Einkäufe für Ältere

„Iserlohn hilft“ auch in Rheinen unterwegs

„Iserlohn hilft": Helga und Hans Lothar Reinehr (v. li.) bekommen von Doris und Manuela Rickert Lebensmittel geliefert. Martin Luckert ist Mitinitiator der Aktion

„Iserlohn hilft": Helga und Hans Lothar Reinehr (v. li.) bekommen von Doris und Manuela Rickert Lebensmittel geliefert. Martin Luckert ist Mitinitiator der Aktion

Foto: Stefan Drees / IKZ

Rheinen.  „Iserlohn hilft“ bringt immer mehr hilfsbereite und hilfsbedürftige Menschen zusammen.

Doris und Manuela Rickert schellen am Haus Dorfstraße 23 in Rheinen, dort wohnen Helga (73) und Hans Lothar Reinehr (80). Doris und Manuela Rickert haben Lebensmittel im Gepäck. Lebensmittel, die die Reinehrs zuvor bei ihnen bestellt haben. Ein Beispiel dafür, wie „Iserlohn hilft“ in der Praxis funktioniert.

„Iserlohn hilft“, das ist die von Martin Luckert, Sylvia Olbrich und Svenja Finke vor zwei Wochen gegründete Aktion, mit der vor allem ältere Iserlohnerinnen und Iserlohner mit Lebensmitteln versorgt werden sollen, ohne dass diese selber den Weg in einen Supermarkt antreten müssen. Hans Lothar Reinehr stellt klar: „Wir sind nicht etwa so gebrechlich, dass wir keine Einkäufe mehr tätigen können. Aber aufgrund unseres Alters gehören wir eben zur Risikogruppe und sind froh, wenn wir nicht zum Einkaufen in Geschäfte müssen.“ Die Reinehrs zeigen sich daher auch sehr dankbar für die Unterstützung. Und appellieren an ihre Altersgenossen, ebenfalls ohne Scheu die Hilfe von Aktionen wie „Iserlohn hilft“ anzunehmen. Gerade auch in Rheinen gebe es viele ältere Menschen. Und häufig würden die Kinder auswärts leben, könnten also bei Besorgungen keine oder nur sehr umständlich Unterstützung leisten.

Mehr als 150 Helfer und Unterstützer, so schätzt Martin Luckert, haben sich inzwischen bei „Iserlohn hilft“ gemeldet. Kontakt ist über die Homepage www.iserlohn-hilft.de möglich. Dort wird auch auf die Facebook- und WhatsApp-Gruppe hingewiesen, über die ein Großteil der organisatorischen Dinge ablaufen. Da die Hauptzielgruppe für die Hilfe ältere Menschen sind, die möglicherweise keinen Zugang zu den sozialen Medien haben oder darin sehr ungeübt sind, wird die Aktion auch auf „analogem“ Weg beworben. Flyer werden verteilt, sie können auch auf der Homepage heruntergeladen und ausgedruckt werden. Unterstützer können dann darauf ihre Kontaktdaten vermerken und diese an potenzielle Hilfebedürftige verteilen.

Ziel, so Martin Luckert, ist es, Helfer möglichst wohnortnah einzusetzen. Und Luckert zeigt sich froh darüber, dass sich mit Doris und Manuela Rickert auch für den Bereich Rheinen – nicht unbedingt zentral in Iserlohn gelegen – zwei Helferinnen gefunden haben. Die beiden haben schon rund 200 Flyer in Rheinen verteilt. Inzwischen sei auch die Dorfgemeinschaft mit Doris Mikus mit im Boot. Auch im Schaukasten der Dorfgemeinschaft wird auf die Aktion hingewiesen.

Bündelung von mehrerenEinkäufen ist sinnvoll

Doris und Manuela Rickert erledigen die Einkäufe in Supermärkten in Hennen oder Geisecke. Das klappe gut, meinen sie. Um sich unnötige Wege zu sparen, bitten sie ihre „Kunden“, Einkaufszettel mit Bedacht zusammenzustellen, sinnvoll wäre es auch, wenn die Wünsche gleich mehrerer Kunden mit einem Einkauf erledigt werden könnten.

Martin Luckert legt Wert auf die Feststellung, dass „Iserlohn hilft“ keinesfalls eine Art Monopol auf Hilfestellungen dieser Art beanspruche. Es sei ausdrücklich willkommen, dass sich auch auf anderen „Kanälen“ Unterstützung mobilisiere. In den Ortsteilen, in den Dorfgemeinschaften oder auch in der Nachbarschaft.

Zurück zu Hans Lothar Reinehr. Der hat die Unterstützung, die ihm und seiner Frau Helga nun widerfährt, zum Anlass genommen, ein wenig in die Vergangenheit zu blicken. „Als ich jünger war, haben wir in Rheinen die Dorfgemeinschaft ins Leben gerufen, ein Dorffest organisiert“, sagt Reinehr. Damals habe es sehr viele Neubürger in Rheinen gegeben. „Wir wollten die Leute zusammenbringen. Und darum geht es jetzt ja auch wieder.“

Lebensmittel könnengespendet werden

Helga und Hans Lothar Reinehr möchten sich für die Unterstützung gerne erkenntlich zeigen. Martin Luckert sieht da Geldspenden eher als problematisch an. Seine Anregung: Die Leute könnten ja ein Teil mehr bestellen, als sie benötigen und dieses dann zur Verfügung stellen. Und damit wären wir bei einer weiteren Aktivität von „Iserlohn hilft“: Nachdem die Iserlohner Tafel wegen des Coronavirus ihre Arbeit eingestellt hat, möchte man auch Bedürftige mit Lebensmitteln versorgen, die nun nicht mehr in der Caritasche einkaufen können. Daher werden auch Lebensmittel gesammelt, rund 20 Händler, so Luckert, hätten bereits zugesagt, dafür Waren zur Verfügung zu stellen. Luckert betont, dass es aber nicht darum gehe, Konkurrenz zur Iserlohner Tafel schaffen zu wollen. „Wenn die Caritasche wieder öffnet, werden wir diese Aktivität einstellen.“

Ansprechpartner: Zentraler Kontakt zu „Iserlohn hilft“: E-Mail: kontakt@iserlohn-hilft.de, Ansprechpartner Martin Luckert 01590/6139970, Svenja Finke 0179/ 8255196, Sylvia Olbrich 0176 / 21972564. Auf der Homepage www.iserlohn-hilft.de gibt es Links zu Facebook, Whatsapp und zu den Flyern.

Auch das DRK bietet Einkaufshilfen für ältere Menschen an. Bestellungen werden bis 11 Uhr unter 02371/8193-0 entgegengenommen.

Die Ev. Kirchengemeinde Iserlohn Hennen bietet ebenfalls Einkaufshilfe an. Ansprechpartner für Hennen ist Gisela Scholte, 02304/ 5532, für Kalthof Monika Jakob, 02371/438684.

Die Dorfgemeinschaft Drüpplingsen bietet Unterstützung bei Besorgungen an: Alex Schroven 0151/58206877 (alexandra.schroven@t-online.de), Peter Tembaak 01570/1128938 (peter.tembaak@gmail.com).

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