Jugendliche

Frieden ist nicht selbstverständlich

Im Rahmen der Vollversammlung der deutschen Abordnung des Europäischen Jugendparlaments sprach Medice-Geschäftsführer Dr. Richard Ammer (li.) mit Gästen aus Politik und Gesellschaft über das Thema „Die Europäische Union: Errungenschaften und aktuelle Herausforderungen".  

Im Rahmen der Vollversammlung der deutschen Abordnung des Europäischen Jugendparlaments sprach Medice-Geschäftsführer Dr. Richard Ammer (li.) mit Gästen aus Politik und Gesellschaft über das Thema „Die Europäische Union: Errungenschaften und aktuelle Herausforderungen".  

Foto: Miriam Mandt-Böckelmann

Iserlohn.  Schüler und Azubis haben bei Medice ihre Vorstellungen von Europa diskutiert.

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Bei der Iserlohner Firma Medice drehte sich am Wochenende alles um die blaue Fahne mit den zwölf goldenen Sternen: Unter dem Motto „Europa verstehen, Europa überdenken, Europa gestalten“ veranstaltete das Europäische Jugend-Parlament ein Azubi- und Schülerforum.

Etwa 100 junge Menschen von Schulen, Unternehmen und Institutionen aus der Region waren zusammengekommen, um ihre Vorstellungen vom friedlichen Zusammenleben über Ländergrenzen hinweg zu diskutieren und daraus Forderungen an die politischen Entscheidungsträger in Brüssel und Berlin abzuleiten. Ziel der Veranstaltung war es, den Austausch junger Menschen in Europa zu fördern sowie diese zu befähigen, sich eine eigene Meinung zu bilden und aktiv am politischen und gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Errungenschaften für Demokratie und Freiheit

Nach der Begrüßung durch die gastgebende Familie Pütter-Ammer erläuterte Ernst Schulte von der Mendener Firma ECO Schulte seine Gründe für ein Engagement in der europäischen Jugendarbeit: „Wir wollen mit der Veranstaltung vermitteln, wie Demokratie und Bildung funktionieren. Bildung ist eine Voraussetzung, damit wir in Deutschland die Demokratie schätzen.“ Sichtlich bewegt gab er folgenden Rat an die jungen Besucher: „Wir haben die letzten 70 Jahre ohne Krieg gestaltet. Sie haben die Zukunft noch vor sich und werden die Demokratie nach ihren Vorstellungen weitergestalten können.“ Neben allen Errungenschaften für Demokratie, Friede und Freiheit verwies Dr. Richard Ammer in der anschließenden Diskussion mit Vertretern von Politik und Institutionen auf die großen Herausforderungen vor denen Europa stehe.

„Die Gesellschaft wird zunehmend älter und immer weniger junge Menschen müssen immer mehr ältere Menschen unterstützen“, so der Medice-Geschäftsführer. Das sei eine Riesen-Belastung für die Sozialsysteme und für Europa. Es müsse deshalb alles unternommen werden, um den Wohlstand zu erhalten. Einigkeit herrschte auf dem Podium darüber, dass man Frieden und Freiheit nie selbstverständlich nehmen, sondern täglich dafür kämpfen müsse. Auch wenn es mühsam und nicht immer der einfachste Weg sei. Die Teilnehmer des Azubi- und Schülerforums hatten mit ihrem Engagement bereits gezeigt, dass sie bereit sind, diesen Weg zu gehen. Während der dreitägigen Veranstaltung beschäftigten sie sich mit einer Vielzahl von Themen: Digitalisierung, Fachkräftemangel, Gleichberechtigung von Mann und Frau, EU-Jugendstrategie, die Internationalisierung des Arbeitsumfeldes sowie die volkswirtschaftliche Rolle von Start-Ups. In einzelnen Gruppen wurde referiert, diskutiert, verworfen und wieder diskutiert.

Umweltfreundliche Produktion und Forschung gefordert

Schließlich stellte jede Arbeitsgruppe – das Spektrum reichte von Verkehr und Tourismus über Kultur und Bildung bis zu Klimaangelegenheiten – eine Resolution auf, in der der Status quo definiert und daraus Forderungen an die europäische Politik abgeleitet wurden. In diesem Sinne sprachen sich die jungen Teilnehmer für die Forschung zur umweltfreundlichen Produktion von Kunststoffen aus. Sie regten an, soziale Berufe mittels EU-Geldern besser zu bezahlen, das Wahlalter auf 16 herabzusetzen, eine EU-weite Maut auf Hauptverkehrsstraßen einzuführen – um nur einige wenige Forderungen zu nennen.

Viel Nachdenken, viel Einsatz für Europa: Die jungen Menschen haben mit ihrem Einsatz gezeigt, dass sie Frieden, Freiheit und Demokratie nicht selbstverständlich nehmen. Jetzt ist es auch an der Politik, ihre Hoffnungen und Träume ernst zu nehmen und sie nicht zu enttäuschen.

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