Bezirksvertretung Herne-Mitte

Zwei Herner Schulen vor dem Abriss, eine vor dem Comeback

Nach einer Sanierung und einer Erweiterung könnte die derzeit leerstehende Schule an der Schulstraße schon 2021 wiedereröffnet werden. Die Kosten veranschlag die Stadt mir rund 4,5 Millionen Euro.

Nach einer Sanierung und einer Erweiterung könnte die derzeit leerstehende Schule an der Schulstraße schon 2021 wiedereröffnet werden. Die Kosten veranschlag die Stadt mir rund 4,5 Millionen Euro.

Foto: loc

Herne.  Die ehemaligen Schulgebäude Berliner Platz und Düngelstraße werden abgerissen. Warum eine andere leerstehende Schule wiederöffnet werden soll.

Die Zukunft von Schulgebäuden und die Wohnbebauung am Stadtgarten waren am Donnerstag zwei Schwerpunkte in der Bezirksvertretung Herne-Mitte. Und dann ging es auch noch um das leidige Thema „verkaufsoffener Sonntag“.

Schulgebäude

Zwei leerstehende Grundschulgebäude sollen abgerissen, ein weiteres leerstehendes Schulgebäude soll reaktiviert werden. Einstimmig hat die Bezirksvertretung den Abbruch der beiden ehemaligen Schulen am Berliner Platz und an der Düngelstraße (James-Krüss) beschlossen. Die Frage der CDU, welche Pläne es denn für das „Filetgrundstück“ Berliner Platz gebe, wollte die Verwaltung noch nicht beantworten bzw. sprach von einer gewünschten „städtebaulichen Entwicklung“ in diesem Bereich - was immer das auch heißen mag. Konkreter wurde die Stadt bei der ehemaligen Schule an der Düngelstraße: Hier sei eine Wohnbebauung vorgesehen, hieß es. Für beide Gebäude gelte: Sie würden nicht mehr benötigt; für eine anderweitige Nutzung sei der Sanierungsbedarf zu groß.

Zustimmung signalisierte die Bezirksvertretung zu den Plänen, die 2018 geschlossene Grundschule an der Schulstraße aufgrund der steigenden Schülerzahlen ab 2021 als „neue“ Schule wieder zu öffnen. Wie berichtet, soll das Hauptgebäude saniert und durch einen Anbau erweitert werden; ein Pavillon soll abgerissen, ein weiterer erneut in Betrieb genommen werden. Den Etat veranschlagt die Stadt mit rund 4,5 Millionen Euro; die Kosten für die Sanierung der Sporthalle kämen noch oben drauf. Die Frage von Timon Radicke (CDU), ob die Stadt die Entwicklung nicht hätte absehen können, verneinte Detlef Rüter vom Fachbereich Schule. Die endgültige Entscheidung über die neue alte Grundschule fällt am 8. Juli im Rat.

Verkaufsoffener Sonntag

„Wir wollen es noch einmal versuchen.“ So begründete Werner Friedhoff, Leiter des Fachbereichs Öffentliche Ordnung, den Vorstoß von Stadt und Einzelhandel für einen verkaufsoffenen Sonntag am 8. September in Herne-Mitte. Aufgrund der geänderten Rechtslage und Rechtsprechung sehe man Chancen, dass es diesmal klappen könnte. „Eine absolute Rechtssicherheit ist aber nicht gegeben“, sagte Friedhoff, was auch als Kritik am Gesetzgeber - das Land - zu verstehen war. Im Bezirk gab es eine breite Mehrheit, nur Detlef Nötzel (Linke) und die SPD-Bezirksverordneten Karl Josef Schleussner und Michael Gramer stimmten dagegen. Auch hier fällt die Entscheidung im Rat.

Bebauung Schaeferstraße

Erste Pläne für die Bebauung des Sportplatzes Schaeferstraße am Stadtgarten stellte die Stadt vor. 22 Einfamilienhäuser und Villen mit Grundstücksgrößen zwischen 500 und 1000 Quadratmetern sollen dort entstehen, so der Rahmen. Weil Achim Wixforth, Stadtplaner und Chef des Grundstückseigentümers Stadtentwicklungsgesellschaft, auch auf mehrfache Nachfrage keinen Verkaufspreis nennen wollte, wagte Michael Lewburg (CDU) einen Tipp: „400 Euro pro Quadratmeter“. Was Wixforth sagen konnte: Für die Grundstücke werde wie schon an der Castroper Straße in Börnig ein Bieterverfahren aufgerufen.

Stadtplaner Peter Muhss betonte, dass der Erhalt von möglichst vielen Bäumen auch für die Verwaltung ein wichtiges Ziel sei. Vertrauen ist gut ...: „Wir werden Sie genau im Auge behalten“, kündigte die SPD-Stadtverordnete Gabriele Przybyl der Stadt an.

Es gehe um mehr als 40 unter die Baumschutzsatzung fallende Bäume, berichtete Thomas Butz, Anwohner und Sprecher der Bürgerinitiative „Hippenwiese“. Auch Hinweise auf Hochwassergefahren auf dem durch ein starkes Gefälle geprägten Areal und auf die schon jetzt angespannte verkehrliche Situation werde die Stadt berücksichtigen, so Muhss. Nach dem „Feinschliff“ würden konkrete Pläne ebenfalls in der Bezirksvertretung Herne-Mitte vorgestellt. Nur die Linke stimmte gegen die Bebauung des Sportplatzes.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben