Nahverkehr

Schülerticket: Verwaltung soll jetzt prüfen

Unter anderem mit der MVG soll die Verwaltung jetzt Gespräche aufnehmen.

Unter anderem mit der MVG soll die Verwaltung jetzt Gespräche aufnehmen.

Foto: Michael May / IKZ

Iserlohn.  Sowohl der Schul- als auch der Verkehrsausschuss stimmten für die Aufnahme mit Gesprächen mit MVG & Co..

Auf Basis eines Antrags der Fraktion der Linken haben sich der Schulausschuss und der Verkehrsausschuss am Mittwoch in ihren getrennten Sitzungen einstimmig dafür entschieden, die Einführung eines Schülertickets für alle Schülerinnen und Schüler zu prüfen.

Dazu soll Kontakt mit der Märkischen Verkehrsgesellschaft, dem Kreis und, so wurde es im Schulausschuss angeregt, möglichst auch mit der Westfalenbus GmbH in Münster aufgenommen werden. Denn viele Schüler aus dem Iserlohner Norden seien auf die Fahrten mit deren Bussen angewiesen, unterstrich der Leiter der Gesamtschule Seilersee, Daniel Asmuth.

Weiterhin sollen von der Verwaltung die finanziellen Auswirkungen der verschiedenen Angebote (beispielsweise gültig nur für eine Stadt) dargestellt werden. Der Beigeordnete Martin Stolte sagte im Schulausschuss die umfassende Prüfung durch seine Mitarbeiter zu, bat aber bereits um Verständnis, dass dieses wegen des Umfangs nicht bis zur nächsten Sitzung geschehen könne.

Im Verkehrsausschuss fand sich zudem bei einer weiteren Abstimmung bereits eine knappe Mehrheit für die Ergänzung des Antrags, dass ein solches Schülerticket nach Möglichkeit kreisweit eingerichtet wird. Manuel Huff (Die Linke) möchte durch das Ticket auch das Problem mit den Elterntaxis, das es ja an allen Schulen gebe, eindämmen. Die bisherige Praxis, Schülertickets nur nach gestaffelten, aber streng ausgelegten Kilometergrenzen auszugeben, führe zudem immer wieder zu Kuriositäten, beispielsweise, dass die Lage des Hauseingangs darüber entscheidet, ob es ein Ticket gibt oder nicht. Oder, wie Detlef Paul, Linken-Vertreter im Schulausschuss und Lehrer an der Gesamtschule Iserlohn, berichtete, wenn seine Schüler beim Wechsel in die 7. Klasse und dem damit verbundenen Umzug vom Standort Gerlingsen zum Nußberg deswegen keine Fahrkarte mehr bekämen.

Verkehrswende kann es sicherlich nicht umsonst geben

Außerdem, so führte beide in ihren Ausschüssen aus, sei der Verwaltungsaufwand sehr hoch, aufseiten der Schulverwaltung als auch aufseiten der MVG. Der Nachteil der bisherigen Schülertickets liege zudem darin, dass diese nur für den Schulweg gelten. Sinnvoll sei es aber, dass das Ticket auch für andere Fahrten genutzt werden könne. Jugendliche würden so frühzeitig an den ÖPNV herangeführt. Huff sieht in einem Schülerticket für alle durchaus einen Schritt in Richtung Verkehrswende. Erste Gespräche mit der MVG hätten gezeigt, dass man dort durchaus aufgeschlossen sei. Zu möglichen Kosten meinte Huff, dass es eine Verkehrswende sicherlich nicht umsonst geben könne.

Marcus Tillmann (Grüne) sagte, seine Fraktion unterstütze einen solchen Vorstoß, vorher müsse man aber auch wissen, was das kostet. Jörg Teckhaus (CDU) hegte ebenfalls Sympathien für ein Schülerticket für alle. Das könne helfen, die Verkehrssituation an den Iserlohner Schulen zu entschärfen. Zunächst müsse aber auch die Kostensituation geklärt werden. Teckhaus formulierte einen entsprechenden modifizierten Beschlussvorschlag, der dann auch die Mehrheit fand. Karsten Meininghaus (CDU), zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der MVG, sagte, dass man in dem Gremium bereits über mögliche neue Angebote diskutiert habe.

Sylvia Patscher (SPD) begrüßte ebenfalls den eingeschlagenen Weg, ihre Fraktion fordere seit Jahren Fortschritte in Richtung kostenloser ÖPNV. Auch Patscher wünschte sich eine kreisweite Lösung.

Wiederum einstimmig wurde im Verkehrsausschuss beschlossen, dass die Schulverwaltung sich mit den Schulen ins Benehmen setzt mit dem Ziel, dass diese vor Beginn eines neuen Schuljahres in Kooperation mit den Elternvertretungen schulbezogene Lösungen für die Schulwege abstimmen. Dabei soll auch das Modell „Walking Bus“ geprüft werden. Dabei sollen Schüler gewissermaßen nach „Fahrplan“ an bestimmten Punkten zusammengeführt werden, um dann begleitet zur Schule zu laufen. Außerdem sollen auch für die Schulen, die bislang noch nicht über Eltern-Haltestellen verfügen, nach Lösungen gesucht werden. Der Schulausschuss wird sich erst in seiner nächsten Sitzung im November mit der Drucksache beschäftigen, die auf Anträge der Linken und der SPD basiert.

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