasse führen, die sich im 1. Untergeschoss (bezogen auf das Niveau Schillerplatz) befindet. Und von dort aus würde dann ein weiteres Treppenhaus bis ganz nach unten führen. Die verschachtelte Bauweise des Rathauses würde auch mehrere Alternativen zulassen. Denkbar, so Zawada, wäre es auch, sich über mehrere Zwischendächer in Etappen nach unten zu arbeiten. Der Weg würde dann aber sehr komplex ausfallen und auf jedem Dach müsste dann ein sicherer und ausreichend tragender Weg ausgewiesen werden. Deshalb werde die eingangs geschilderte Variante bevorzugt.

Geprüft worden ist die Variante bereits von einer Dortmunder Gerüstfirma, die viel Erfahrung mit dem Bau von Treppenhäusern in Gerüstbauweise an hohen Gebäuden hat. Von dort, so Claudia Zawada, sei inzwischen mitgeteilt worden, dass das Vorhaben technisch realisierbar sei. Und parallel dazu ist ein Statiker damit beschäftigt zu prüfen, inwieweit das Dach über der Stadtkasse dazu geeignet ist, die entsprechenden Lasten aufzunehmen. Das sei schon etwas komplexer, sagt Claudia Zawada. Denn gerechnet werden dürfe ja nicht nur mit dem Gewicht der Gerüstkonstruktion. Zu berücksichtigen sei ja auch, dass bei einem Notfall eine größere Menschengruppe auf den Treppen und dem Dach der Stadtkasse unterwegs sei.

Weiterhin ist von der Stadtverwaltung ein Fachbüro für Brandschutz in das Thema einbezogen worden. Sofern auch der Statiker grünes Licht gibt, soll es Aufgabe dieses Büros sein, zu prüfen ob mit der angedachten Variante die Erfordernisses des Brandschutzes auch tatsächlich erfüllt sind.

Betroffene Mitarbeiter inErsatzbüros am Wiesengrund

In der übernächsten Woche sollen die Beteiligten an einen Tisch kommen, um alle Ergebnisse zu bewerten. Zawada betont, dass die angedachte Variante nicht zementiert sei. Wenn von den Experten noch bessere Vorschläge kommen, würden diese in den Überlegungen berücksichtigt. Und wenn die Lösung feststehe, könne dieses auch nicht von heute auf morgen realisiert werden. Zunächst müsse es dann eine formgerechte Auftragsvergabe geben. Und es müsse geklärt werden, in welchem Zeitfenster die abschließend beauftragte Firma das Vorhaben umsetzen kann.

Bis dahin müssen die Mitarbeiter des Schulverwaltungsamtes, des Kulturreferates und die Mitglieder des Personalrates noch mit ihrem „Exil“ in den Räumen der ehemaligen Hauptschule Wiesengrund vorliebnehmen.

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