Umweltverschmutzung

Aschenbecher sollen in dieser Woche montiert werden

An vielen öffentlichen Gebäuden und Geschäften, wie auch hier am Iserlohner Rathaus, gibt es bereits spezielle Aschenbecher.

An vielen öffentlichen Gebäuden und Geschäften, wie auch hier am Iserlohner Rathaus, gibt es bereits spezielle Aschenbecher.

Foto: Vanessa Wittenburg

Iserlohn.  Die herumliegenden Zigarettenkippen vor allem im Innenstadtbereich sind vielen Iserlohnern ein Dorn im Auge. Doch Abhilfe naht.

In Zeiten des Nichtraucherschutzgesetzes muss der Iserlohner Raucher ja naturgemäß den Glimmstängel außerhalb geschlossener, öffentlicher Räumlichkeiten genießen. Also treten im Büro, beim Restaurantbesuch oder beim Warten auf Bus und Bahn die Raucher vor die Tür und zünden sich dort ihre Zigarette an. Doch wenn die Kippe dann verglüht ist, wohin damit?

Erst kürzlich wendete sich eine Dame an die Heimatzeitung, die ein großes Glas voll mit alten Kippenstummeln an der Alexanderhöhe gesammelt hatte – und das, obwohl bereits eine achtlos entsorgte Zigarette schon bis zu 40 Liter Grundwasser verunreinigen kann. Doch die Abfalleimer aus Kunststoff, die sich vielfach im Stadtgebiet finden, bieten keine Möglichkeit, die Zigaretten auszudrücken und letztendlich direkt zu entsorgen. Vor allem an solchen Knotenpunkten wie Bahnhof oder dem ZOB, wo viele Wartende ihre Zeit als Raucherpause nutzen, sorgt das natürlich für erhebliche Verschmutzung. Zwar gibt es Taschenaschebecher, die die Raucher mit sich führen können, doch deren Nutzung ist zumindest nicht unbedingt flächendeckend verbreitet.

Bußgelder als Abschreckung oder präventive Maßnahme?

Eine mögliche Gegenmaßnahme kann zum Beispiel das Verhängen empfindlicher Strafen – wie es seit Anfang Juli in Lüdenscheid der Fall ist – sein. Eine weggeworfene Zigarettenkippe kostete dort bisher 25 Euro, kann dort jetzt aber ein Bußgeld in der vierfachen Höhe, also von 100 Euro, nach sich ziehen. Die hohen Strafen sollen als Abschreckungs dienen, nicht nur bei unachtsam entsorgten Zigarettenstummeln, sondern zum Beispiel auch bei weggeworfenen Taschentüchern, ausgespuckten Kaugummis oder liegengelassenem Hundekot.

Eine andere Maßnahme, eher präventiver Natur, wäre das flächendeckende Aufstellen geeigneter Entsorgungsmöglichkeiten, vor allem an Brennpunkten wie unter anderem dem Bahnhof und Bushaltestellen – etwa Metallmülleimer oder spezielle Aschenbecher.

Schon seit längerer Zeit wird das Aufstellen von Aschenbechern in der Iserlohner Innenstadt auch politisch diskutiert und gefordert – und soll jetzt, nach Auskunft des Stadtbetriebs, auch umgesetzt werden. Die Aschenbecher sollen stabil und aus einem nicht-brennbaren Material hergestellt sein. Zwei Öffnungen bieten die Möglichkeit zur Entsorgung von Zigaretten und Zigarren. Andere Abfälle sollen in diese kleinen Öffnungen nicht hineinpassen.

Einem Facebookpost der Werbegemeinschaft Iserlohn von Ende Juli ist zu entnehmen, dass diese sogar schon fachgerecht beklebt wurden, „um in den nächsten Tagen montiert zu werden“.

Aufmerksame Leser berichten, dass in der Tat auf dem Alten Rathausplatz ein solcher Aschenbecher aufgestellt wurde, in Kombination mit einem der von Autoteile Fischer gespendeten Pfandbalken (wir berichteten) jedoch auch direkt wieder demontiert wurde. Die künstlerisch gestalteten Pfandbalken lägen aktuell sicher verwahrt bei den Stadtbetrieben und warten auf das „Go“ der Stadt zur Montage. Doch was ist aus den bereits gesichteten Aschenbechern geworden?

Aschenbecher sollen in dieser Woche aufgestellt werden

„In dieser Woche sollen die Aschenbecher endlich aufgestellt werden“, heißt es nun seitens des SIH. Dann soll in einem offiziellen Termin endlich der erste Aschenbecher in der Iserlohner Innenstadt montiert werden – in Anwesenheit der politischen Akteure und Verantwortlichen, die deren Aufstellung vorangetrieben hatten.

Schon bald könnte es also deutlich weniger sichtbare Zigarettenstummel auf den Iserlohner Straßen geben – wenn die Raucher denn dann dieses Angebot nutzen.

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