Konzert

Orchesterkonzert ist Präludium für Festwoche

Mit viel Hingabe und Musikalität spielte Solistin Jana Noeske zusammen mit dem Sinfonieorchester.

Mit viel Hingabe und Musikalität spielte Solistin Jana Noeske zusammen mit dem Sinfonieorchester.

Foto: Max Winkler

Iserlohn.   Beim „Großen Orchesterkonzert“ gab die Musikschule eine traditionelle Präsentation mit Cello-Ensemble, dem Mittelstufen- und großen Orchester

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Voller Freude und Elan begrüßte Musikschulleiter Paul Breidenstein am vergangenen Sonntag im Parktheater das Publikum zum traditionellen „Großen Orchesterkonzert“ – das bewusst etwas kürzer ausfiel als sonst. Denn die Vorbereitungen für die Festwoche Mitte Juni zum 50. Jubiläum der Zweigstelle Letmathe und zur offiziellen Einweihung der neuen Räumlichkeiten in der Trillingschen Villa sind in vollem Gange.

Geführt von EdytaPietraschs Körpersprache

Den Auftakt machte daher gleich das Mittelstufenorchester unter der Leitung von Edyta Pietrasch. Es bewältigte die verzwickten Rhythmen und Taktwechsel in zwei Arrangements von Moore wach und energisch, übernahm im tänzerischen zweiten Stück abwechselnd mit den hohen und tiefen Streichinstrumenten die Melodieführung und ließ sich ganz von der Körpersprache der geigenden Edyta Pietrasch führen. Mit Viviene Mandok an der Querflöte zeigte das Orchester in einem Stück von Morricone, dass es auch schon gut zu begleiten versteht.

Das Cello-Ensemble ist zur Zeit mit seinem Leiter Fabian Reichart zu fünft. Zunächst bot es zwei Sätze eines zeitgenössischen Quintetts von Hölscher: auf ein sensibel gestrichenes Largo folgte ein „Kanon presto“, bei dem es wie im Wettlauf die Saiten hinauf und hinunter ging. Nach einem abwechslungsreichen Grieg mit solistischen Passagen präsentierte das Ensemble „Path“ von Apocalyptica mit den typisch packenden Rhythmen, die die Musik dieser Band auszeichnen.

Eine Art „Probe“ für die Herbsttage der Musik

Mit dem bekannten Hochzeitsmarsch von Mendelssohn startete das große Orchester glanzvoll – Bläser und Streicher kamen schon hier ausgewogen zum Zuge.

Danach folgte eine Art „Probe“, so Breidenstein, für die Herbsttage 2019, bei denen die Violinistin Bomsori Kim zu Gast sein wird. Sie hat mit dem Violinkonzert Nr. 2 von H. Wieniawski bereits Preise gewonnen und wird damit auch in Iserlohn auftreten. Jana Noeske wiederum hat bei Jugend musiziert 2019 mit dem 1. Satz des Wieniawski-Konzerts im Landeswettbewerb einen 2. Preis gewonnen. Auswendig, mit viel Hingabe und Musikalität konnte die Abiturientin nun mit Orchesterbegleitung dieses virtuose Stück darbringen. Und bewies, welch großartige Früchte die umfassende musikalische Aufbauarbeit in Iserlohn trägt. Denn nach Unterricht bei ihrer Mutter wechselte Jana zu Edyta Pietrasch an die Musikschule, wanderte vom Vororchester über das Mittelstufenorchester ins Sinfonieorchester und wurde dort im vergangenen Jahr Konzertmeisterin. Dass sie auch noch Klavier und Trompete spielt, zudem von klein auf in der Kinder- und Jugendkantorei bei Ute Springer singt, führt nun dazu, dass sich die vielseitige junge Frau auf ein Musikstudium vorbereitet.

Die abschließenden drei Werke von Tschaikowski, Bizet und Ford mit all ihrer Vielfältigkeit musizierte das Orchester mit Bravour. Gewaltige Bilder wurden gemalt, das Schlagwerk - vor allem mit Pauke und Becken - und die ganze große Holz- und Blechbläsergruppe hatten reichlich zu tun. Wunderschön waren solistische Passagen in den Querflöten, aber auch sonst waren die Bläser hochpräsent und strahlend und lieferten sich besonders in der „Farandole“ mit den zwei Themen einen gelungenen Wettstreit mit den Streichern – in der humorigen Zugabe sogar in verschärftem Tempo.

Wer am Sonntag nicht da war, kann sich im Rahmen der Feierlichkeiten zum Jubiläum am Montag, den 17. Juni das Orchester im Gymnasium Letmathe anhören.

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