Zustellbasis in Sümmern

Auf 68 Rutschen in die jeweiligen DHL-Bezirke

Im Vordergrund sind die Bänder zu sehen, auf denen die Pakete gescannt werden. In einigen Metern Höhe geht es dann weiter zu den 68 Rutschen, die nach links und nach rechts angeordnet sind.

Im Vordergrund sind die Bänder zu sehen, auf denen die Pakete gescannt werden. In einigen Metern Höhe geht es dann weiter zu den 68 Rutschen, die nach links und nach rechts angeordnet sind.

Foto: Michael May

Iserlohn/Sümmern.  In der Mechanisierten Zustellbasis in Sümmern wird derzeit die Technik eingebaut.

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Mitte März soll es soweit sein: Dann soll die Mechanisierte Zustellbasis (MechZB)der Deutschen Post DHL in Sümmern ans Netz gehen. Aktuell wird die Technik eingebaut. Dominiert wird die 3900 Quadratmeter große Halle durch die 68 Rutschen, die zu den 34 Toren führen. Im sogenannten Zwei-Wellen-Verfahren können so bis zu 68 Bezirke bearbeitet werden, jeder Bezirk hat seine eigene Rutsche. Bedient werden von Sümmern aus dann die Städte Iserlohn, Hemer, Menden und Schwerte.

Anfangs, so Torsten Sondermann, designierter Leiter der MechZB, werden es wohl weniger Bezirke sein, aber man habe angesichts eines weiterhin expandierenden Paketmarktes ganz bewusst „Luft nach oben“ eingeplant.

Sinn der Mechanisierten Zustellbasen, die bundesweit entstehen, ist es, die großen Paketzentren zu entlasten, für den heimischen Raum ist das der Standort Hagen. Bislang ist es so, dass die Sendungen in Hagen schon grob für die einzelnen Bezirke vorsortiert werden, und der „letzte Schliff“ in kleineren Zustellbasen wie in Iserlohn an der Baarstraße oder auch in Hemer von Hand erledigt wird. Künftig wird dann in Hagen nur noch für den künftigen MechZB-Bereich sortiert, die Aufteilung auf die Bezirke erfolgt dann komplett in Sümmern. Die dortige Anlage in Sümmern wird dann von Hagen aus mit großen Lkw in drei Touren angefahren. Für diese Lkw gibt es eigene entsprechend zugeschnittene Tore. Von dort werden die Sendungen von Hand auf Bänder geladen. Hier werden die Pakete automatisch gescannt und die Zieladressen gelesen. Danach steuern die Pakete auf den Bändern die 68 Rutschen an und werden automatisch auf die richtige Rutsche für den jeweiligen Bezirk geschoben. Dort sausen die dann hinunter und werden von den jeweiligen Fahrern der Zustellwagen in Empfang genommen und ohne weite Wege verladen. Die Arbeitsplätze sind so gestaltet, dass unnötiges Bücken vermieden wird. Bis zu 200 Pakete passen auf jede Rutsche, und so definiert sich dann auch die Kapazität der Anlage. Je 200 Pakete auf 68 Rutschen ergeben 13 600 Pakete. Der Tagesdurchlauf schwankt natürlich – besonders stark ist das Aufkommen beispielsweise vor Weihnachten.

Kleine Pakete kommen auf eine Transportschale

Besonders kleine Pakete werden auf Transportschalen gelegt, damit sie sich auf dem Weg zu den Rutschen nicht verheddern. Für Pakete, die – aus unterschiedlichen Gründen – nicht richtig „gelesen“ werden konnten, gibt es eine separate Rutsche, hier erfolgt dann eine entsprechende Nachbearbeitung. Und besonders sperrige Pakete kommen nicht aufs Band, sie werden in der Regel direkt zum Zustellfahrzeug transportiert.

„Wir alle, auch die Zusteller, freuen uns sehr auf die neue Anlage“, sagt Torsten Sondermann. Sie vereinfache die Arbeit sehr. Bis zu 80 Mitarbeiter sollen in der mechanisierten Zustellbasis beschäftigt werden, in dieser Größenordnung soll sich auch die Zahl der eingesetzten Fahrzeuge bewegen. Zu den „normalen“ Bezirken sollen auch zwei Firmenbezirke hinzukommen.

Für Kunden werde sich durch die neue Organisation nichts ändern, berichtet DHL-Sprecher Alexander Böhm auf Anfrage. Für die Paketaufgabe bleibe alles beim alten. Die kleine Paketbasis an der Baarstraße in der ehemaligen Hauptpost wird aufgelöst, die dortige Paketbox bleibt aber erhalten. Die entsprechenden Räumlichkeiten werden auch weiterhin von der Deutschen Post genutzt, schließlich verbleibt ja die Zustellbasis für den Briefverkehr. Und einige Pakete werden dort auch künftig noch verladen, nämlich die, die im sogenannten Verbundsystem zugestellt werden. Das wird in abgelegenen ländlichen Bereichen, beispielsweise in Kesbern, praktiziert. Hier liefert der „normale“ Postbote, der ja ohnehin mit dem Auto unterwegs ist, auch die Pakete mit aus, berichtet Torsten Sondermann.

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