Gericht

Haftstrafe für Drogendealer, Bewährung für Mittäter

Zwei Drogendealer aus Iserlohn sind jetzt im Landgericht Hagen vergleichsweise milde davongekommen.

Zwei Drogendealer aus Iserlohn sind jetzt im Landgericht Hagen vergleichsweise milde davongekommen.

Foto: MERKEL, Cornelia / IKZ

Hagen/Iserlohn.  Zwei Drogendealer aus Iserlohn sind jetzt vor dem Landgericht Hagen mit vergleichsweise milden Strafen davongekommen.

Mit vergleichsweise milden Strafen sind im Landgericht Hagen zwei Drogendealer aus Iserlohn davongekommen: Die 6. große Strafkammer verurteilte den 42-jährigen Haupttäter zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten. Da gleichzeitig seine Unterbringung in einer Drogen-Entziehungsanstalt angeordnet wurde, bekommt er die Chance, seine psychische Abhängigkeit von Kokain behandeln zu lassen und nach zwei Jahren auf Bewährung entlassen zu werden. Der psychiatrische Gutachter hatte einen Hang zum Drogenkonsum bei dem 42-Jährigen festgestellt, aufgrund dessen auch in Zukunft wieder Straftaten aus dem Bereich der Beschaffungskriminalität zu erwarten seien.

Der 27-jährige Mittäter, mit dem der Hauptangeklagte in seiner Wohnung kurz vor dem Eintreffen der Polizei gut 40 Gramm Kokain geteilt hatte, darf sich seine Freiheit verdienen: Die Richter verurteilten ihn zu einer Haftstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Sie hielten ihm zugute, dass er nicht vorbestraft war, ein Geständnis ablegte und sich erst kurz vor dem Zugriff der Polizei entschlossen habe, auf eigene Rechnung Kokain zu verkaufen. „Sechs Monate Untersuchungshaft haben zu einer gewissen Reue und Einsicht geführt“, trug Verteidigerin Julia Kusztelak zugunsten ihres Mandanten vor. „Er kommt aus einer guten Familie, die das in keiner Weise billigt, was er da getan hat.“

Bei beiden Angeklagten gingen die Richter davon aus, dass sie sich des bewaffneten Handeltreibens mit einer nicht geringen Menge Betäubungsmittel schuldig gemacht hatten. Ihre „Bewaffnung“ beschränkte sich allerdings auf einen Baseballschläger, der völlig unberührt geblieben war, als die Polizei eintraf. Der 27-Jährige sei unverzüglich und unbewaffnet auf die Beamten zugegangen.

Vorwürfe waren teilweise nicht bis zur Anklage gelangt

Dennoch habe das auf dem Sofa liegende Ding „Sicherheit vermittelt“, begründete die Vorsitzende Dr. Bettina Wendlandt die Verurteilung wegen „bewaffneten“ Handeltreibens, das bei beiden Angeklagten gleichwohl als „minderschwerer Fall“ eingestuft wurde. Dadurch blieb die Kammer im Fall des Hauptangeklagten erheblich unter dem Strafantrag des Staatsanwaltes, der eine Haftstrafe von sechs Jahren für angemessen erachtet hatte. Auch er trug gute Gründe für eine höhere Strafe für den 42-Jährigen vor: Dieser sei dabei gewesen, sich für seine Drogengeschäfte eine Organisationsstruktur mit Vertretern und Läufern zuzulegen. Er sei der Hauptinitiator des Geschehens und unter laufender Bewährung gewesen und habe eine hohe Schlagzahl an Verkäufen erreicht. Die Vorsitzende relativierte in ihrer Urteilsbegründung diesen angeblich unsichtbaren Teil des Drogenhandel-„Eisbergs“. Trotz monatelanger Observationen seien diese Vorwürfe nicht bis zur Anklage gelangt.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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