Karitatives

Auch geistige Nahrung bieten

Annelie Löber-Stascheit und Wilfried Stascheit (v. li.) haben mehr als 730 Bücher an das „CariTasche“-Team um Josef Radine übergeben.

Annelie Löber-Stascheit und Wilfried Stascheit (v. li.) haben mehr als 730 Bücher an das „CariTasche“-Team um Josef Radine übergeben.

Foto: Carolin Meffert

Iserlohn.  Die Kulturstiftung „Selbst.Los!“ des Ehepaares Stascheit spendet der „CariTasche“ 730 neue Bücher, die an die Kunden weitergegeben werden.

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, dachten sich Annelie Löber-Stascheit und Wilfried Stascheit, als sie die Kulturstiftung „Selbst.Los!“ im Dezember 2007 gründeten. Damit hat das Ehepaar bereits bundesweit eine Million Bücher an Tafeln gespendet, auch die „CariTasche“ hat bereits zum achten Mal eine Palette erhalten. 730 Kinder- und Jugendbücher sind nun in Iserlohn angekommen, die denen zugute kommen, die sich keine eigenen Bücher leisten können.

Dabei handelt es sich nicht um gebrauchte Bücher, sondern um neue, übrig gebliebene Bücher. „Es kommt im Verlagswesen vor, dass Auflagen falsch kalkuliert werden, Buchreihen mit einem neuen Cover aufgelegt werden oder ausländische Lizenzen verfallen, so dass Bücher übrig bleiben“, erklärt Stascheit, der mit seiner Frau bis 2008 einen eigenen Verlag führte. Für das Ehepaar zählen Bücher auch heute noch zum wichtigsten Medium, um Wissen zu erlangen und die eigene Fantasie zu entwickeln. Durch ihre Kontakte in der Verlagswelt sammeln sie regelmäßig Bücherspenden, die sie dann an soziale Einrichtungen wie die „CariTasche“ weitergeben.

Selbst ehrenamtlich bei der Tafel engagiert

Nachdem Annelie Löber-Stascheit und Wilfried Stascheid ihren Verlag verkauft hatten, zog es das Ehepaar zum Bodensee, wo sie bei der Tafel tätig wurden und ehrenamtlich aushalfen. Während ihrer wohltätigen Arbeit fiel ihnen auf, dass Büchern oft das gleiche Schicksal droht wie Lebensmitteln. „Bücher kann man durchaus mit Lebensmitteln vergleichen. Es wird viel weggeworfen, und es gibt immer Menschen, die kaum welche besitzen“, beschreibt Wilfried Stascheit die Beweggründe, die Tafeln auch mit geistiger Nahrung zu versorgen. Die Kinder freuen sich zudem, wenn sie ein Buch überreicht bekommen, das sie mit nach Hause nehmen können. Und auch der eine oder andere Erwachsene wirft einen interessierten Blick auf die Bücher. Für die Stifter ist das ein Zeichen, dass Bücher auch heute noch gegen elektronische Medien „anstinken“ können.

Von insgesamt 300 Tafeln nimmt das Ehepaar Bestellungen entgegen. „Viele dieser Ausgabestellen besitzen noch kleinere Ausgabestellen, an die sie die Bücher aufteilen“, so Annelie Löber-Stascheit. Kosten für die wohltätigen Einrichtungen kommen dabei nicht auf. Bei der Bestellung können die Tafeln von der Infrastruktur der Buchläden vor Ort Gebrauch machen und mit einem Bücherwagen liefern lassen. Sollte es, wie bei der „CariTasche“ noch keine Möglichkeit geben von diesen Infrastrukturen Gebrauch zu machen, fallen nur die Transportkosten an.

Bislang hat die „CariTasche“ mit dem Konzept gute Erfahrungen gemacht. „Bis jetzt hat es noch niemanden gegeben, der dieses Angebot ausgeschlagen hat“, so Josef Radine aus dem Leitungsteam, der sich bereits freut, die Bücher zu verschenken.

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