Gesamtschule Iserlohn

Doch keine Container mehr in 2019?

Die Container sollten auf den Parkplatz neben der Sporthalle, allerdings ist dort für Herbst 2020 eine Kanalbaumaßnahme geplant

Die Container sollten auf den Parkplatz neben der Sporthalle, allerdings ist dort für Herbst 2020 eine Kanalbaumaßnahme geplant

Foto: Torsten Lehmann

Iserlohn.  Neben den Problemen mit den Modulen sorgten auch die Umbau- und Neubaupläne für die Gesamtschule Iserlohn für Ärger im Schulausschuss.

Die Gesamtschule Iserlohn wird in diesem Jahr nach derzeitigem Stand doch keine neuen Unterrichtsmodule als Ersatz für die alten Container für die Oberstufe bekommen. Der Umbau des alten Schulgebäudes am Nußberg würde, wenn er während des ja weiter laufenden Betriebs ab dem kommenden Jahr nur in den Ferien stattfindet, erst 2024 abgeschlossen werden.

Ausweichmöglichkeiten hat die aus allen Nähten platzende Schule nicht, denn auch der Neubau, dessen Planung und Erstellung (unter anderem auf dem jetzigen Container-Standort) nach dem von Schulleitung und Schulverwaltung erarbeiteten Raumkonzept an ein Ingenieurbüro vergeben werden sollen, würde erst im September 2023 fertig sein – viele schlechte Nachrichten gab es am Mittwochabend im Schulausschuss, Überbringerin war die Chefin des Kommunalen Immobilienmanagements, Claudia Zawada. Schon bei den Containern platzte dem Vorsitzenden Peter Leye (SPD) der Kragen: „Ich habe nach unserem Beschluss der Schulleitung, den Eltern und den Schülern die verbindliche Zusage gegeben, dass die Container in diesem Jahr kommen, und ich werde mich nicht als Lügner darstellen lassen!“

Versprechen gegenüber Schule wurden schon oft nicht eingehalten

Gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Dr. Eva Kirchhoff (CDU) war Leye auf Einladung der Schulleitung am 23. Mai am Nußberg und hatte gemeinsam mit Dezernent Martin Stolte und Schulverwaltungsleiter Wolfgang Kolbe die Nachricht überbracht, dass die 2011 nur als Provisorium für ein Jahr vorgesehenen 46 Container, die nach dem Schülerstreik vor zwei Jahren zumindest aufgemöbelt worden waren, nun endlich gegen moderne Module ausgetauscht werden, und das sollte in jedem Fall 2019 geschehen. „Das haben wir genauso beschlossen und zugesagt, und wenn das auch wieder nicht eingehalten wird, werde ich wirklich sauer“, sagte Leye in Richtung Verwaltung: „Das geht nicht! Wir haben der Schule so oft Dinge versprochen, die nicht eingehalten wurden.“

Besonders ärgerten sich der Vorsitzende und auch die anderen Ausschuss-Mitglieder über einen Teil der Begründung: So wurde erst vor wenigen Tagen der Schulleitung und am Mittwoch dann der Politik mitgeteilt, dass die Container nicht wie vorgesehen auf dem langgezogenen Parkplatz neben der Dreifach-Sporthalle aufgebaut werden können. Denn dort plane die städtische Abteilung Stadtentwässerung eine Kanalbaumaßnahme, allerdings, und das wurde allen im Ausschuss verkündet, erst in einem Jahr. „Die muss verschoben werden, das ist nachrangig, ganz einfach“, machte Hans Immanuel Herbers von den UWG-Piraten deutlich. Überhaupt, so gab der Fraktionschef der Verwaltung, „in aller Freundschaft“ mit auf den Weg, seien die Beschlüsse des Rates und seiner Ausschüsse „keine Ideensammlung“, sondern bindende Dienstanweisungen und stünden gar über denen des Bürgermeisters. Er habe das Gefühl, die Entscheidungen würden für Vorschläge gehalten, bei denen mal geprüft werde, wie sinnvoll sie seien und ob eine Planung gemacht werde. „Aber so läuft das nicht! Das ist beschlossen und umzusetzen.“

Unklar war auch am Tag nach der Sitzung, inwieweit es eventuell einen anderen Standort für die Module gibt, nämlich unterhalb des geplanten Neubaus, wo sich die Verwaltung ein Baufeld für einen in Zukunft notwendigen Sporthallen-Ersatzbau frei halten möchte. Ungeklärt blieb auch, in welcher Deutlichkeit in der Fraktionsvorsitzenden-Besprechung am 26. August kommuniziert wurde, dass auf dem derzeit schwierigen Markt die Miete für die Module 1,7 Millionen Euro betragen würde bzw. insgesamt eine Beschaffung schwerlich bis gar nicht möglich sei.

Im Ausschuss führte die Summe auf jeden Fall zu Diskussionen und zum Hinweis unter anderem von Eva Kitz (SPD), dass sich ein Kauf vielfach doch schon nach nur wenigen Jahren rentieren würde. Auch selbst in Auftrag gegebene Bauten seien eine Option, was auch Dr. Eva Kirchhoff unterstrich. „Wirklich erschüttert“ zeigte sich die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende und Architektin auch über den zeitlichen Rahmen für die Baumaßnahmen für das „offensichtliche Stiefkind Gesamtschule Iserlohn“: „Ich weiß überhaupt nicht mehr, was man Schülern, Eltern und Lehrern noch dazu sagen soll.“ Außerdem wolle sie nicht die Verwaltung anschimpfen: „Aber ich weiß nicht, in welcher Deutlichkeit man es noch sagen muss: Man kann eine Schule nicht im Bestand umbauen. Das kann man niemanden zumuten.“

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