Kultur

Herbsttage für Musik: Claudio Bohórquez gastiert in Iserlohn

Musikschulleiter Paul Breidenstein und Tone Johansen-Junius, Vorsitzende des Freundeskreis der Musikschule Iserlohn präsentieren den diesjährigen Künstler der Herbsttage für Musik: Claudio Bohórquez.​

Musikschulleiter Paul Breidenstein und Tone Johansen-Junius, Vorsitzende des Freundeskreis der Musikschule Iserlohn präsentieren den diesjährigen Künstler der Herbsttage für Musik: Claudio Bohórquez.​

Foto: Carolin Meffert

Iserlohn.  Bei den 43. Internationalen Herbsttagen für Musik steht das Cello im Fokus. Als Gastmusiker kommt Claudio Bohórquez im September nach Iserlohn.

Den Künstler für die diesjährigen Herbsttage für Musik konnte Musikschulleiter Paul Breidenstein zwar nicht mit einem Trommelwirbel präsentieren, da durch den Abospielplan des Parktheaters das Geheimnis bereits gelüftet wurde. Aufgrund der aktuellen Situation hatte es nicht wie gewohnt die Möglichkeit gegeben, einen Pressetermin zu den Herbsttagen vor der Veröffentlichung des Spielplans zu organisieren. „Das war ausreichend zwischen mir und JoJo Jostmann kommuniziert, und aufgrund des Coronavirus in diesem Jahr nicht anders zu lösen“, erklärt Paul Breidenstein, der sich während des Pressegesprächs an der Musikschule dennoch voller Begeisterung der Präsentation des Künstlers widmete, der vom 1. bis 6. September zu Gast in Iserlohn sein wird.

Aus der Schule vonMstisaw Rostropowitsch

„Die Frage, welches Instrument und danach welcher Künstler bei den Herbsttagen ausgewählt wird, hängt davon ab, wo sich die herausragenden Talente unserer Musikschule befinden, und das sind im Moment ganz wenige in der Cello-Fraktion“, erklärt Paul Breiden­stein. In diesem Jahr wird Cellist Claudio Bohórquez im Rahmen der Herbsttage auftreten – eine ganz besondere Sache, wie der Musikschulleiter erklärt.

„Da gab es diesen Jahrhundertcellisten Mstislaw Rostropowitsch aus Russland. Neben ihm gab es natürlich auch andere, wie Pablo Casals. Das waren die Cellolegenden, die ganze Schulen aufgebaut haben, weil sie nicht nur konzertiert, sondern sehr viel auch als Hochschulprofessoren gelehrt haben“, so Breidenstein. Mstisaw Rostropowitsch sei derjenige, der auch die nächste Weltgeneration hervorgebracht habe. Und diese nächste Weltgeneration habe unter anderem die Namen Boris Pergamenschtschikow und David Geringas hervorgebracht, die beide bereits in Iserlohn gastierten.

Und aus deren musikalischer Arbeit kamen wiederum Künstler wie Wolfgang Emanuel Schmidt und Sebastian Klingel hervor, die ebenfalls in Iserlohn gastierten. „Und auch Bohórquez kommt aus dieser Schule, er ist also quasi ein ,Enkelschüler’ von Rostropowitsch, und das ist für uns eine tolle Sache“, ergänzt Paul Breidenstein.

Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe

Ein Blick auf seine Vita verdeutlicht die Exklusivität seiner Ausbildung. Schon früh nahm er erfolgreich an zahlreichen internationalen Wettbewerben teil, wie am Tschaikowsky-Jugendwettbewerb in Moskau oder am Rostropowitsch-Wettbewerb in Paris. Beim Internationalen Musikwettbewerb in Genf errang er zudem 1995 sehr jung den 1. Preis, der den Beginn seiner Karriere als Solist markierte. Dies gipfelte im Jahr 2000 mit einer Auszeichnung des erstmals ausgetragenen internationalen Pablo-Casals-Wettbewerb der „Kronberg Academy“. Als Preis erhielt er für zwei Jahre das Goffriller-Cello von Pablo Casals als Leihgabe.

Musikbegeisterten Iserlohnern mag der Name oder zumindest das Gesicht von Claudio Bohórquez bekannt vorkommen. Nachdem der Cellist den berühmten Pablo-Casals-Wettbewerb gewann, spielte er mit Casals Cello ein Sonderkonzert im Rahmen des 2. Iserlohner Kammerkonzerts am 11. Februar 2001. „Das war eines der wenigen Konzerte, wo wir die Türen aufgelassen haben, weil die Leute noch bis auf den Flur draußen saßen“, erinnert sich Paul Breidenstein.

Inzwischen unterrichtet Claudio Bohórquez selbst: Von 2011 bis 2016 war er Professor an der Musikhochschule Stuttgart, seit September 2016 ist er Professor an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin. Im Ramen der Herbsttage wird Claudio Bohórquez sein Wissen auch an zwölf Schüler im Internationalen Meisterkurs für Violoncello weitergeben. „Das ist das Bonbon für die, die besonders gut sind unter den Schülern“, weiß Tone Johansen-Junius, Vorsitzende des Freundeskreises der Musikschule Iserlohn.

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