Soziales

Corona: Große Spenden-Ebbe für den Iserlohner Verein UDOY

Das vom Iserlohner Verein UDOY gekaufte Grundstück für die Schule im Dorf Tantar in Bangladesch wird vermessen. Für die erforderliche Verlegung des Schulgebäudes oder den Neubau der Schule fehlt aber das Geld.

Das vom Iserlohner Verein UDOY gekaufte Grundstück für die Schule im Dorf Tantar in Bangladesch wird vermessen. Für die erforderliche Verlegung des Schulgebäudes oder den Neubau der Schule fehlt aber das Geld.

Foto: UDOY e.V. / IKZ

Iserlohn/Tantar.  Der Unterstützerverein benötigt Hilfe für die Verlegung einer Schule in Bangladesch. Dafür haben sich die Mitglieder etwas einfallen lassen

Besonders hart trifft die Corona-Pandemie die Armen. Noch härter die Armen in armen Ländern. Und wegen ausbleibender Spendengelder auch die Hilfsorganisationen, die sie unterstützen. Das gilt auch für den kleinen Iserlohner Verein UDOY („Sonnenaufgang“). Er unterstützt Projekte in Bangladesch – einem der ärmsten Länder der Welt.

Der pensionierte Iserlohner Lehrer Siegfried Schmidt und seine Ehefrau Helen, die aus Bangladesch stammt, sind die Motoren von UDOY. Der Verein benötigt dringend finanzielle Hilfe. Denn besonders prekär ist derzeit die Situation einer Schule in dem 5000-Einwohner-Dorf Tantar im Südosten Bangladeschs in der Nähe der Grenze zu Indien. Der Pachtvertrag für das Grundstück der Schule aus Wellblech und Bambusgestell läuft ab. Die rund 200 Schüler und deren Lehrer müssen umziehen.

UDOY hat bereits ein Grundstück an anderer Stelle im Dorf gekauft und als Schutzmaßnahme vor den häufigen Überflutungen in der Monsunzeit aufschwemmen lassen. Die Fertigstellung einer Zugangsstraße steht als nächstes auf dem Programm. Aber für die etappenweise Verlegung oder gar den erträumten Neubau der Schule als solides zweistöckiges Gebäude für Klassen von der Vorschule bis zur achten Klasse fehlt das Geld. Das Schulgebäude soll zudem in Zeiten großer Überflutungen als Notunterkunft dienen für Menschen, die ihre überschwemmten Hütten verlassen müssen.

Alle Schulen in Bangladesch sind seit März geschlossen

Von den städtischen Behörden ist, abgesehen vom Bereitstellen einiger Lehrbücher, keinerlei Unterstützung zu erwarten. Der Betrieb der privat geführten Schule mit einfachster Ausstattung und die Gehälter der Lehrer werden durch Schulgeld von den Eltern, die es überhaupt aufbringen können, und aus Spendenmitteln von UDOY e.V. bezahlt. Seit März (und noch bis Ende Dezember) sind alle Schulen in Bangladesch wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Seitdem hat die Schule in Tantar keinerlei Einnahmen. Die Pacht für das Schulgebäude und die Unterhaltungskosten müssen jedoch weiterhin bezahlt werden. Die Lehrer haben seit März kein Geld erhalten.

Ein Großteil der überwiegend muslimischen Schüler der Schule in Tantar sind Kinder von Tagelöhnern, darunter aber auch einige Kinder von Hindufamilien aus untersten Kasten. Besonders armen Familien wird das Schulgeld erlassen. Unterrichtet wird religionsübergreifend erteilt, Inklusion etwa von behinderten Kindern wird gelebt – keine Selbstverständlichkeit in dem am dichtesten besiedelten Flächenland der Welt mit rund 165 Millionen Menschen, die auf einer Fläche halb so groß wie Deutschland leben.

Neben finanzieller Hilfe ist der Erwerb eines Bildes eine weitere Möglichkeit, etwas für die gute Sache zu tun. Denn UDOY hat jetzt zahlreiche Bilder des verstorbenen Kunstmalers Paul Seuthe vererbt bekommen. Der gesamte Erlös aus dem Verkauf der Bilder wird zum Aufbau der neuen Schule in Tantar verwendet.

Spendengeld fließt direkt in die Projekte

Die Bilder können vor dem Kauf auf der Webseite von UDOY unter www.udoy.de/unterstuetzer/der-kuenstler-paul-seuthe oder nach Absprache unter 02371/350398 angeschaut werden. „Eine Spende oder der Kauf eines Bildes wäre sicherlich ein schönes Weihnachtsgeschenk“, meint Siegfried Schmidt.

Weitere Projekte von UDOY sind die Unterstützung einer Grundschule in Barai mit 250 Schülern bei Schulkleidung, Lernmaterial und Hilfe bei der technischen Ausstattung einer Schule in Chandpur, zudem Einzelfallhilfen für Behinderte, die Ausbildung von Hebammen und Handwerkern sowie das Betreiben einer öffentlichen Bücherei in Tantar – der einzigen weit und breit. Für die Bücherei fallen ständig Kosten für Miete, Personal und die Neuanschaffung von Büchern an.

Jeder Cent des Spendengeldes fließt ohne bürokratischen Aufwendungen in die Projekte. Die Verwendung wird überprüft. UDOY steht in ständigem Kontakt zu allen Projektbeteiligten in Bangladesch. Spenden sind steuerlich absetzbar (UDOY e.V., IBAN: DE10 4455 0045 0007 0080 48, BIC: WELADES1ISL). Eine Mitgliedschaft bei UDOY e.V. kostet 20 Euro im Jahr.

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